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Wasserdampf statt Dieselruß: RMV rüstet Flotte um
 

Wasserdampf statt Dieselruß: RMV rüstet Flotte um

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„Ein Leuchtturmprojekt der Brennstoffzellenmobilität“

Foto: (c)Alstom/Rene Frampe
Foto: (c)Alstom/Rene Frampe
Im Taunus ist bald die weltweit größte Brennstoffzellenflotte im Personennahverkehr unterwegs: Zum Fahrplanwechsel 2022/2023 wird die RMV Tochtergesellschaft Fahma 27 emissionsfreie Bahnen auf die Gleise schicken.
Wie gestern bekanntgegeben wurde, hat die RMV Tochtergesellschaft Fahma einen Auftrag über 27 Brennstoffzellenzüge mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro an das französische Unternehmen Alstom vergeben. Bis zum Fahrplanwechsel 2022/2023 soll Alstom die Fahrzeuge des Typs Coradia iLint 54 liefern. Diese werden dann auf vier Regionalzuglinien im Taunus Dieseltriebwagen ersetzen. Konkret betrifft die Umstrukturierung die Linien RB11 (Frankfurt-Höchst–Bad Soden), RB12 (Frankfurt–Königstein), RB15 (Frankfurt–Bad Homburg–Brandoberndorf) und RB16 (Friedrichsdorf–Friedberg).

Laut RMV wird damit die größte Brennstoffzellen-Flotte der Welt auf die Schienen gebracht. RMV-Geschäftsführer Knut Ringat spricht in diesem Zusammenhang von einem „Meilenstein“: „Nach elektrisch betriebenen Zügen, E-Bussen und Wasserstoffbussen bieten wir unseren Fahrgästen damit eine weitere Möglichkeit, emissionsfrei zu reisen. Dieser Meilenstein macht mich stolz und ist ein Riesenschritt in Richtung einer Mobilität ohne Schadstoffe.“

Förderung durch Bund und Land

Unterstützung bei den Bemühungen um eine klimafreundliche Mobilität erfährt der RMV auch von Bund und Land. „Die Anschaffung der 27 Fahrzeuge ist ein Leuchtturmprojekt der Brennstoffzellenmobilität, über das ich mich sehr freue“, sagt Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Der Bund übernimmt 40 Prozent der Fahrzeugmehrkosten, die im Vergleich zu Dieselfahrzeugen anfallen sowie eine anteilige Förderung der Wasserstofftankstelle, die sich auf dem Gelände des Industrieparks Höchst befinden wird. „Das Projekt hat für das BMVI Modellcharakter. Wir hoffen, dass noch viele weitere Projekte in Deutschland diesem Beispiel folgen werden“, so Ferlemann.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir verspricht, das Projekt „tatkräftig zu unterstützen“: „Auf Hessens Schienen sind heute noch vielerorts Dieselfahrzeuge unterwegs, weil Oberleitungen fehlen. Der Brennstoffzellen-Antrieb ist dabei eine schnell umsetzbare Alternative zur Elektrifizierung. Der Verkehr ist in Hessen für ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wasserdampf statt Dieselruß ist deshalb ein spannender Ansatz.“

Mehr Platz und kostenfreies WLAN

Auch im Hochtaunus freut man sich über die neue Flotte, die, wie Hochtaunuskreis-Landrat Ulrich Krebs betont, gleich mehrere Vorteile bietet: „Neben der Elektrifizierung der S5 bis Usingen bieten die Brennstoffzellenzüge für andere noch nicht elektrifizierte Strecken verschiedene Vorzüge. Die Pendler profitieren von mehr Platz in den Zügen und einer wesentlichen ruhigeren Fahrt, weil das Motorengeräusch der Fahrzeuge aufgrund des Elektroantriebs leiser ist. Das ist auch ein Vorteil für die Anwohner an den Strecken.“

Der Coradia iLint ist weltweit der erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Laut RMV seien die Züge „so leise wie eine S-Bahn unterwegs und lokal emissionsfrei, weil sie lediglich Wasserdampf und Kondenswasser an die Umwelt abgeben“. Auch der Komfort soll in den neuen Zügen, von denen zwei bereits seit September 2018 im Elbe-Weser Netz in Niedersachsen unterwegs sind, nicht zu kurz kommen. Die neuen Züge verfügen über 160 Sitzplätze. Damit steige insbesondere bei den Zügen im Berufsverkehr die Kapazität auf den Linien im Teilnetz Taunus um bis zu 40 Prozent. Außerdem soll ausreichend Platz für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen vorhanden sein sowie kostenfreies WLAN während der Fahrt.
23. Mai 2019
Ronja Merkel
 
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Leser-Kommentare

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parai ba am 23.5.2019, 16:22 Uhr:
Endlich kommt es zur Anwendung der Brennstoffzelle. Leider hatte die Automobilindustrie das verschlafen und statt dessen auf die fragwürdigen Lithium-Akkus gesetzt. Wenn jetzt noch die Energie für die Wasserstoffgewinnung nicht aus fossilen Energieträgern stammt, dann ist es wirklich CO2-neutral. Leider stammt der Strom für die E-Mobilität meist auch aus fossilen Energieträgern (Kohleverstromuung). Wenn jetzt noch die Tankstelle im Industriepark auch für private Anwender frei gegeben würde, dann wäre das ein guter Anfang für eine CO2- und NOx-Reduktion ohne die blödsinnigen Lithium-Akkus.
 
 
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