Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Verkehr
Startseite Alle NachrichtenVerkehr
Innovative Mobilität
 

Innovative Mobilität

0

Flugtaxis für Frankfurt

Foto: Fraport AG/Volocopter GmbH
Foto: Fraport AG/Volocopter GmbH
In fünf bis zehn Jahren könnte es soweit sein, dann sollen die ersten Flugtaxis über Frankfurt fliegen. Kommendes Jahr soll die Testphase beginnen. Doch in anderen Großstädten ist man bereits erheblich weiter.
Vergangene Woche absolvierte ein bemanntes Flugtaxi des deutschen Start-ups Volocopter erfolgreich einen Testflug über Singapur. Am Dienstagmittag drehte das weiße Airtaxi aus Karbonfaser eine etwa einminütige Runde über dem Hafen Marina Bay. Aus Sicherheitsgrünen war ein Pilot an Bord, in Zukunft sollen die Flugtaxis autonom fliegen und fünf bis sechs Passagiere transportieren. Bereits 2021 könnte es soweit sein, Singapur wäre damit das erste Land weltweit, in dem der reguläre Betrieb von Flugtaxis erlaubt wäre.

Singapur gilt international als Pionier in Sachen Innovation und Mobilität. Aber auch in Frankfurt sollen Flugtaxis in nicht allzu ferner Zukunft den Betrieb aufnehmen. Bereits im Februar dieses Jahres gaben Volocopter und der Flughafenbetreiber Fraport bekannt, gemeinsam an „neuen Perspektiven für die Anbindung von Flughäfen an den urbanen Verkehr“ zu arbeiten. In etwa fünf bis zehn Jahren soll der reguläre Flugbetrieb beginnen. „Das autonome Fliegen wird die Luftfahrt grundlegend verändern. Wir wollen als erster Flughafen Europas das Potential des elektrischen Flugtaxis gemeinsam mit dem Pionier Volocopter erschließen“, sagte Anke Giesen, Vorstand Operations der Fraport AG, im Februar.

Konkret wird es bereits im kommenden Jahr, 2020 wolle man mit ersten Tests beginnen, gab Alexander Zosel, Mitgründer von Volocopter, auf der DMEXCO Anfang September in Köln bekannt. Damit die Flugtaxis wirklich eingesetzt werden können, müsse jedoch erst eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, so Zosel. Außerdem müsse die Sicherheit der Passagiere gewährleistet sein. Auch müssen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um autonomes Fliegen überhaupt möglich zu machen. Vor allem in der Diskussion um Klimawandel und Luftverschmutzung böten die Flugtaxis zahlreiche Vorteile. „Airtaxis benötigen wesentlich weniger Energie als Autos. Sie verursachen keine Luftverschmutzung und benötigen nicht die übliche Infrastruktur, sind also in vielerlei Hinsicht effizienter“, so Zosel. Die Volocopter sollen ein Verkehrsmittel werden, das für jeden nutzbar ist, es sei ein „tolles Gefühl, die Stadt von oben zu sehen“. Dennoch seien Flugtaxis nicht die Lösung für alles, es mache keinen Sinn, sagt Alexander Zosel, überall hinfliegen zu wollen: „Und ich glaube, niemand möchte, dass ständig Menschen in der Gegend herumfliegen.“

Zwar beginnt im kommenden Jahr in Frankfurt die Testphase, Deutschland werde jedoch kein Vorreiter auf diesem Gebiet innovativer Mobilität werden, sagt Zosel. Aktuell fände ein großer Wettstreit zwischen Metropolen wie Dubai und Singapur statt. Dubai beispielsweise wolle in Sachen Verkehr die erste autonome Stadt der Welt werden. In Deutschland werde sich Berlin am ehesten hervortun und ausprobieren, so Zosel. Auch andere Mobilitätsexperten trauen Deutschland keine Vorreiterrolle zu, wenn es um innovative Mobilitätskonzepte geht. Und das, obwohl wichtige Unternehmen ihren Standort in Deutschland haben. „Deutsche Städte haben beim Thema Mobilität großen Nachholbedarf“, sagt Julian Blessin, Mitgründer des deutschen E-Scooter-Anbieters Tier Mobility. „Deutschland wird im internationalen Wettbewerb kein Vorreiter sein. Wenn es schon zehn Jahre dauert, um vernünftige Radwege zu schaffen, wird eine Ewigkeit vergehen, bis die Infrastruktur für zukunftsweisende Mobilitätskonzepte wie das autonome Fahren möglich sind.“

In der aktuellen Ausgabe 11/2019 des JOURNAL FRANKFURT befassen wir uns in der Titelgeschichte „Autofrei - aber bitte mit Plan. Schafft Frankfurt die Verkehrswende?“ ausführlich mit dem Thema Mobilität.
 
28. Oktober 2019, 09.34 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Verkehr
 
 
Das Amt für Straßenbau plant, dem Radverkehr durch die Fortsetzung der Markierung mit roten Streifen mehr Platz auf der Straße einzuräumen. Doch machen die roten Markierungen das Fahrradfahren in unserer Stadt wirklich sicherer? Ein Kommentar. – Weiterlesen >>
Text: Jonas Lohse / Foto: Frankfurter Radentscheid
 
 
Nationaler Radverkehrsplan
0
Fahrradfahren wird akademisch
Drei von sieben Stiftungsprofessuren zum Thema Radverkehr gehen an Hessische Hochschulen und Universitäten. Das gaben das hessische Wissenschafts- und Verkehrsministerium bekannt. Die Professuren werden für fünf Jahre vom Bundesverkehrsministerium gefördert. – Weiterlesen >>
Text: nre / Foto: Tushar Ranjan Hota/ Unsplash
 
 
Erweiterung Straßenbahnlinie
1
Mit der Tram von Frankfurt nach Bad Vilbel?
Durch die Erweiterung der Straßenbahnlinie 18 könnte in Zukunft eine Straßenbahn die Städte Frankfurt und Bad Vilbel verbinden. Eine Studie soll nun Aufschluss darüber geben, ob sich die Erweiterung lohnt. – Weiterlesen >>
Text: ffm/ez / Foto: © Bernd Kammerer
 
 
 
Tausende Strafzettel für Falschparkende sind rechtswidrig, zumindest wenn sie von Leiharbeiterinnen und -arbeitern privater Dienstleister stammen. Das hat am gestrigen Montag das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: © Roland Holschneider/dpa
 
 
Die für 2024 geplante Verlängerung der U-Bahn Linie 5 verschiebt sich um mehrere Monate. Grund dafür ist ein Schaden an der Tunnelbohrmaschine. Die Ursache für den Schaden ist momentan noch ungeklärt. – Weiterlesen >>
Text: ffm/ez / Foto: © Bernd Kammerer
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  45