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Letzte S-Bahn ausgerüstet
 

Letzte S-Bahn ausgerüstet

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Mit WLAN in der S-Bahn surfen

Foto: nre
Foto: nre
Am Dienstag ist die letzte S-Bahn des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) mit kostenlosem WLAN ausgestattet worden. In weniger als einem Jahr wurden die 194 Bahnen umgerüstet. Als nächstes sollen die Expressbuslinien mit WLAN ausgerüstet werden.
Es sei „ein toller Tag für die S-Bahn Rhein Main“, freute sich Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) vergangenen Dienstag. Er war nach Frankfurt gekommen, um gemeinsam mit RMV-Geschäftsführer Knut Ringat die letzte von 72 000 Schrauben, die für die Aufrüstung aller 194 S-Bahnen benötigt wurden, einzuschrauben. „WLAN gehört zur Servicequalität einfach dazu“, merkt Al-Wazir an – „das erwarten die Leute von uns“ pflichtete Ringat bei. Die Leute, das sind etwa eine halbe Million S-Bahn-Fahrgäste pro Werktag, die nun unabhängig von Funklöchern ihres Mobilfunkbetreibers im Internet surfen können. Selbst in einer vergleichsweise dicht besiedelten Region wie dem Rhein-Main-Gebiet gibt es diese noch zuhauf – von flächendeckendem High-Speed-Mobilfunknetz ist Deutschland weit entfernt. Umso wichtiger sei die Umrüstung auf WLAN, auch wenn es vielleicht in ein paar Jahren technisch überholt sei, meinte Ringat.

Technisch gesehen verfügt jede S-Bahn nun über drei Modems, die an einen Rechner angeschlossen sind. Zwei Außenantennen halten dabei Kontakt zu mehreren Mobilfunkanbietern. Bei einem Funkloch eines Anbieters, können über die anderen Daten gesendet und empfangen werden, das WLAN bleibt stabil. Dadurch sollen Funklöcher minimiert werden: Nur wenn mehrere Mobilfunknetze ausfallen, fällt auch das Internet über WLAN aus. Um Funklöcher weiter zu minimieren wird auch der RMV aktiv: Derzeit werde in Kooperation mit den Mobilfunkanbietern eine Verstärkung des Signals im Frankfurter City-Tunnel vorangetrieben, erklärte Christian Roth, Leiter der S-Bahn Rhein Main.

Zusätzlich bieten rund 600 Fahrkartenautomaten im RMV-Gebiet WLAN an den Bahnsteigen. Damit betreibe der RMV „das wohl größte freie WLAN-Netzwerk Deutschlands“, sagte Knut Ringat. WLAN in allen Bahnen hat bisher außer dem RMV nur die Stuttgarter S-Bahn realisiert. In Test und Planungsphasen befinden sich weitere Regionalverbände, etwa die S-Bahn in München. „Hessen ist an dieser Stelle wieder vorne“, konstatierte Al-Wazir. Zweifellos ist die flächendeckende Verbreitung von WLAN im S-Bahnverkehr im Digitalisierungs-Entwicklungsland Deutschland noch etwas Besonderes.

Für die Umrüstung der S-Bahnen hat der RMV rund fünf Millionen Euro investiert. Davon, dass sich die Investition lohnt, sind die Beteiligten überzeugt. Die Bahn könne ihren Vorteil gegenüber dem Auto noch besser ausspielen, meinte Al-Wazir. „Während der Fahrt arbeiten oder entspannt surfen geht nun mal nicht, wenn man selbst ein Auto steuert.“ Bei den Fahrgästen der S-Bahn zeichnet sich derweil schon ein Erfolg ab: „In den letzten Monaten haben sich jeweils über vier Millionen mobile Endgeräte mit dem WLAN der S-Bahn verbunden“, sagte Christian Roth.
Das Einloggen in das WLAN-Netzwerk ist denkbar einfach. Dazu müssen Fahrgäste das Netzwerk „WLAN@RMV S-Bahn“ auswählen und die Nutzungsbedingungen akzeptieren. Im Anschluss stehen den Fahrgästen pro Tag 100 MB Datenvolumen zur Verfügung. Die Nutzungsbedingungen müssen alle sieben Tage neu bestätigt werden, danach loggt sich das Endgerät automatisch ins WLAN ein, sobald es in Reichweite des Signals kommt. Der RMV verweist darauf, dass „keine personenbezogenen Daten erhoben und auch das Nutzerverhalten nicht überwacht oder mitgeschnitten“ werde.

Zusätzlich zu den S-Bahnen wurden bereits sieben Regionalbahnlinien und eine Expressbuslinie mit WLAN ausgerüstet. Der RMV möchte in einem nächsten Schritt alle Expressbuslinien mit WLAN ausstatten. Auf der Schiene werden als nächstes die Taunus- und die Dreieichbahn umgerüstet. Für die Neuanschaffung von Zügen wird das Vorhandensein von WLAN ab sofort in den Ausschreibungen gefordert. Eine Ausrüstung des Frankfurter ÖPNV mit einem WLAN-Netzwerk scheint derweil vom Tisch zu sein. Die Verweildauer in den Bussen und Bahnen innerhalb Frankfurts sei im Durchschnitt zu gering, sagt Tarek Al-Wazir und RMV-Geschäftsführer Knut Ringat erklärt, es sei angedacht, in den Frankfurter U-Bahntunneln Funkverstärker zu installieren, damit sei das Mobilfunknetz der Fahrgäste ausreichend.
 
9. Oktober 2019, 10.24 Uhr
Nathanael Reuter
 
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