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E-Autos: Gespräch mit Leon Eberling
 

E-Autos: Gespräch mit Leon Eberling

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„2020 markiert einen Wendepunkt in der Elektromobilität“

Foto: srp
Foto: srp
Leon Eberling leitet seit Mai 2019 den Elektromobilitäts-Bereich des Frankfurter Familienunternehmens Elektro Ehinger. Mit dem JOURNAL FRANKFURT hat er über die Vorteile von E-Autos, den Frankfurter Verkehr und sein Traumauto der Zukunft gesprochen.
JOURNAL FRANKFURT: Der Druck auf die Bundesregierung und Automobilindustrie wird immer größer und der Ausbau von Ladeinfrastrukturen und modernen Mobilitätskonzepten immer wichtiger. Seit wann ist E-Mobilität ein wichtiges Thema für Ihr Unternehmen?
Leon Eberling: Bei Elektro Ehinger haben wir die Elektromobilität und die damit verbundene Infrastruktur bereits seit 2013 auf dem Schirm – also schon weit vor Bekanntwerden des VW-Diesel Abgasskandals und dem allgegenwärtigen Bewusstsein für den Klimawandel. Wir haben damals schon unsere erste Ladesäule in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs errichtet. Seitdem spüren wir ein wachsendes Interesse an unseren Beratungen und Dienstleistungen. Neue Elektroautos werden zunehmend attraktiver und günstiger, sodass sich Bürgerinnen und Bürger auch mit mittlerem Einkommen immer häufiger überlegen, sich in Zukunft ein Elektroauto zuzulegen.

Wer nimmt Ihre Beratung überwiegend in Anspruch?
Wer sich ein Elektroauto zulegt, braucht auch Zugriff auf Elektroladestellen. Der Irrglaube, dass E-Autos über die herkömmliche Steckdose zu laden seien, ist weit verbreitet und falsch. Der richtige Weg hat mit individueller Beratung vor Ort zu tun. Hauptsächlich beraten wir Privatpersonen, die sich am Haus oder in der Garage eine Wallbox (Wandladestation für den Privathaushalt; Anm. d. Red.) installieren wollen. Aber auch Firmen und Unternehmen wenden sich zunehmend an uns, die auch durch finanzielle Unterstützung von der Bundesregierung Teile ihrer Flotten auf Elektrofahrzeuge umwandeln, was gerade im Stadtverkehr sinnvoll sein kann.

Noch sind Elektroautos nicht in jedem Privathaushalt angekommen. Welche Vorteile bietet die Umstellung auf ein E-Auto denn konkret?
Noch ist die Skepsis gegenüber Elektrofahrzeugen teilweise groß. Doch unter denjenigen, die schon mal ein E-Auto gefahren sind, hört man oft: Ich will kein anderes Auto mehr fahren. Es ist ein angenehmes Fahrgefühl, ein bisschen wie Auto-Scooter und an der Ampel zieht man jedem Porsche davon. Zudem fährt man in der Stadt emissionsfrei, der Motor ist erstaunlich leise und man stößt keinerlei giftige Abgase aus. Man spart auch einiges an Geld, weil die Stromkosten bei weitem nicht so hoch sind wie das herkömmliche Tanken. Ein weiterer großer Vorteil ist die so genannte Rekuperation, also die Rückgewinnung der Bremsenergie. Beim Bremsvorgang mit einem Elektroauto lädt sich die Batterie immer wieder auf, wodurch das Fahren noch effizienter wird. Außerdem ist dadurch der Verschleiß der Bremsen und anderer Bauteile sehr gering, wodurch sich über die Jahre eine Menge Geld sparen lässt.

Deutschlandweit gibt es bereits Tausende Ladepunkte. Wie sieht die Infrastruktur in Frankfurt aus?
Frankfurt ist ein schwieriges Pflaster, wenn es um Verkehr und Elektroladesäulen geht. Die öffentlichen Ladepunkte, die vom Netzbetreiber – zum Beispiel von der Mainova AG – bereitgestellt werden, sind in Ordnung. Doch was uns immer wieder begegnet, sind uneinsichtige Mitbürgerinnen und Mitbürger, die mit ihren konventionellen PKWs die vorgesehenen Elektroladeplätze zuparken. Auf denen darf nämlich nur während des Ladevorgangs geparkt werden. In Frankfurt wird nicht so konsequent abgeschleppt, das Ordnungsamt hinkt hinterher, wobei es an der Umsetzung von Strafen hapert. Das Problem bekommen andere Städte besser hin.

