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Lastenfahrräder von "Cargo prompt" in Frankfurt
 

Lastenfahrräder von "Cargo prompt" in Frankfurt

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Mit zwei Pedalstärken sauber ans Ziel

Foto: Peter von Freyberg
Foto: Peter von Freyberg
Ein Frankfurter Start-up will Lastenfahrräder etablieren. Die erste Rikscha fahren die Firmengründer noch selbst – und das ist im Frankfurter Verkehr gar nicht so leicht.
Hin und her wogt das Wägelchen, der hohe Aufbau pendelt mal zur einen, mal zur anderen Seite. Das Lastenfahrrad schaukelt und schüttelt sich wie der Planwagen des dauergrinsenden Vater Ingalls im Vorspann zu „Unsere kleine Farm“. Doch der hat gut lachen, weil Pferde ihn ziehen. Ganz anders Patrik Köhler: Der Mitgründer und Fahrer des umweltfreundlichen Services „Cargo prompt!“ muss kräftig strampeln, trotz zugeschalteten Elektromotors. Außerdem darf er Erschütterungen durch Unebenheiten abfangen mit nichts als seinen Muskeln, Sehnen und Knochen. Wer sich ein Bild von den Straßenverhältnissen Frankfurts machen will, braucht bloß mal eine Weile die Güterrikscha von „Cargo prompt!“ zu beobachten.

Das tun auch die meisten Passanten, wenn sich die schneeweiße Pedal-Equipage nähert, viele schießen rasch ein Foto. „Manche bringen uns eher mit Wacker’s in Verbindung als mit einem Kurierdienst“, lächelt Patrik Köhler und deutet auf das große Firmen-Logo auf dem Heck. Die traditionsreiche Kaffeerösterei ist aber nicht nur Werbepartner, sondern auch Hauptkunde. Gemeinsam mit seinem Kompagnon Sven Bergen fährt Patrik Köhler nun frisch gemahlenen Kaffee quer durch die Stadt, mit zwei Pedalstärken sauber ans Ziel. Andere Auftraggeber verschicken mit „Cargo prompt!“ Blumen und Pralinen – ohne Abgase.

Alltäglich beginnt die Tour der beiden im Gallus, in einer Garage in einem Hinterhof, wie es sich für ein zünftiges Start-up gehört. Parallel dazu sind sie unterwegs für einen Fahrradkurierdienst nebenan, aber hoffen auf eine bessere Auslastung ihres Lastendreirads.

Denn im eineinhalb Kubikmeter großen Laderaum ist noch jede Menge Platz. Bis zu 200 Kilo kann das vom städtischen Energiereferat geförderte Lastenrad tragen. Patrik Köhler wünscht sich „mehr Köpfe, die wirklich ihren Kohlendioxid-Ausstoß reduzieren wollen.“ Dem 41-Jährigen schweben dabei die verschiedensten Händler und Dienstleister vor bis hin zu Handwerkern, deren Material abgasfrei auf die Baustelle gebracht wird. In Wiesbaden gibt es bereits seit einem Jahr das Kiezkaufhaus mit ähnlichem Konzept, in München wurden seit dem 1. April schon fast 60 gewerblich genutzte Lastenpedelecs städtisch gefördert.

Doch in Frankfurt ist das derzeit noch Zukunftsmusik, auch wenn der neue Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) ankündigte, dass die Zeiten der autogerechten Stadt vorbei seien – die derzeitige Realität sieht für Radler anders aus. Aktuell kämpft Patrik Köhler mit den Tücken der Gegenwart. Etwa wenn einer der allgegenwärtigen Paketkleinlaster den Radweg blockiert: Ausweichen aufs Trottoir, wie andere Radler es tun, ist nicht so einfach. Das Lastendreirad steuert sich etwas schwerfällig, eher wie ein überdimensionales Kettcar, als ein herkömmliches Fahrrad – ob mit oder ohne Hilfe vom Elektromotor. Jeder Bordstein wird zur Herausforderung, aber immerhin hat man ein Dach über dem Kopf, falls es regnet. Die Größe ermöglicht eine vielseitige Nutzung, fordert jedoch ihren Tribut, selbst von einem durchtrainierten Fahrer wie Patrik Köhler. Der gebürtige Cottbusser war rund zehn Jahre in mehreren Profiteams aktiv, „aber nur in der 2. Reihe, parallel dazu war ich auch schon als Radkurier unterwegs“.

Einfacher wird es bald für ihn und seinen Kompagnon, wenn das zweite Fahrzeug vom Typ „Bullitt“ die Flotte von „Cargo prompt!“ ergänzt respektive verdoppelt. Auf zwei Rädern ähnelt sein Fahrverhalten trotz des langen Vorbaus eher einem klassischen Fahrrad als das bisherige Modell. „Damit werden wir schneller und flexibler“, freut sich Patrik Köhler.
 
18. August 2016, 11.21 Uhr
Peter von Freyberg
 
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