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CargoCity-Süd-Prozess
 

CargoCity-Süd-Prozess

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Gericht verurteilt Ardi Goldman zu 2 Jahren und 8 Monaten Haft

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Richter Christopher Erhard war deutlich: Die Beweislage im Schmiergeld-Fall sei erdrückend. Unternehmer Ardi Goldman muss deswegen ins Gefängnis, ebenso Makler Uwe S. Kai B. und Jürgen Harder bekamen Bewährung.
Am Dienstagmorgen ist der Schmiergeld-Prozess um die CargoCity-Süd zu Ende gegangen. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, für die Entwicklung von Grundstücken auf dem Gelände am Flughafen Schmiergeld an einen Manager der Fraport gezahlt zu haben. Das Landgericht Frankfurt schloss sich in seiner Urteilsverkündung der Staatsanwaltschaft an. Der Makler Uwe S. kommt danach drei Jahre ins Gefängnis. Der Investor Ardi Goldman soll zwei Jahre und acht Monate sitzen, der Immobilienentwickler Jürgen Harder – der eine gewisse Bekanntheit durch seine Beziehung zu einem früheren Schwimm-Star hat – und sein früherer Kompagnon Kai B. kommen mit Bewährungsstrafen davon. Dazu kommen Geldstrafen in Millionenhöhe.

Die Angeklagten hätten dem Fraport-Manager Volker A. Schmiergeld in Höhe von bis zu 3,5 Millionen Euro versprochen. Die Vermittlung übernahm Makler Uwe S. Zeitweise nahm das Geld seinen Weg über Liechtenstein, bevor es bei Volker A. landete. Anders als versprochen, seien jedoch lediglich 433.000 Euro Schmiergeld beim Fraport-Mann angekommen. Volker A. war im September verstorben, das Verfahren gegen ihn daraufhin eingestellt worden.

Uwe S., Kai B. und Jürgen Harder hatten die Schmiergeldzahlungen gestanden. Durch die Geständnisse, die Aussagen von Volker A. und etlichen Indizien sei auch Ardi Goldman belastet worden. "Die Beweislage ist erdrückend", so Richter Christopher Erhard. Herr Goldman sei als Mittäter eindeutig schuldig. "Dazu kommt, dass die Einlassung von Ardi Goldman schlecht war."

Das Gericht äußerte sich auch zu der Frage, warum Jürgen Harder und Kai B. mit Bewährungsstrafen davonkommen: Sie seien Ersttäter und uneingeschränkt geständig gewesen. Erhard erläuterte aber auch, dass die Bewährungsstrafen nur in Kombination mit sehr hohen Bewährungsauflagen möglich waren. Harder soll sechs Millionen Euro zahlen, eine halbe Million davon an soziale Zwecke, der Rest an den Staat. Kai B. soll eine Million an den Staat zahlen.

Neben den Haft- und Geldstrafen wurden zusätzlich Verfallszahlungen verhängt, durch die Gewinne aus den Grundstücksgeschäfte zurückgezahlt werden sollen. Goldmans CargoPort Gesellschaft, die für den Bau jener Lufthansa-Halle auf dem Frachtgelände der Fraport verantwortlich war, soll 14,4 Millionen Euro zahlen – zu klären sei noch, ob diese Summe dem Staat oder der Fraport AG zustünde. Für die Harder Lambda GmbH, die gemeinsame Firma von Jürgen Harder und Kai B., wurden 5,5 Millionen Euro festgelegt.

Ardi Goldman hatte von Prozessbeginn an auf seine Unschuld plädiert. Noch während des Urteilsspruchs fiel er in seinen Sessel, später – während der Urteilsbegründung – brüllte er den Richter an: "Ich kann Ihre Scheiße nicht mehr hören", was ihm eine Ermahnung eintrug. Goldman plant, gegen das Urteil Revision einzulegen.

>> Mehr zum Thema CargoCity? Lesen Sie hier unsere gesammelten Werke.
 
24. November 2015, 10.29 Uhr
nil/wch
 
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