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Keep calm and do burpees! #freeletics
 

Keep calm and do burpees! #freeletics

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"Sport sollte vor allem Spaß machen"

Foto: Fraport Skyliners
Foto: Fraport Skyliners
Freeletics ist ein Sport, der einen an seine Grenzen bringen kann. Im Gespräch mit unserer Kunstredakteurin klärt Dennis Wellm, Athletiktrainer der Fraport Skyliners, über gesundheitliche Risiken auf.
Journal Frankfurt: Herr Wellm, Freeletics steht für ein hochintensives Training mit dem eigenen Körpergewicht. Trainiert wird in der Regel nach einem Online-Coach, der einem abhängig von verschiedenen Daten einen 15-wöchigen Plan mit verschiedenen Workouts zusammenstellt. Was halten Sie von dieser Art, Sport zu treiben und worauf sollten gerade Anfänger achten?
Dennis Wellm: Grundsätzlich muss gesagt werden, dass man nicht einfach so anfangen sollte. Im Gegenteil: Bei regelmäßigem Sport findet ein Wandel mit dem Körper statt, deshalb ist es wichtig, zunächst herauszufinden, was der Körper eigentlich braucht. „Ich fange an und finde es super, aber bin mir nicht bewusst, ob mir das gut tut“: Das funktioniert nicht. Man darf nicht unterschätzen, was man alles schädigen kann, wenn man unkontrolliert Sport treibt. Außerdem ist es enorm wichtig, die richtige Ausführung zu beachten. Wenn man keinen Trainer neben sich stehen hat, der aufpasst, macht man schnell etwas falsch und das kann schwerwiegende Auswirkungen haben.

Was empfehlen Sie konkret, bevor man einen Sport wie Freeletics beginnt?
Man sollte ganz klar vorher zum Arzt gehen und sich von einem Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftler beraten lassen. Ratschläge, die man im Internet bekommt, mögen gut gemeint sein, sind aber nutzlos und nicht auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtet. Je nachdem, wie der Körper gebaut ist, kann man viel falsch machen. Das Orthopädische Assessment sowie eine Analyse der Bewegungsqualität sind hier von großer Bedeutung: Damit lässt sich sicher herausfinden, wie der eigene Bewegungsapparat aufgebaut ist, was er braucht und was er leisten kann.

Wie oft durchlaufen Ihre Spieler solche Kontrollen?
Zu Beginn jeder Saison gibt es ausführliche Kontrollen durch die Ärzte und im Verlauf der Saison führe ich selbst regelmäßige Kontrollen durch.

Wie reagiert man angemessen bei Beschwerden? Immer gleich zum Arzt oder erst einmal abwarten?
Wenn der Körper sich meldet, ist es eigentlich schon zu spät, da das ein Zeichen dafür ist, dass bereits Struktur geschädigt ist. Auf diesem Weg macht man sich alles kaputt. Ich kann nur immer wieder sagen, dass man vor Beginn Kontrollen durchführen sollte, um Schäden zu verhindern.

Gilt das auch für Muskelkater? Gerade in den vielen Freeletics-Facebook-Gruppen brüsten sich immer wieder einige Sportler, die eigentlich schon länger trainieren, mit ihrem „brutalen Muskelkater“. Ist das erstrebenswert?
Grundsätzlich ist auch Muskelkater eine Schädigung von Struktur. Hin und wieder Muskelkater zu haben, ist nicht schlecht und darf vorkommen, da es auch zeigt, dass eine Anpassung stattfindet. Langfristig ist immer wieder auftretender Muskelkater jedoch schädlich und ein Hinweis dafür, dass man etwas falsch macht. Da steckt in der Regel auch eine falsche Motivation hinter. Gerade bei Sportarten wie Freeletics oder Crossfit pushen sich die Jungs ja auch gegenseitig: Keiner möchte aufgeben, keiner will schwach wirken. Es sollte jedoch immer darum gehen, so viel Bewegungsqualität wie möglich zu erhalten und immer mit der richtigen Technik zu trainieren. Ganz nach dem Prinzip: technisches Versagen vor muskulärem Versagen.

Einige der Athleten werden an dieser Stelle sicher dagegen halten, dass man ja trotzdem Effekte, zum Beispiel einen Sixpack, sieht.
Die Frage ist ja, was man haben möchte: Einfach nur ein Sixpack oder einen gesunden, leistungsstarken Körper? Nur weil ein Körper mit Muskeln bepackt ist, heißt das noch lange nicht, dass er gesund ist und viel leisten kann.

In Ihrem Verein trainieren auch Jugendliche. In der Vergangenheit gab es bei Freeletics häufiger die Diskussion, ob dieser Sport für junge Menschen, die sich noch im Wachstum befinden, geeignet ist. Wie beurteilen Sie das und wie betreuen Sie Ihre jugendlichen Athleten?
Gerade bei Jugendlichen wird es häufig bagatellisiert, welche Auswirkungen intensiver Sport haben kann. Gerade im Wachstum ist die korrekte Ausführung sehr wichtig. Falsches Training kann später, auch wenn das überspitzt klingt, zu regelrechten Deformierungen führen. Wir achten bei den Jugendlichen sehr darauf, wie sie trainieren und was sie leisten können. Regelmäßige Kontrollen durch einen Arzt gehören unbedingt dazu.

Alle 15 Wochen gibt der Freeletics-Coach eine sogenannte „Hell-Week“ vor. Das bedeutet sieben aufeinanderfolgende Tage Training mit je zwei Workouts. Ist es sinnvoll, regelmäßig den Körper so auf Hochtouren zu bringen und wie wichtig sind Ruhephasen?
Ruhephasen sind für den Körper lebensnotwendig. Das Sprichwort „Lernen im Schlaf“ kommt nicht von ungefähr: Im Schlaf werden Reize verarbeitet, so sinkt das Verletzungsrisiko. Fehlen die regelmäßigen Ruhepausen, steigt also auch die Verletzungsgefahr. Wenn der Körper keine Möglichkeit hat, die Reize zu verarbeiten, hat die Struktur keine Möglichkeit, sich zu regenerieren und sich anzupassen. Außerdem soll man sich ja auch nicht quälen, der Sport sollte vor allem Spaß machen.

Zusammenfassend: Was empfehlen Sie motivierten Sportlern, die Erfolg mit ihrem Training haben möchten?
Erst einmal sollte man sich professionellen Rat suchen und ein orthopädisches Assessment durchlaufen, um herauszufinden was der Körper braucht und um eventuelle Schwachstellen bearbeiten zu können. Eine genaue technische Ausführung der Übungen ist wichtig, ebenso wie ausreichende Pausen. Und gerade am Anfang sollte man nicht zu viel von sich erwarten. Mit kleinen Schritten anfangen, sich langsam und stetig steigern und auch mal ins Schwitzen kommen, aber sich nicht quälen und nie den Spaß außer Acht lassen.

>> Dennis Wellm (Foto), Jahrgang 1983, ist seit 2012 hauptamtlicher Athletiktrainer des Basketballvereins Fraport Skyliners. Vor seiner Beschäftigung bei dem Bundesligisten war er für die athletische Betreuung bei den Gloria Giants Düsseldorf verantwortlich. Dennis Wellm studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln mit den Schwerpunkten Rehabilitation und Prävention.

Tipps zu der richtigen Ernährung durch die Expertin Marina Mohr finden Sie hier. Und hier gibt es alle bisherigen Teile der Freeletics-Kolumne.
 
13. Januar 2015, 11.12 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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Fotogalerie: Training bei den Skyliners
 

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