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Verkehr
 

Einhausung der A661

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Herbert Förster: „Es braucht zwingend einen Beschluss des Stadtparlaments“

Foto: Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
Foto: Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
Mit der Planung des Ernst-May-Viertels im Nordosten Frankfurts geht möglicherweise auch die Einhausung der Bundesautobahn A661 einher. Doch die Koalition wird sich nicht einig – und riskiert damit zusätzliche Baustellen und Kosten.
Die Stadt möchte den Nordosten Frankfurts lebenswerter gestalten. Im neuen Ernst-May-Viertel gelegen zwischen Bornheim und Seckbach, sollen bis 2018 rund 4000 neue Wohnungen entstehen. 30 Prozent davon sind als geförderter Wohnungsbau geplant. Mit der Quartier-Planung geht möglicherweise auch die Einhausung der Bundesautobahn A661 einher. Die Einhausung sei eine „wesentliche Maßnahme zur Reduktion des Verkehrslärmes und zugleich Voraussetzung zur Umsetzung der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenplanung“, heißt es vonseiten der Stadt Frankfurt. Neu entstehende Grünflächen sollen den Bewohnerinnen und Bewohnern des neuen Ernst-May-Viertels, aber auch der umliegenden Stadtteile, ausreichend Naherholung und eine verbesserte Luftqualität bieten.

So weit, so sinnvoll. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Die Stadt möchte die A661 zwar einhausen, Platz wäre dort beispielsweise für Sportplätze, zunächst muss aber festgelegt werden, auf wie viele Spuren die Bundesautobahn ausgebaut werden soll. Der Bund sieht im „Bundesverkehrswegeplan 2030“ langfristig einen Ausbau auf sechs Spuren vor – das Land Hessen plant aber nur vier Spuren. Sollte das Stadtparlament nicht bis zum Herbst einen Beschluss bezüglich der Einhausung fällen, würde Hessen Mobil, die Straßen- und Verkehrsmanagementbehörde des Landes Hessen, mit dem vierspurigen Ausbau beginnen. Die Einhausung könnte dann dennoch durchgeführt werden, die Stadt Frankfurt wäre aber bei der Umsetzung an diese Ausbaustufe der Bundesautobahn gebunden.

Es gibt also zwei Szenarien: Die Stadt Frankfurt setzt die Einhausung um und nimmt in Kauf, dass in einigen Jahren alles wieder abgerissen und neu gebaut – oder zumindest massiv umgebaut – werden könnte, sollte das Bundesverkehrsministerium die Vergrößerung der A661 auf sechs Spuren tatsächlich umsetzen. Oder die Einhausung kommt erst, wenn der Bund die Autobahn auf sechs Spuren ausbaut. Das würde jedoch eine weitere Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner in den Stadtteilen Riederwald, Seckbach und Bornheim bedeuten. Ausgehend davon, dass der Beschluss zum vierspurigen Ausbau aus dem Jahr 1980 stammt und entsprechend nicht den Anforderungen des schon im Jahr 2019 herrschenden Verkehrsaufkommen gerecht wird, ist der zukünftige Ausbau auf sechs Spuren mehr als wahrscheinlich. Fällen die Stadtverordneten jedoch rechtzeitig eine Entscheidung, könnte von vornherein auf sechs Spuren geplant werden.

So sieht es zumindest die Fraktion DIE FRAKTION im Stadtparlament. Der Zusammenschluss aus der Piratenpartei, den Freien Wählern und der PARTEI, fordert daher in einem Antrag, dass die Stadtverordnetenversammlung zeitnah, vor Baubeginn durch Hessen Mobil, einen Beschluss fasst, der die Bündelung der Bauvorhaben von Stadt, Land und Bund erwirken könnte. Baute man die Bundesautobahn von vornherein sechsspurig aus, ließen sich mögliche Abriss- und Neubaumaßnahmen in der Zukunft vermeiden. „In Frankfurt herrscht der politische Wille, dass eine Einhausung angesichts des leiblichen Wohles der Bürgerinnen und Bürger kommen muss“, sagt Herbert Förster, planungspolitischer Sprecher der FRAKTION. Für Förster liegen dabei die Sachargumente bei der Stadt Frankfurt: „Mit ein wenig Weitsicht und gesundem Menschenverstand kann hier eine nachhaltige Verkehrs- und Stadtentwicklung der Stadt Frankfurt am Main vorangetrieben werden. Dafür brauch es aber zwingend einen Beschluss des Stadtparlaments. Und das nicht erst, wenn es zu spät ist.“ So müsse die Koalition ihren Streit in der Frage der Einhausung so schnell wie möglich beiseite legen. Nun liegt es an den Stadtverordneten tatsächlichen Entscheidungswillen zu zeigen und überflüssige Baustellen zu vermeiden.
13. Februar 2019
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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