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Foto: Detlef Kinsler
Foto: Detlef Kinsler

Eintracht Frankfurt-Bayern München 3:2

Einfach unbeschreiblich

Eintracht-Trainer Niko Arnautis brachte es nach dem Sieg gegen Bayern München auf den Punkt: „Es war ein Wahnsinnsspiel. Diejenigen, die heute im Stadion waren, haben ein herausragendes Fußballspiel gesehen, in dem es hin und her ging.“
Eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebten die Fans der Eintracht Frankfurt-Frauen beim Spiel gegen den FC Bayern in den letzten zehn Minuten. Bis zur 80. stand es 1:0, dann drehten die Münchnerinnen innerhalb von drei Minuten durch zwei Tore der eingewechselten Maximiliane Rall das Spiel. Doch die SGE tat es den Gegnerinnen gleich und kam nach dem Rückstand zurück, erzwang nicht nur den Ausgleich durch Laura Freigang in der 89. Minute, sondern sicherte eine Minute später durch den Treffer von Sjoeke Nüsken noch den 3:2-Sieg. Da gab es auf dem Spielfeld und auf den Tribünen kein Halten mehr. Da Wolfsburg gegen Hoffenheim verlor, steht die Eintracht jetzt auf Platz 3 der Tabelle.

Wegen der Verletzung von Laura Feiersinger musste Niko Arnautis diesmal eine andere Startelf aufbieten, brachte neben Alexandra Johannsdóttir im Mittelfeld auch Verena Hanshaw als linke Verteidigerin ins Spiel. Janina Hechler musste auf der Bank Platz nehmen. Die Frage, ob die Frankfurterinnen gegen die favorisierten Münchnerinnen defensiver agieren würden, konnte man schon nach kurzer Zeit beantworten. Es gab kein vorsichtiges Abtasten, beide Teams gaben sofort Gas und versuchten das Spiel schnell zu machen und die von Laura Freigang auf das Feld geführte Elf machte deutlich, wer im Stadion am Brentanobad zu Hause ist. Über eine halbe Stunde war es ein Spiel auf Augenhöhe, bevor sich die Bayern ein leichtes Übergewicht erspielten. Die meiste Gefahr ging bei den Gästen dabei nicht von der zuletzt hoch gehandelten Lea Schüller aus, sondern von Lineth Beerensteyn, die auf der rechten Außenbahn Hanshaw (die allerdings wie alle Kolleginnen gute Zweikampfwerte in einer konsequent agierenden Abwehr aufwies) ein ums andere Mal entwischte und im Laufduell überlegen war. Wenn die Bayern zum Abschluss kamen, stand im Tor der Eintracht einmal mehr Merle Frohms als sichere Bank.

So gingen die Mannschaften mit einem 0:0 in die Pause, aus der die Adlerträgerinnen Minuten früher wieder aufs Grün zurückkehrten und sich noch mal im Kreis auf die zweite Hälfte einschworen. So hatte Shekiera Martinez nach 120 Sekunden die ersten Chance, die SGE in Führung zu bringen, auf der anderen Seite Linda Dallmann das 0:1 auf dem Fuß. Es entwickelte sich das, was Niko Arnautis später ein herausragendes Fußballspiel nannte, in dem es hin und her ging. Die Eintracht wurde schließlich für viele tolle Ballgewinne und gutes Passspiel in der 67. Minute belohnt als Martinez nach einem Eckball zum 1:0 traf. Nach nur fünf Minuten hätte die Mittelstürmerin beinahe nachlegen können. Arnautis wechselte mit Santos und Mauron zwei frische Kräfte ein. War das das Signal, den knappen Vorsprung zu sichern? Auf der Tribüne skandierten zwei ältere Fans in bester(?) Waldorf und Statler-Manier „Bayern hat heute nichts zu feiern“. Das hätten sie mal besser sein gelassen, denn eine Mannschaft wie Bayern München gibt sich so schnell nicht geschlagen und prompt fiel der Ausgleich durch Maximiliane Rall, die nur drei Minuten mit dem 1:2 das Spiel drehte. Gut möglich, dass da der eine oder andere Pressekollege schon die Überschrift „Bittere Biederlage“ für seinen Spielbericht im Sinn hatte.

Aber auch die Heimmannschaft zeigte Moral und alle im mit 1 720 Zuschauer:innen besetzten Rund spürten: Das Remis wollte man auf alle Fälle noch erzwingen und das gelang vor einem begeisterten Publikum der Kapitänin Laura Freigang. Barbara Dunst trieb das Spiel auch in der Schlussminute noch an und eine ihrer Flanken erreichte Nüsken, die in der 90. Minuten zum umjubelten 3:2 einköpfte. Jetzt galt es noch die ewig lang erscheinende Nachspielzeit zu überstehen. Eine letzte Ausgleich-Chance von Dallmann wurde mit vereinten Kräften verhindert. Der Jubel auf Seiten der Frankfurterinnen kannte keine Grenzen. „Es ist unglaublich, was wir heute geschafft haben. In Rückstand zu geraten und dann gegen so eine Mannschaft nochmal wiederzukommen, ist einfach unbeschreiblich“, brachte Merle Frohms die Freude aller Beteiligten auf den Punkt.
 
18. Oktober 2021, 10.50 Uhr
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
 
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