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Entscheidung zur Einhausung der A661
 

Entscheidung zur Einhausung der A661

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„Jahrhundertprojekt“ ist beschlossene Sache

Foto: Ernst-May-Viertel: Fortschreibung des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenplans © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
Foto: Ernst-May-Viertel: Fortschreibung des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenplans © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
Am Donnerstagabend wurde im Stadtparlament die lang diskutierte Einhausung der A661 auf den Weg gebracht. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verspricht, dass mit der Einhausung auch neuer, bezahlbarer Wohnraum kommt.
Jahrelang tobte die Debatte um die Einhausung der A661, jetzt ist sie endlich beschlossene Sache. Am Donnerstagabend brachte das Stadtparlament die Variante L2 auf den Weg, die eine Einhausung zwischen der Friedberger Landstraße und dem Galeriebauwerk Seckbacher Landstraße auf einer Länge von rund 1080 Metern vorsieht. Diese Variante habe das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Aus Kostengründen entschied man sich also gegen die längere Variante, eine nachträgliche Einhausung der südlich angrenzenden Lärmschutzgalerie sei aber möglich. „Die Variante L2 lässt erfreulicherweise die längere L1 mit 1 300 Metern Länge immer zu. Sie kann ergänzt werden, wenn wir wissen, was L2 genau kosten wird. Wir werden eine Lösung finden, die gut für Frankfurt ist“, so Feldmann.

Über zehn Jahre wurde das Projekt diskutiert. Schon 2008 hatte der damalige Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. In den nachfolgenden Jahren wurden zahlreiche Gutachten beauftragt, sie städtebaulichen Potenziale untersucht, vorbereitende Untersuchungen beschlossen und ein Wettbewerb zur Einhausung durchgeführt. Oberbürgermeister Feldmann sieht in dem Projekt vor allem eine Möglichkeit, dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Rund 5000 neue Wohnungen sollen in dem Gebiet entstehen sowie zahlreiche neue Grünflächen. Mit der Einhausung entstehe einer der größten innerstädtischen Parks in Frankfurt mit einer Größe von 80 Hektar, so Feldmann. Das ist entspricht einer Fläche, die etwa doppelt so groß ist wie der Grüneburgpark.

Außerdem werden die Stadtteile Bornheim, Nordend uns Seckbach wieder miteinander verbunden; das Naherholungsgebiet, das durch den Bau der A661 an dieser Stelle zerstört wurde, soll wiederhergestellt werden. „Die Bornheimer und Nordendler können künftig vom Günthersburgpark zum Huthpark spazieren und von der innerstädtischen Gründerzeit bis zu Streuobstwiesen“, sagte der Oberbürgermeister bei seiner Rede im Stadtparlament. „Diesen neuen Park, der sich aus unterschiedlichen Grünräumen zusammensetzen wird, sollten wir Ernst-May-Park nennen.“ Feldmann erinnerte in dem Zusammenhang auch an das Neue Frankfurt, das in diesem Jahr anlässlich des Bauhaus-Jubiläums besondere Aufmerksamkeit genießt: „Siedlungen und Freiraum müssen zusammen geplant werden, sie sind keine Gegensätze. Gerade in unserer wachsenden Stadt gilt: Wir müssen Grünflächen anlegen.
Unsere Stadt braucht Luft zum Atmen.“

Peter Feldmann versprach, dass die Wohnungen, die am Rande des neuen Ernst-May-Parks entstehen sollen eine „hohe Qualität“ haben werden mit „Balkonen zum Park statt Treppenhäusern zur Lärmschutzwand“. Es sollen bezahlbare Wohnungen entstehen, keine Luxustürme, so der Oberbürgermeister. Er könne die Angst der Bürgerinnen und Bürger verstehen, dass „Gated Communities“ entstehen könnten, er werde aber mit der Stadtregierung dafür sorgen, dass Wohnungen für Alle entstehen.

Dass die Koalition sich vorläufig nur für die kürzere Variante L2 entschieden hat, sorgte teilweise für Kritik. Die Kosten für die längere Variante seien kalkulierbar und überschaubar, heißt es beispielsweise vonseiten der FDP. Die Linke befürchtet außerdem, dass der neue Wohnraum nicht wie versprochen für alle Bürgerinnen und Bürger bezahlbar sein wird. Im nächsten Schritt muss ein Kosten- und Finanzierungsplan erstellt und eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Land Hessen getroffen werden. Die Stadt befindet sich diesbezüglich bereits in Gesprächen mit dem Land und Hessen Mobil. Dies ist auch für die Bewältigung der zu erwartenden Kosten wichtig. Die werden auf rund 150 Millionen Euro geschätzt; die Stadt hofft auf eine Beteiligung des Bundes. Wenn alles nach Plan verläuft, will Planungsdezernent Mike Josef (SPD) im ersten Quartal 2020 ein Planfeststellungsverfahren beantragen, 2022 soll Baubeginn sein, für 2028 ist die Fertigstellung anvisiert.
 
5. April 2019
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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