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Fusion von Karstadt und Galeria Kaufhof
 

Fusion von Karstadt und Galeria Kaufhof

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„Die Filialen auf der Zeil werden sich halten“

Foto: Galeria Kaufhof GmbH
Foto: Galeria Kaufhof GmbH
Nachdem verkündet wurde, dass Karstadt und Galeria Kaufhof fusionieren, bangen die Mitarbeiter nun um ihre Jobs und fürchten Filialschließungen. Um die Filialen auf der Zeil müsse man sich nach Expertenmeinung jedoch keine Sorgen machen.
Als „Fusion unter Gleichen“ bezeichnen die Galeria Kaufhof GmbH und die Karstadt Warenhaus GmbH die Entscheidung, sich zur Deutschen Warenhaus AG zusammenzuschließen. Diese Fusion wurde Anfang der Woche nun offiziell bekanntgegeben, wenngleich sie auch mehr als 20 Jahren diskutiert wurde. Beide Unternehmen sehen in diesem Zusammenschluss die Chance, das Einzelhandelsgeschäft im digitalen Zeitalter zukunftsfähig zu machen.

Effizientere Prozesse, ein breiteres Warenangebot, neue Formate im stationären Einzelhandel und leistungsfähige Online-Plattformen werden als Ziele angegeben, um sich im stark umkämpften deutschen und europäischen Einzelhandelsmarkt zu positionieren. „Jetzt beginnt eine Phase, die von harter Arbeit, großen betrieblichen Herausforderungen und fordernden Marktveränderungen geprägt ist“, sagt Stephan Fanderl, CEO von Karstadt Warenhaus. „Gemeinsam können wir nun die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Stärken des Einzelhandels in Innenstadtlagen besser nutzen als jemals zuvor.“

Vielen Mitarbeitern bereitet dieser Zusammenschluss jedoch große Sorgen, denn sie bangen um ihre Jobs. Bisher ist unklar, ob und wie viele Filialen im Zuge der Fusion deutschlandweit schließen müssen. Vor allem auf der Zeil befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander eine Karstadt- und eine Galeria-Kaufhof-Filiale. Zu der Fusion wollten sich die Geschäftsstellen dieser Standorte noch nicht äußern. Gerade diese Nähe zueinander auf der stark genutzten Einkaufsstraße würde im schlimmsten Fall aber bedeuten, dass ein Geschäft schließen müsste.

Joachim Stoll, der Frankfurt im Handelsverband Hessen Süd vertritt, sieht in dieser Fusion jedoch keine Bedrohung für die Zeil-Filialen. „Die Kaufkraft auf der Zeil ist groß genug für zwei Warenhäuser, sofern sie nicht das Gleiche anbieten“, erklärt der Geschäftsführer von koffer24. „Die beiden Warenhäuser müssen unterschiedliche Angebote entwickeln.“ Als Beispiel benennt er die beiden H&M-Geschäfte, die durch ihre differenzierte Auswahl sich beide auf der Zeil etablieren konnten. „Die Filialen auf der Zeil werden sich halten“, bestätigt der Experte. „Jedoch lässt der sinkende Marktanteil der Kaufhäuser in Deutschland darauf schließen, dass es nur wenige Alternativen zur lang diskutierten Fusion gab.“

Zuspruch erfährt der Zusammenschluss auch von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): „Ich unterstütze ein Zukunftskonzept für beide Häuser unter ausdrücklicher Einbeziehung der Betriebsräte und Gewerkschaften und deren Ideen“, so Feldmann, der dieselbe Meinung vertritt wie Stoll. „Die Häuser, das zeigt sich in Frankfurt, haben unterschiedliche Konzepte - gerade darin liegt ihre Stärke und gerade deshalb sollten sie erhalten werden. Wer attraktiven Einzelhandel in der Innenstadt fördern will, der muss in seine Geschäfte ebenso investieren wie in gut ausgebildete Arbeitnehmer. Dass Geld dafür vorhanden ist, zeigt die Transaktion.“
12. September 2018
Martina Schumacher
 
Martina Schumacher
Jahrgang 1991, Studium der Germanistik an der Goethe-Universität, seit 2016 beim Journal Frankfurt – Mehr von Martina Schumacher >>
 
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