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Wirtschaft fordert Masterplan

Über die (Un-)Zufriedenheit mit dem Frankfurter Verkehr

Verkehrsstaus beeinträchtigen die Gesundheit, belasten die Umwelt und kosten Wirtschaft und Gesellschaft Milliardenbeträge. Eine aktuelle Forsa-Umfrage gibt Auskunft über die großen Verkehrsprobleme in und um Frankfurt. Die Auftraggeber fordern einen angepassten Gesamtverkehrsplan.
Als am Montagmittag Manfred Güllner, Geschäftsführer von Forsa in der Evangelischen Akademie am Römerberg die Ergebnisse der aktuellen Mobilitätsumfrage vorstellt, hält sich die Überraschung in Grenzen. Bei Unternehmen, Kundinnen und Kunden sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern herrscht Unzufriedenheit mit der verkehrlichen Situation und dem strategischen Umgang in Frankfurt und der Region. Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (HWK), die Industrie-und Handelskammer Frankfurt (IHK) sowie die Kooperationspartner Dachverband der Frankfurter Gewerbevereine, der Hotel- und Gastronomieverband Dehoga Hessen und der Handelsverband Hessen-Süd haben das Meinungsforschungsinstitut Forsa beauftragt, ein Stimmungsbild über die Zufriedenheit der Verkehrsinfrastruktur und Zukunft der Mobilität zu erstellen. „Es besteht dringender Handlungsbedarf in Form eines koordinierten und moderierten Prozesses“, sagt Bernd Ehinger, Präsident der HWK Frankfurt-Rhein-Main.

Befragt wurden insgesamt rund 1000 Bürgerinnen und Bürger sowie Mitglieder der Wirtschaftskammern. Sehr oder eher unzufrieden seien die Autonutzenden mit dem Verkehrsfluss (Kammermitglieder: 72 Prozent/Bürger: 63 Prozent), mit der Stausituation (74 Prozent/67 Prozent) sowie der Höhe der Parkgebühren (72 Prozent/68 Prozent). Während ÖPNV-Nutzende die Sicherheit, Anbindung und Häufigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel positiv bewerten, werden die Informationen zu Störungen, Verspätungen und Ausfällen negativ bewertet. Rund 90 Prozent der Mitglieder beziehungsweise 97 Prozent der Bevölkerung stehen positiv zum Ausbau des ÖPNV und zur Optimierung des Verkehrsflusses durch digitale Verkehrssteuerung (82 Prozent/84 Prozent). Kritisch werde von der Wirtschaft und der Bevölkerung die Sperrung einzelner Straßen gesehen. 69 Prozent der Kammermitglieder beziehungsweise 54 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sehen das als weniger oder gar nicht sinnvoll an. Eine Reduzierung der Autonutzung ist für 52 Prozent der Mitglieder gar nicht vorstellbar, vor allem da man auf die Nutzung von Autos zum Transport angewiesen sei.

Verkehr in Frankfurt hat eine bedeutende Rolle

Frankfurt gilt, aufgrund der rund 60 000 Beschäftigten in der Kreditwirtschaft, als Deutschlands Finanzhauptstadt. Dass rund doppelt so viele Bürgerinnen und Bürger in der Verkehrs- und Logistikbranche beschäftigt sind, ist weniger bekannt. „Der Verkehr in Frankfurt hat eine herausragende Bedeutung“, sagt Ulrich Casper, Präsident der IHK Frankfurt. Die kurzen Wege zum Flughafen und zum zentralgelegenen Hauptbahnhof ermöglichen schnelle Wege ins In-und Ausland. „Dieser Standortvorteil darf nicht verspielt werden“, meint Caspar. Es sei der falsche Ansatz, Hauptverkehrsstraßen für Autofahrende zu reduzieren oder Parkgebühren weiter zu erhöhen. „Wenn wir heute mehr Einwohnerinnen und Einwohner, mehr Arbeitsplätze und mehr Warenverkehr haben, brauchen wir einen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und keinen Rückbau“, fordert Caspar. Sinnvolle Maßnahmen wären beispielsweise der ÖPNV-Ausbau oder Schnellwege für Fahrradfahrerinnen und -fahrer im Innenstadtgebiet, mit Vorbild Kopenhagen.

In Zukunft solle weiterhin eine schnelle und zuverlässige Mobilität am Wirtschaftsstandort Frankfurt ermöglicht werden. Dafür unterzeichneten am 5. September neben IHK und HWK 14 weitere namhafte Institutionen – darunter der ADAC, die Frankfurt School of Finance & Management und die Goethe Universität – einen offenen Brief an die Mitglieder des Magistrats der Stadt. Der aktuell gültige Gesamtverkehrsplan von 2005 müsse an die Entwicklungen der Stadt – Bevölkerungszuwachs und Wirtschaftswachstum – angepasst werden. Bislang blieb der Brief unbeantwortet.
 
15. Oktober 2019, 10.30 Uhr
Sheera Plawner
 
 
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Text: mad / Foto: Symbolbild © RMV/Stefanie Kösling
 
 
 
 
 
 
 
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