Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Verkehr
Startseite Alle NachrichtenVerkehr
Stadt äußert Skepsis gegenüber E-Rollern
 

Stadt äußert Skepsis gegenüber E-Rollern

2

Lustgewinn statt Verkehrswende

Foto: Adam Muise/Unsplash
Foto: Adam Muise/Unsplash
In Frankfurt wird eine Vielzahl an elektrischen Tretrollern erwartet, mehrere Anbieter stehen in den Startlöchern. Die Stadt sieht ein Konfliktpotenzial mit anderen Verkehrsteilnehmern – und formuliert Regeln für Anbieter und Nutzer.
Mehrere Anbieter wollen ihre Roller in Frankfurt vermieten. „Mittlerweile haben sich bei mir neun Anbieter von elektrischen Tretrollern gemeldet, die ihren Dienst in Frankfurt anbieten wollen“, gibt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) bekannt. Einige wollen nach eigenen Angaben mit 100 bis 200 Rollern anfangen, um die Anzahl langsam auf 2000 zu steigern, andere geben an, gleich mit 2000 bis 3000 Rollern Frankfurt fluten zu wollen, so Oesterling. „Wenn alle wirklich werden lassen, was sie ankündigen, haben wir bald fünf- bis zehntausend Roller in der Stadt stehen“, so der Dezernent, der darin keinen großen verkehrspolitischen Nutzen sieht. Es gebe, anders als in anderen Großstädten Deutschlands, in Frankfurt keine Erschließungslücken des öffentlichen Nahverkehrs. „Es leuchtet mir nicht ein, wer aus verkehrlicher Notwendigkeit heraus für mehr als einen Euro einen Tretroller mieten sollte, um die paar Meter zur nächsten Haltestelle zu überwinden“, so Oesterling. „Wenn sie gemietet werden, dann weil es Spaß macht. Das soll man aber dann auch so benennen, und nicht von Verkehrswende sprechen, wenn Lustgewinn gemeint ist.“

Die Stadt rechne durch das bevorstehende massenhafte Auftreten der E-Tretroller mit erheblichem Konfliktpotential mit anderen Verkehrsteilnehmern. Die Verkehrsflächen der Stadt seien zu eng, um noch ein zusätzliches Verkehrsmittel aufzunehmen. Nach dem Entwurf der Elektrokleinstfahrzeugeverordnung sollen die neuen Kraftfahrzeuge Radverkehrsanlagen nutzen müssen. „Dann haben wir Fahrräder mit 12 bis 17 Stundenkilometern, E-Tretroller mit 20 Stundenkilometern und E-Fahrräder mit 25 Stundenkilometern auf dem gleichen schmalen Weg. Das ist nicht gut, was sich der Bundesverkehrsminister ausgedacht hat“, kritisiert Oesterling Andreas Scheuer (CSU). Scheuer will E-Roller noch in diesem Frühjahr zulassen. Laut der geplanten Verordnung sollen Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h Radwege nutzen und, falls es keine gibt, auf die Straße ausweichen. Modelle mit einer Maximalgeschwindigkeit von 12 km/h sollen auf Gehwegen unterwegs sein dürfen. Das ist bei Kommunen und Bundesländern umstritten. Der Bundesrat, der zustimmen muss, wird sich voraussichtlich am 17. Mai mit der geplanten Verordnung beschäftigen.

