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FFC-MSV 0:0

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Keine Bescherung

Foto: Detlef Kinsler
Foto: Detlef Kinsler
Mit einer Nullnummer schloss der 1. FFC Frankfurt die Vorrunde der Frauenfußball-Bundesliga ab. Vor die Winterpause hat die Planungslogik der Verbände noch zwei Spiele gesetzt. Am 2. Advent kommt der Branchenprimus VfL Wolfsburg.
Mit einem jovialen „Gude“ begrüßte Gästetrainer Thomas Gerstner die Runde bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Schließlich sei er Wormser und deshalb sei ihm das hessische Idiom nicht fremd und zudem sei er bester Laune, weil sein MSV Duisburg dem 1. FFC Frankfurt ein 0:0 abgetrotzt hatte. „In der ersten Halbzeit haben wir gut dagegengehalten, in der zweiten Hälfte sind wir zusammengebrochen, haben aber Glück gehabt. Ich werde mich aber trotzdem nicht dafür entschuldigen, dass wir heute einen Punkt mit nach Hause nehmen.“ 730 Chancen des FFC hatte der spaßige Coach gesehen, was seinen Kollegen Niko Arnautis dann trotz des Unentschiedens zum Schmunzeln brachte. Ganz so viele seien es dann wohl doch nicht gewesen, meinte er. Viel wesentlicher. Keine der vielen Möglichkeiten vermochte sein Team an Meike Kämper vorbei ins gegnerische Netz zu befördern. Anfangs schwierig in die Partie gekommen, fehlte im zweiten Durchgang die Präzision, was vielleicht – so Arnautis – der englischen Woche geschuldet war. Vielleicht aber auch dem Fehlen wichtiger Spielerinnen, die zuletzt gut harmoniert hatten. Jacky Groenen wird wohl erst wieder im letzten Spiel 2018 gegen Hoffenheim auflaufen können; die Schweizerin Géraldine Reuteler musste kurzfristig passen. Durchaus ein Handicap.



© Detlef Kinsler

Der FFC begann zwar – wie zuletzt schon öfters – offensiv und aggressiv, der Einsatz der Frankfurterinnen zeigte sich nicht nur darin, dass Pawollek sogar noch im Liegen Bälle zu verwerten suchte. Und dennoch: der MSV hielt dagegen. Attraktiver wurde das Match dadurch nicht. Auf und Ab, Hin und Her – so richtig Fluss kam bei keiner der beiden Mannschaften ins Spiel. Bei den Duisburgerinnen wirkte es manchmal wie Kick’n’rush, die Frankfurterinnen waren den Kolleginnen technisch weit überlegen, hier mal eine schöne Ballstafette, da ein Weiterleiten mit der Ferse – aber unabhängig von der unterschiedlichen Qualität fehlte es auf beiden Seiten an Kreativität und Effektivität. Nur wer war hier Gast, wer Gastgeber? Hatte am Ende der MSV mehr Freistöße und Ecken und war damit dem ersten Tor näher in der ersten Halbzeit? Effektiv jedenfalls war die Abwehr des MSV. Auch wenn es einem widerstrebt es so zu schreiben (da fehlt es nach wie vor an einer passenden Sprachreglung für den Frauenfußball) – das FFC-Offensivpersonal wurde im Straf- und Torraum in Manndeckung genommen und gerade Freigang konnte sich über mangelnden Körperkontakt nicht beschweren. Da hätte sie sicher gerne drauf verzichtet.



© Detlef Kinsler

Wer weiß, ob die Duisburgerinnen eingebrochen wären, wenn Laura Feiersinger ihren Alleingang aufs Tor kurz nach dem Pausentee mit einem Tor abgeschlossen hätte. Von drei Gegenspielerinnen umringt kam sie aus der Drehung noch zum Abschluss. Im Gegenzug gelang fast dem MSV das Tor. Wenig später scheiterte Freigang zwei Mal aussichtsreich, dann vergab Aschauer. Inzwischen hatten die Assistentinnen ihre Leidenschaft entdeckt, die Frankfurterinnen ins Abseits laufen zu sehen. In den meisten Fällen schwer nachzuvollziehen, warum Nadine Westerhoff den FFC so oft zurückpfiff. Sollte man sich überhaupt noch trauen, steil und in die Spitze zu spielen? Zumindest Arnautis ließ sich nicht ins Bockshorn jagen, denn er brachte in der 61. Minute Shekiera Martinez, die immer für Unruhe sorgen kann. Tanja Pawollek hatte zwei Mal Pech mit richtig gut geschossenen Freistößen. Den Willen, punkten zu wollen, konnte man der Heimmannschaft nun wirklich nicht absprechen. Nur nach einer Ecke von Duisburg konnte das 0:1 gerade eben auf der Torlinie verhindert werden. Uff – das wäre eine schöne Bescherung gewesen. In der Nachspielzeit hätten sich die Frankfurterinnen doch noch beschenken können. Nach einer Ecke konnte Martinez einen satten Schuss aus der Drehung ansetzen, der krachend die Oberkante der Latte traf. Bei der U 17 hatte sie gerade noch getroffen. „Auch bei uns wird der Knoten bei ihr bald platzen“, ist sich Niko Arnautis sicher.
6. Dezember 2018
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
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