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Sperrung des Mainkais
 

Sperrung des Mainkais

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Wird auch das südliche Mainufer autofrei?

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Bei der Sperrung des nördlichen Mainufers gibt es neue Entwicklungen: SPD und CDU sollen einen Deal ausgehandelt haben, der die sofortige Aufhebung der Sperrung vorsah. Verkehrsdezernent Oesterling soll dies verhindert haben; er würde am liebsten auch das südliche Mainufer sperren.
Die Sperrung des nördlichen Mainufers polarisiert: Wie nun bekannt wurde, wollte die Römer-Koalition die Sperrung des nördlichen Mainufers aufheben – dafür soll es bereits einen Deal gegeben haben. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sollen Mike Josef, Vorsitzender der Frankfurter SPD, und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Aufhebung der Sperrung befürwortet und versucht haben, auf Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) einzuwirken. Im Gegenzug zur sofortigen Aufhebung der Sperrung soll die CDU zugestimmt haben, die Quote für finanziell geförderte Wohnungen der städtischen ABG-Holding in sämtlichen Neubauten auf 50 Prozent zu erhöhen. Doch Oesterling habe sich quer gestellt und auf die Beibehaltung der Sperrung bestanden. Der Handel soll bei einem Krisentreffen der Koalition vor einigen Wochen in Bad Nauheim besprochen worden sein.

Mike Josef: „Wir halten unser Wort“

Mit den Vorwürfen konfrontiert, sagt Mike Josef, die SPD halte Wort. Der SPD-Vorsitzende stellt klar, „dass die SPD dem von der CDU vorgeschlagenen Kuhhandel nach dem Motto „mehr Autos gegen bezahlbares Wohnen“ nicht zugestimmt habe. Das lasse sich belegen: „Das Mainufer ist unverändert geöffnet.“ Die SPD stehe auch weiterhin zur Entscheidung der Koalition, die Öffnung des Mainufers für Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger bis mindestens nächsten Sommer beizubehalten.

Der SPD-Chef findet: „Es ist interessant, dass die Frankfurter SPD die einzige Partei in der Regierung ist, die zu gemeinsam getroffenen Entscheidungen steht, während ihr permanent Vertreterinnen und Vertreter anderer Parteien in den Rücken fallen.“ Damit spricht er ausdrücklich auch die Grünen an, die er dazu aufruft „vielleicht ein kleines bisschen mehr Standfestigkeit zu zeigen.“ Eine sozial-ökologische Verkehrswende falle nicht vom Himmel. Josef prangert an, dass es nicht zusammenpasse, freitags für das Klima zu demonstrieren und gleichzeitig in den sozialen Medien gegen die Sperrung des Mainufers zu hetzen.

Oesterlings langfristiges Ziel: Sperrung des südlichen Mainufers

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling sagte, in Bezug auf die Sperrung des Mainkais, kürzlich: „Ich würde mich freuen, wenn der Versuch in den Regelbetrieb überführt werden könnte. Das wäre für die Stadt ein großer Gewinn, weil Altstadt und Römerberg mit dem Mainufer zusammenwachsen könnten.“ Doch der SPD-Politiker besteht nicht nur auf der Sperrung des nördlichen Mainufers. Vielmehr kann sich der Verkehrsdezernent langfristig auch vorstellen, das südliche Mainufer sperren zu lassen. „Eine Sperrung des südlichen Mainufers wäre für mich zurzeit nicht denkbar, aber langfristig sollte auch dieser Bereich autofrei werden“, so der SPD-Politiker. Im Rahmen dessen zitiert er Hilmar Hoffmann, langjähriger Kulturdezernent der Stadt, der sagte: „Das Museumsufer ist erst dann komplett, wenn beide Mainufer autofrei sind.“

>> In der Ausgabe 11/2019 im JOURNAL FRANKFURT haben wir uns in der Titelgeschichte „Autofrei – aber bitte mit Plan“ intensiv mit der Verkehrswende in Frankfurt beschäftigt.
 