Wie sieht mit der Reichweite der E-Autos aus. Muss ich Angst haben, dass ich plötzlich unterwegs liegenbleibe, weil keine Ladestation in der Nähe ist?
Die Sorge um die Reichweite der Fahrzeuge ist das Hauptthema, wenn es um E-Mobilität geht. Man muss wissen, dass die durchschnittliche tägliche Fahrleistung in Deutschland weniger als 40 Kilometer beträgt. 80 Prozent der täglich zurückgelegten Fahrten in Deutschland betragen weniger als 50 Kilometer – 90 Prozent der täglichen Fahrten weniger als 100 Kilometer. Die modernen E-Autos können diese Strecken problemlos bewältigen. Trotzdem ist die Sorge verbreitet, dass das Auto auf der Strecke liegen bleibt. Sogenannte Schnell-Elektroladestationen sind an Autobahnraststätten vorhanden und werden derzeit stetig ausgebaut. An diesen „Schnelladern“ ist das Aufladen der Batterie auf 80 Prozent in knapp 20 Minuten möglich. Bei Stadtfahrten muss man sich keine Sorgen machen und bei längeren Autostrecken muss man die Strecke etwas besser planen, wobei das Navigationssystem bei E-Autos hilft und markiert, an welchen Stellen man eine Ladepause einlegen sollte.

Wie fährt Ihr persönliches Traumauto?
Mein Traumauto wäre ein Plug-In-Hybrid Fahrzeug mit Wasserstoff-Tank. Wasser und Strom gelten als Zutaten einer klimafreundlichen Energiewende: So können kurze Strecken mit der Batterie zurückgelegt werden und längere Fahrten über Wasserstoff. Doch aktuell verliert man bei der Umwandlung von Wasserstoff in Strom noch relativ viel an Energie und die Kosten sind verhältnismäßig hoch. Es fehlt noch an einer ausgefeilten Wasserstoff Infrastruktur. Doch auch der Blick zurück auf die Preise von Batterien in Elektroautos zeigt, dass diese heute nur noch rund 25 Prozent davon kosten, was die Batterien im Jahr 2013 gekostet haben. Wir sind am Anfang einer neuen Technologie, wobei vieles mit der Entwicklung der Batterietechnologie zu tun hat. Ich bin mir sicher, 2020 markiert einen Wendepunkt in der Elektromobilität, weil immer mehr Automobilhersteller klimafreundliche Fahrzeuge auf den Markt bringen, die Kundinnen und Kunden akzeptieren.


Leon Eberling ist 24 Jahre alt und hat Wirtschaftsingenieurwesen in Darmstadt studiert. Bei der Verwirklichung von massentauglichen Elektrofahrzeugen werden sein Gewerbe und der Ausbau von Elektroladeinfrastrukturen immer wichtiger. Während Elektro Ehinger 2013 etwa eine Säule in mehreren Monaten verbaut hat, werden aktuell mehrere Säulen monatlich errichtet. Von den rund 30 Fahrzeugen, die sie betreiben, fahren mittlerweile sechs elektrisch. Das 1906 gegründete Unternehmen wird aktuell in vierter Generation familiengeführt geleitet.
 
23. Dezember 2019, 10.26 Uhr
Sheera Plawner
 
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Leser-Kommentare

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Uwe Looschen am 24.12.2019, 09:17 Uhr:
Lieber Herr Szymanski, ich muß Ihnen widersprechen. Ein Stromer ist beim anfahren schneller als ein Porsche. Zwar nur die ersten Meter, aber es ist Fakt. Denn der Antrieb und die Kraft wird umgehend auf die Straße gebracht. Daher ist die Anfahrt unheimlich rasant. Bevor Sie es nicht selbst ausprobiert haben, nicht immer dagegen sein.
Es gibt aber ein wesentlich größeres Problem, warum die eAutos nicht aus den Pushen kommen. Dies liegt an dem Bundesjustizministerium, was von der SPD geführt wird. Die SPD weigert sich seit Jahren sehr, sehr hartnäckig, das WEG-Recht zu ändern. Denn hier ist festgelegt, dass Stromtankstellen in Gemeinschaftsgaragen nur mit einstimmigen Beschluß eingebaut werden dürfen. Da ei eAuto im wesentlichen ein Stadtauto ist, würden sich viele so ein Auto anschaffen. Aber sie dürfen auf ihrem eigenen TG-Platz keine Ladesäule einbauen. Warum? Weil die SPD dies mit allen Mitteln versucht zu verhindern. Das ist der eigentliche Skandal und ein großer Hemmschuh, dass sich die Bewohner keine eAutos kaufen. Aber es hört sich immer besser an, eAutos haben zu wollen als etwas hierfür zu tun. Man kann diese Art der Verweigerung etwas für die Umwelt zu tun, nicht oft genug ansprechen.
 
Thomas Szymanski am 23.12.2019, 17:09 Uhr:
"So ein Blödsinn, sehr verehrter Ingenieur, habe ich noch nicht gelesen, schneller wie ein Porsche, usw. Es gibt noch viel zu tun, damit Elektroautos wirklich lange Strecken fahren können. - Auch ist es nicht so billig, wie behauptet. Außerdem, so zeigt die Entwicklung in China, kommt man dort jetzt mehr und mehr von den E-Autos ab, als einzige "Wunderlösung"! - Thomas Szymanski, Frankfurter Puppenspieler
 
 
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