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Von Sachsenhausen in die Mainzer Landstraße

Frankfurter Rundschau zieht nicht zur FNP

Ursprünglich sollte die Redaktion der Frankfurter Rundschau vom Depot in Sachsenhausen unters Dach des Verlags der FNP ziehen. Doch jetzt gewähren die Gesellschafter der FR auch räumliche Eigenständigkeit.
Die besondere Unabhängigkeit der Frankfurter Rundschau wurde auf der Pressekonferenz im Februar fast überbetont. "Wir haben vollkommene Freiheit", sagte FR-Chefredakteur Arnd Festerling.

Die inhaltliche Abgrenzung zu den konservativen Häusern Societät und FAZ hielt die Frankfurter Rundschau durch. Zu den Blockupy-Protesten etwa fand die Zeitung dieses Jahr deutlichere Worte als 2012, sie positionierte sich wieder als eindeutig linke Zeitung, in ihren Statuten ist von einer linksliberalen Ausrichtung die Rede. Im vergangenen Jahr gehörte die Redaktion noch zu den Objekten des Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont. Dessen autobiografischen Romane und Einlassungen musste die Redaktion oftmals viel Platz widmen. Das ist vorbei, und laut Arnd Festerling mischten sich die neuen Eigentümer inhaltlich nicht ein.

Seltsam mutete es daher an, dass man der Rundschau ein eigenes Verlagshaus nicht gönnen wollte. Wohl mehr aus praktischen Gründen wurde im Februar beschlossen, Verlag und Redaktion künftig in der Frankenallee 71–81 unterzubringen, Stammsitz der Frankfurter Societät und Redaktionsheimat der Frankfurter Neuen Presse. Dort wurde seither kräftig umgebaut, Teile des Erdgeschosses und der ersten Etage wurden renoviert, der Umzug war für September geplant - Frankfurter Rundschau GmbH und der Pressedienst Frankfurt (PDF), ein ausgegliedertes Redaktionskonstrukt, bei dem auch ehemalige FR-Mitarbeiter Texte für die Zeitung schreiben, wären dann unter der Redaktion der FNP untergebracht gewesen. In der Frankenallee gibt es viel Platz, vor 20 Jahren schon wurde die Druckerei nach Mörfelden-Walldorf verlegt, später wurden im Zuge der Digitalisierung der Zeitungsherstellung auch Abteilungen wie das Layout und die Druckvorstufe verkleinert. Die Anzeigenabteilung widmet sich unter dem Namen RheinMainMedia seit der Übernahme neben FNP und Rhein-Main-Zeitung auch der Frankfurter Rundschau.

Die FR, mithin nicht nur vom Format her die kleinste Zeitung der Societät, hätte mit dem Umzug ihr eigenes Verlagshaus verloren. Doch soweit kommt es nicht. Wie es aus der Verlagsspitze der Frankfurter Societät heißt, soll die FR nach der Bundestagswahl in die Mainzer Landstraße ziehen, schräg gegenüber von Societät und FAZ. Dort war einst die Fazit-Stiftung ansässig, der Mehrheitseigner der FAZ, die mittlerweile aber auch im Verlagshaus untergebracht ist. Die Immobilie steht leer - mit einem nicht eben günstigen Mietvertrag, der erst in einigen Jahren ausläuft.

Ebenfalls erst nach der Bundestagswahl soll ein Nachfolger für FR-Chefredakteur Arnd Festerling benannt werden. Derzeit ist ein Headhunter unterwegs, der nach einem Kandidaten mit, wie es heißt, bundesweiter Ausstrahlung fahndet.

Die Frankfurter Rundschau war im Februar von der Frankfurter Societät und der Fazit-Stiftung übernommen worden. Die Societät hält die Mehrheit. Beteiligt an der neu gegründeten GmbH ist auch die Karl-Gerold-Stiftung, der früher die Rundschau gehörte, benannt nach jenem Journalisten, der 1947 Mit- und von 1954 an alleiniger Herausgeber und Chefredakteur der Zeitung war.

Die Druckerei in Neu-Isenburg wurde im Zuge des Insolvenzverfahrens geschlossen, jetzt wird die Tageszeitung bei der Societät in Mörfelden-Walldorf gedruckt. Die Auflagenzahlen waren in den vergangenen Jahren stark gesunken, bei der letzten Zählung im März kam die Zeitung nur noch auf gut 75.000 verkaufte Exemplare, davon 7000 am Kiosk. Bis 2005 war die Zeitung im Rundschau-Haus am Eschenheimer Tor ansässig, zog danach ins Deutschherrnviertel und schließlich ins ehemalige Straßenbahndepot in Sachsenhausen. Die Adresse Karl-Gerold-Platz 1 wird im Herbst Geschichte sein.
 
1. August 2013, 11.42 Uhr
ges/nil
 
 
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