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Fintech-Branche in Frankfurt
 

Fintech-Branche in Frankfurt

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Die Schnittstelle zwischen Start-Ups und Investoren

Foto: wch
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Frankfurt soll das führende Fintech-Zentrum Europas werden. So will es die Politik. Aber was zeichnet diese neue Branche überhaupt aus? Wir haben uns ein Unternehmen angeschaut: Aescuvest.
Fintech ist momentan in aller Munde. Im neuen Koalitionsvertrag steht, Frankfurt soll das führende Fintech-Cluster Europas werden; gerade hat die Deutsche Börse ein Fintech-Zentrum in Bornheim eröffnet – und kam damit dem Land Hessen zuvor, das ebenfalls vorhat, ein Zentrum für die Branche einzurrichten. „Frankfurt ist der Finanzplatz Kontinentaleuropas und soll auch der FinTech-Hub Kontinentaleuropas werden. Frankfurt ist die natürliche Wahl, hier ist die Finanzindustrie Zuhause“, sagt auch Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU). Aber was ist Fintech überhaupt und warum soll es für Frankfurt so eine große Rolle spielen? Wir haben uns ein Fintech-Unternehmen einmal genauer angeschaut.

Fintech – oder Finanztechnologie – beschäftigt sich mit der modernen Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen. Klarere wird die Sache anhand eines Beispiels. Die Firma Aescuvest etwa hat sich auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. „Wir sind ein Marktplatz, der zwei Parteien zusammenbringt“, erklärt Geschäftsführer Patrick Pfeffer. Das sind einmal Innovatoren, sprich Start-Ups, die neuartige Idee im Medizinbereich auf den Markt bringen wollen. Die sind auf der Suche nach Geldgebern, die sie über Aescuvest finden können. Aber was unterscheidet das von gängigen Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter? „Die Spezialisierung“, sagt der zweite Geschäftsführer des Fintech-Unternehmens, Dieter Kern.

Ein weiterer Unterschied seien die Summen, die Investoren im Schnitt einbringen. Bei Crowdfunding-Plattformen investieren meist sehr viele Förderer die Projekte mit recht kleinen Beträgen – oft schon ab fünf Euro. Bei Aescuvest dagegen liegt der Mindestbeitrag bei 250 Euro. Nach dem neuen Anlegeschutzgesetzt gibt es auch ein Maximum für Investitionen. Für Privatanleger sind das 10.000 Euro, für Kapitalgesellschaften 2,5 Millionen Euro. Das führe dazu, dass die Zahl der Investoren vergleichsweise niedrig bleibt. So haben etwa in eines der ersten Projekte von Aescuvest, den Knochen-Stabilisator „SnakeFX“, 124 Geldgeber insgesamt 262.650 Euro investiert, also im Schnitt rund 2000 Euro. Den Altersdurschnitt ihrer Investoren schätzen die Geschäftsführer auf 45 Jahre. „Wir haben eine Frauenquote von 25 Prozent“, berichtet der 35-jährige Patrick Pfeffer. „Und viele Anleger sind Senioren“, ergänzt sein knapp 20 Jahre älterer Geschäftspartner.

Vor einem Jahr sind Pfeffer und Kern mit ihrer Firma an den Markt gegangen. Pfeffer ist gelernter Bioinformatiker und hat davor in der Pharma-Industrie gearbeitet. Kern ist der Finanzexperte. Zwei Projekte konnten die Beiden bereits auf den Weg bringen. Eines läuft momentan noch: Ello – Der Rollator mit elektrischem Antrieb. Dass ihr Unternehmen so gut anlief, erklären sich die Gründer damit, dass sie zwei rechtlich stark regulierte Märkte bedienen: Gesundheit und Finanzen. „Das schafft Vertrauen bei den Anlegern“, so Kern. Um diese Vertrauen zu erhalten, gibt es einen Beirat, der aus drei Experten besteht. Einer untersucht ein mögliches Projekt in Hinsicht auf die rechtliche Situation, ein weiterer Fachmann nimmt den medizinischen Nutzen unter die Lupe und der Dritte prüft die Ethik. So habe es etwa schon Projektangebote für Technologien zur Erbgutveränderung bei Aescuvest gegeben, die aus ethischen Gründen abgelehnt wurden.
 
13. Juli 2016, 11.01 Uhr
Christina Weber
 
Christina Weber
Jahrgang 1983, Studium Online-Journalismus, seit 2014 Volontärin beim Journal Frankfurt – Mehr von Christina Weber >>
 
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