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20 Jahre Fraport Skyliners
 

20 Jahre Fraport Skyliners

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„Wir haben das Knowhow, Spieler zu entwickeln“

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Die Skyliners feiern in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. Im Interview mit dem JOURNAL FRANKFURT hat Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke über Nachwuchsarbeit, Erfolge und sinkende Budgets gesprochen.
JOURNAL FRANKFURT: Sie haben den Profi-Basketball vor 20 Jahren nach Frankfurt gebracht und hier mit der Lizenz von Rhöndorf einen neuen Standort aufgebaut. Warum haben Sie sich damals für Frankfurt entschieden?

Gunnar Wöbke: Frankfurt suchte einen zweiten Nutzer für die damalige Ballsporthalle, die nicht ausgelastet war. Ein Mitarbeiter des Sportamts hat in der Zeitung gelesen, dass wir darüber nachdenken, umzusiedeln. Er ist auf die Idee gekommen, ob wir vielleicht nach Frankfurt kommen wollen. Das war der wirtschaftlich stärkste Markt in Deutschland und die damals zweitbeste Halle nach der Max-Schmeling-Halle in Berlin.

Schon in der ersten Saison haben die Skyliners den Pokal gewonnen. Waren Sie überrascht, wie schnell der Erfolg kam?

Uns war klar, dass wir an einem Standort wie Frankfurt gleich wettbewerbsfähig sein müssen. Die Stadt und deren Einwohner und Einwohnerinnen haben die Erwartungshaltung, dass ihre Teams sportlich erfolgreich sind und nicht unten in den Ligen herumdümpeln. Dass wir den Pokalsieg gleich in der ersten Saison holen konnten, war natürlich ein Hallo-wir-sind-da-Zeichen.

Der größte Erfolg kam schon 2004: Mit dem Team um Pascal Roller, Tyrone Ellis, Chris Williams und Mario Kasun haben Sie die Dominanz der Seriensieger gebrochen und sind deutscher Meister geworden.

Das war ein tolles Team, unvergessen natürlich MVP Pascal Roller und Chris Williams. Chris war aus meiner Sicht der beste Spieler, der jemals in der Basketball-Bundesliga gespielt hat. Der hat einfach alles dominiert. Wir sind insbesondere wegen der beiden deutscher Meister geworden.

2016 feierten die Skyliners mit dem Triumph im Europe Cup ihren vorerst letzten großen Erfolg.

Damit haben wir alle Titel gewonnen außer der Euroleague, was unser großes sportliches Ziel ist. Sportlich erfolgreich zu sein, ist heute im Topbereich in der Bundesliga allerdings deutlich schwieriger geworden.

Neben dem Aufbau des Profiteams haben Sie von Beginn an auch in die Nachwuchsarbeit investiert. Mit dem Projekt „Basketball macht Schule“ bringen Sie jede Woche Tausende Schulkinder an mehr als 90 Schulen in Bewegung.

Wir haben von Anfang an sehr viel Geld aus unserem Profibudget abgezweigt und in unsere Jugendarbeit gesteckt. Es ist unser Anspruch, dass wir nicht nur versuchen, hier ein Bundesligateam zu haben, sondern auch Basketball für die Menschen in der Region zu spielen. „Basketball macht Schule“ ist wahrscheinlich das breiteste Basketball-Projekt in ganz Europa.

Auch im Leistungsbereich ist der Club erfolgreich: Mit der U  14 durften Sie im Juni über die Deutsche Meisterschaft jubeln, auch die U  16 erreichte das Halbfinale. Ihr Verein gilt als gute Adresse für junge deutsche Spieler. Zählt das sogar mehr als ein weiterer Titel?

Unser Ziel ist es, für Frankfurt die Euro­league zu gewinnen, ambitionierter kann man nicht an den Start gehen. Aber wir machen das nicht auf Teufel komm raus mit Mannschaften, mit denen man sich nicht identifizieren kann. Wir wollen es schaffen mit einem Stamm von Spielern aus der Region und alle eins, zwei Jahre einen Nationalspieler zu entwickeln.

Danilo Barthel, Johannes Voigtmann und zuletzt Isaac Bonga ist von den Skyliners der Sprung zu großen budgetstarken Clubs gelungen.

Es ist natürlich toll, dass Isaac es geschafft hat, in die NBA zu kommen, dass Barthel der mit Abstand beste deutsche Spieler in der Basketball-Bundesliga ist (Anmerkung der Redaktion: beim FC Bayern München) und dass Voigtmann jetzt zum Euro­league-Champion ZSKA Moskau wechselt. Wir haben über die Jahre gezeigt, dass wir das Knowhow haben, Spieler und Mannschaften zu entwickeln. Es ist aber auch ein bisschen frustrierend, dass uns das immer wieder wegbricht und wir die von uns entwickelten Spieler verlieren.

Das ist oft eine Frage des Geldes.

Unser Budget ist im Verhältnis mit den anderen Bundesliga-Standorten deutlich zurückgegangen. Wir sind quasi ausvermarktet und haben fast kein Einnahmepotenzial mehr. Mit einem ähnlichen Budget waren wir mal ganz woanders. Aber die anderen Standorte haben sich durch die neuen Arenen stark entwickelt.

Sie plädieren seit Jahren dafür, dass Frankfurt und die Skyliners ebenfalls eine neue Halle bekommen.

Als wir hierher gekommen sind, war schon klar, dass wir diese moderne Halle brauchen. Den ersten Mietvertrag für die Ballsporthalle haben wir über fünf Jahre geschlossen, mit einer fünfjährigen Verlängerungsoption, falls die neue Arena dann noch nicht da ist. Jetzt gehen wir in die 21. Saison.

Aktuell läuft die Ausschreibung für die Halle am Kaiserlei, für die Sie seit Jahren kämpfen. Seit einigen Wochen ist mit einer Halle am Flughafen aber auch ein anderes Projekt im Gespräch.

Je mehr Leute erkennen, dass es ein lohnendes Geschäft für sie ist, hier in eine Multifunktionsarena zu investieren, umso besser kann das eigentlich nur sein. Wichtig ist, dass sie schnell kommt. Uns rennt die Zeit weg.
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Über Gunnar Wöbke

Gunnar Wöbke, 52, spielte für den Godesberger TV (heute Telekom Baskets Bonn) in der 1. Basketball-Bundesliga und ist Doktor der Ernährungswissenschaften. 1999 gründete er die Frankfurt Skyliners und ist bis heute deren geschäftsführender Gesellschafter.
 
4. September 2019
Nicole Nadine Seliger
 
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