24. Oktober 2019, 11.41 Uhr
Helen Schindler
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ralph Lange am 25.10.2019, 12:56 Uhr:
Statt Echte Fahrradstraßen zu schaffen, bringt dieser Verkehrsdezernent es fertig wirklich alles falsch zu machen. Jede Baustelle hat eine Umleitung nur die zentrale Straße, auf der täglich 20 000 Autos fuhren wird ohne jede Ausgleichsmaßnahme zugemacht. Keine Fahrradstraßen, kein P&R, kein Umleitungskonzept. So dilletantisch arbeitet Klaus Oesterling zum Schaden aller Frankfurter.
 
Uwe Looschen am 24.10.2019, 15:06 Uhr:
Aufgrund der Sperrungen in diesem Bereich, haben wir alle Verträge mit unseren Kunden gekündigt, die in diesem Bereich sich befinden. Eine Anlieferung, die ökonomisch sowie ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist, ist nun nicht mehr gegeben. Die Ausübung unserer Arbeit ist nur sehr erschwert möglich.
Schade eigentlich. Aber ohne Lieferfahrzeuge funktioniert keine autofreie Stadt. Wir sind einer der ersten, die diese Konsequenz gezogen haben. Es werden bestimmt bald weitere folgen.
 
Thomas Szymanski am 24.10.2019, 14:38 Uhr:
"Ganz richtig, denn andere Länder machen es vor. da gibt es z.B. in London längst große Fahrradstraßen (laut "Frontal 21") und auch anderswo sind Städte weitgehendst autofrei, und dennoch gibt es keine Probleme, Geschäfte zu beliefern.
Wer Angst hatte, dass es kein Leben in diesen Städten gäbe, irrt, denn gerade durch die bessere Luft dort, sind diese Städte tüchtig belebt.
Hier wird man hingegen Alles verschlafen, und wenn man aufwacht, ist es wohl zu spät. Wer den FFF - Mitbürgern da vorwirft, radikal zu sein, oder es zu übertreiben, der solle sich einmal Markus Lanz vom 22.10.2019 in der Mediathek anschauen, denn da berichtet Hoimar v. Ditfurt in einem Beitrag aus dem Jahre 1978, wie es quasi in unserer Zeit laut der Berechnungen aussehen könnte.
Ja, ich glaube, seit Jahrzehnten hat man einfach so weitergemacht, obwohl es seit 41 Jahren bekannt war. - Seid also vernünftig, und macht diese Stadt autofrei. Ihr werdet sehen, wenn dann auch die "Grüne Lunge" erhalten bleibt, dass es wesentlich besser für unsere Stadt verläuft, als wenn wir weiter so machen, wie bisher. - Des Weiteren müssen dringend neue Bäume angepflanzt werden, bzw. man muss künstliche Gewässer anlegen (wie in Essen), sofern es Parks zulassen. Die müssen nicht gross sein, aber Ihr werdet alle sehen und begreifen, dass es etwas bringt." - Thomas Szymanski, der Frankfurter Puppenspieler und Schauspieler
 
Uwe SP am 24.10.2019, 14:33 Uhr:
verklagen
 
Uwe SP am 24.10.2019, 14:32 Uhr:
Die zielführende und sinnvollste Lösung lautet:
Oesterling rausschmeißen und auf Schadenersatz erklangen. Ungeheuerlich welchen Schaden der alte Greis und Autohasser sich hier rausnimmt. OB Feldmann sieht nur tatenlos zu, deshalb ihn gleich mit rausschmeißen und an die Spitze der Stadt Frankfurt Kompetenz und Intelligenz platzieren. Weg mit den selbstsüchtigen Nepotisten, das bricht der Weltstadt Frankfurt noch das Genick !
 
Piranha Macapa am 24.10.2019, 13:01 Uhr:
Na toll, kann nicht die ganze Stadt zur autofreien Zone erklärt werden?
 
 
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