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Startschuss für Machbarkeitsstudie
 

Startschuss für Machbarkeitsstudie

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Fernbahntunnel würde 3,5 Milliarden Euro kosten

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Bund und Bahn lassen prüfen, ob ein Fernbahntunnel am Frankfurter Hauptbahnhof umzusetzen ist. Der unterirdische Tunnel, der den Knotenpunkt Frankfurt entlasten soll, ist allerdings kein günstiges Unterfangen: 3,5 Milliarden Euro soll das Projekt kosten.
„Das ist wirklich ein seltener Termin – alle sind sich einig und einer hat sogar das Geld mitgebracht“, sagte Jens Bergmann, Vorstand DB Netz AG grinsend – und fasst den Tenor der Veranstaltung damit gut zusammen. In der Sky Lounge des Deutschen Bahn-Towers am Jürgen-Ponto-Platz haben am Montagmorgen Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und Jens Bergmann den Startschuss für eine Machbarkeitsstudie für einen Fernbahntunnel zum Frankfurter Hauptbahnhof gegeben.

„Der Hauptbahnhof Frankfurt ist der größte Engpass im Verkehr der Deutschen Bahn“, sagte Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Das liege unter anderem daran, dass er ein Kopfbahnhof sei: Züge müssen zeitaufwendig wenden. Abhilfe schaffen soll ein Fernbahntunnel mit unterirdischem Fernbahnhof. Geplant sind eine zweigleisige Tunnelkonstruktion und vier unterirdische Gleise. Dort soll künftig der Fernverkehr durchfahren können. Das schaffe gleichzeitig auf dem jetzigen Kopfbahnhof mehr Platz für den Regionalverkehr. Ein Umstieg zwischen dem neuen unterirdischen und dem bestehenden Kopfbahnhof ist möglich. Da das Wenden entfalle, würde man im Fernverkehr im Durchschnitt sieben bis acht Minuten Zeit sparen. Auch soll die Strecke Frankfurt Süd-Hauptbahnhof entlastet werden. Denn insbesondere auf dieser Strecke, der sogenannten letzten Meile, gebe es viele Verzögerungen, erklärte Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Großprojekte Mitte der DB Netz AG.

Der Untersuchungsraum für den Fernbahntunnel erstreckt sich vom Osten Frankfurts bis zur dritten Niederräder Brücke im Westen, die noch gebaut werden muss. Ob der Tunnel im Osten süd- oder nordmainisch enden wird, soll in der Studie geklärt werden. Mit den Ergebnissen wird im Frühjahr 2021 gerechnet. Wird das Projekt als umsetzbar bewertet, kann es dann richtig losgehen. Geplant wird mit einer Projektdauer von 15 Jahren. Sicher ist: Der Tunnel wird kein günstiges Unterfangen. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 3,5 Milliarden Euro, die komplett vom Bund übernommen werden. Die Gesamtinvestitionen in das Frankfurter Schienennetz, die unter anderem die nordmainische S-Bahn, die Regionaltangente West und den Ausbau der S6 beinhalten, belaufen sich auf mehr als 5,5 Milliarden Euro.

Der Fernbahntunnel soll zahlreiche Vorteile mit sich bringen: So soll er 17 500 zusätzliche Reisende pro Tag ermöglichen, 516 000 PKW-Kilometer vermeiden sowie 3000 Stunden Reisezeitersparnis pro Tag bringen. Zudem sollen 90 Tonnen CO2-Emmissionen am Tag eingespart werden. Unterstützt wird das Vorhaben vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt sowie dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain.

Im ersten Schritt der Machbarkeitsstudie soll die technische Machbarkeit des Vorhabens untersucht werden. Untersucht werden auch die Auswirkungen des Vorhabens auf die Führung der Verkehrsströme und den Fahrplan (zum Beispiel den Deutschlandtakt) sowie die verschiedenen Möglichkeiten, wie der neue Fernbahntunnel an das vorhandene Schienennetz angebunden werden kann.
 
16. September 2019
Helen Schindler
 
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Leser-Kommentare

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Thomas Szymanski am 17.9.2019, 18:14 Uhr:
"So ein Irrsinn. - Da gebe ich dem Vorangehendem Kommentator Recht, denn Herr Al-Wazir übergeht klar wichtige Punkte, die u.a. die S-Bahn betreffen, bzw den Umweltschutz samt der Klimasituation. - Wird dann wie in Stuttgart so ein Wahnsinn getrieben, dann steigen, wie bekannt, die Kosten, siehe auch Beiträge von "Frontal 21", die Bahnsteige sind schief, dass Rollstuhlfahrer auf den Gleis abstürzen, und dann alleine die jetzt schon hohen Kosten, uff, uff!- Wir müssen uns fragen, benötigen wir das wirklich? Sind wir nicht Dank der Pendelzüge, ohne dass die Lok gewechselt werden muss, seid vielen Jahren als Bahnkunde zufrieden? ich ja, denn so zerstört man evtl. noch ein hoch historisches Bauwerk, sobald es unterhöhlt wird. Über 100 Jahre kommt die Bahn damit klar. Jetzt wollen sich ein paar Leute damit brüsten, anstatt anderes Marodes auf Vordermann zu bringen, wo wirklich jeder Euro gebraucht wird. - Habe ich nicht Recht? - Denn Fakt ist, gut 1000 Brücken bei den Bahnlinien und ebenso viele Bahnübergänge sind defekt! - Reicht es nicht? Gibt es nicht somit genug zu tun? Ich denke ja." - Thomas Szymanski, Frankfurter Puppenspieler und Schauspieler
 
Ralph Lange am 17.9.2019, 17:08 Uhr:
Wie immer setzt der hessische Verkehrsminister Al-Wazir (Grüne) die falschen Akzente. Der Fernbahntunnel mag gut und richtig sein, aber dass die Frankfurter S-Bahn komplett an der Belastungsgrenze ist, wird dadurch nicht angegangen. Wir brauchen entweder eine zweite Röhre zwischen Hauptbahnhof und Konstabler oder einen Tunnel am Mühlberg, um die S-Bahnen direkt von Offenbach zum HBF zu leiten, ohne dass diese über Konsti und Hauptwache müssen.
Fernverkehr schön und gut, aber Frankfurt hilft das nur am Rande.
 
 
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