„Wir wollen aber niemandem den Spaß verderben, denn Spaß macht es bestimmt, mit den Rollern zu cruisen“, sagt Oesterling. Um Konflikten vorzubeugen, habe er ein Merkblatt mit Regeln und Wünsche für die Anbieter aufgesetzt. Schließlich gelte auch bei neuen Fahrzeugen Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung, die gegenseitige Rücksichtnahme. In dem Merkblatt ist unter anderem geregelt, dass Anbieter maximal fünf Fahrzeuge pro Standort abstellen dürfen und dass die E-Roller nur auf dafür vorgesehenen Flächen genutzt werden dürfen. Das Fahren in unerlaubten Bereichen wie Grünflächen, Fußgängerzonen und am Mainufer soll durch technische Einrichtungen unterbunden werden.
30. April 2019
ffm/hes
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Rainer Roth am 13.5.2019, 17:25 Uhr:
Ich kann eigentlich diese Diskussionen um die Elektroroller nicht nachvollziehen. Es gibt 2 Fahrzeugklassen in die ich die Roller einteilen würde. Entweder Leichtmofa bis 20Kmh oder eben Mofa bis 25Kmh. Ohne spezielle Regeln. Einfach die vorhandenen Regeln nutzen.
Auf der anderen Seite sehe ich keinen Sinn in diesen Fahrzeugen. Wo ist die Zielgruppe? Man könnte doch einfach auch einen ganz normalen TRETroller benutzen. Leichter, keine Reichweitenprobleme, günstig und aus eigener Erfahrung nahezu gleich schnell. Benefit: Man kann sich das Fitnesstudio sparen und man kann die Roller überall mitnehmen. Also ich halte diese Elektroroller für Schwachsinn.
 
Karl Kaufmann am 2.5.2019, 16:35 Uhr:
Es ist meiner Ansicht nach richtig, dies durch die Stadt zu lenken und ggf. einzudämmen. Es gehört zum Thema öffentlliche Infrastruktur, und da sollten nur wenige sozusagen "zertifizierte" Anbieter zum Zuge kommen. Wir sehen heute schon bei den Radanbietern eine Inflation und daher zuviel Räder über die Stadt verstreut. In anderen Städten haben solche Anbieter bereits pleite gemacht, verblieben sind die "Radleichen".
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Verkehr
 
 
Römer-Koalition fordert Ausbau des ÖPNV
0
Her mit den U-Bahnen, weg mit dem Autolärm
Die Römer-Koalition fordert die Verlängerung der U-Bahn Linie 4 bis zum Atzelbergplatz im geplanten Ernst-May-Viertel. Für den Stadtverordneten Michael Müller (Die Linke) ist das einer der ersten Schritte in die richtige Richtung. – Weiterlesen >>
Text: Sinem Koyuncu / Foto: nb
 
 
Wasserdampf statt Dieselruß: RMV rüstet Flotte um
1
„Ein Leuchtturmprojekt der Brennstoffzellenmobilität“
Im Taunus ist bald die weltweit größte Brennstoffzellenflotte im Personennahverkehr unterwegs: Zum Fahrplanwechsel 2022/2023 wird die RMV Tochtergesellschaft Fahma 27 emissionsfreie Bahnen auf die Gleise schicken. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: (c)Alstom/Rene Frampe
 
 
Verkehrsdezernent Oesterling zuversichtlich
1
E-Roller als Alternative im Stadtverkehr?
E-Roller werden bald für den Straßenverkehr zugelassen. Am 17. Mai hat der Bundesrat der sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) zugestimmt, im Juni soll die Verordnung in Kraft treten. Am Dienstag äußerte sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) dazu. – Weiterlesen >>
Text: Julia Heßler / Foto: Pexels
 
 
 
Einjährige Probephase beginnt im August
1
Das nördliche Mainufer wird autofrei
In diesem Sommer kommt der autofreie Mainkai: Ab dem 2. August wird das nördliche Mainufer zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke für Autofahrer gesperrt sein. Zunächst allerdings nur für ein Jahr, dann soll über eine dauerhafte Sperrung entschieden werden. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: red
 
 
Pläne zur Vermeidung des Diesel-Fahrverbotes
0
Hessens Umweltministerin Priska Hinz setzt Frankfurt Ultimatum
Für Frankfurt gibt es seit kurzem Druck von oben: Hessens Umweltministerin Priska Hinz fordert die Stadt dazu auf, ihre Pläne zur Vermeidung von Fahrverboten bis Ende Juni vorzulegen. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: Bernd Kammerer
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  39