Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Politik
Startseite Alle NachrichtenPolitik
Zwischenruf von Thorsten Schäfer-Gümbel
 

Zwischenruf von Thorsten Schäfer-Gümbel

0

Kita-Gebühren sind Bildungsbarrieren

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
„Kitagebühren reißen tiefe Löcher in die Kassen junger Familien", sagt Thorsten Schäfer-Gümbel, Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD in seinem Zwischenruf in der aktuellen JOURNAL-Ausgabe.
Hessische Familien mit Nachwuchs müssen vielerorts tief in die Tasche greifen – vierstellige Beträge sind für Haushalte mit zwei Kindern nicht unüblich. Eltern und Familien waren in den vergangenen Jahren viel zu oft die Verlierer in unserem Steuer- und Abgabensystem. Wir wollen Hessens Familien deshalb mit der Abschaffung der Kitagebühren zu den Gewinnern aus der Reform des Länderfinanzausgleiches machen.

Es gehört zu den Kernüberzeugungen und zentralen Zielen der hessischen SPD, dass beste Bildung und Betreuung für alle jungen Menschen, unabhängig von Geldbeutel und sozialer Herkunft, zur Verfügung stehen müssen. Frühkindliche Bildung ist dabei ein wichtiger Schlüssel zum Bildungserfolg eines Kindes. Gebühren bilden hier eine Zugangsbarriere. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die meisten Kinder, allen voran aber jene aus bildungsfernen Haushalten und solchen, in denen nicht deutsch gesprochen wird, von Angeboten frühkindlicher Bildung profitieren. Gerade diese Gruppe wird jedoch durch Gebühren von der Nutzung von Kitas und Krippen abgeschreckt.

Aber wir wollen gebührenfreie Kitas explizit auch für mittlere und gehobene Einkommen ermöglichen. Bildung muss für alle frei sein: Das gilt von der Kinderkrippe bis zum Hochschulabschluss. Die sozial gerechte Finanzierung freier Bildung soll gesamtgesellschaftlich über ein gerechtes Steuersystem erfolgen.

Hohe Kitagebühren hindern junge Eltern außerdem häufig an einem schnellen beruflichen Wiedereinstieg. Das betrifft zumeist Frauen. Mit der Gebührenabschaffung folgen wir der Empfehlung von Arbeitsmarktexperten, die Hürden für den schnellen beruflichen Wiedereinstieg so niedrig wie möglich zu gestalten und tragen so zur Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt bei.

Die SPD-geführten Städte und Gemeinden in Hessen würden lieber heute als morgen den Besuch von Kindertagesstätten für alle Kinder kostenfrei anbieten, wenn sie vom Land die finanziellen Möglichkeiten dazu erhielten. Die kommunalfeindlichen Kürzungen der CDU-geführten Landesregierungen der letzten Jahre haben aber etliche Kommunen dazu gezwungen, bestehende Gebühren für die Kinderbetreuung stattdessen immer weiter anzuheben. Die geplante Neuregelung des Länderfinanzausgleichs und die dadurch absehbare deutliche Entlastung Hessens ermöglichen es, diese Zukunftsinvestition jetzt – spätestens aber mit Wirksamwerden der Entlastungen im Länderfinanzausgleich ab dem Jahr 2020 – anzugehen.

Das Land Hessen würde damit dem guten Beispiel des SPD-regierten Nachbarlandes Rheinland-Pfalz, ein vorbildliches Bildungs- und Familienland, und einiger hessischer Städten, etwa dem SPD-geführten Baunatal, folgen, wo die Gebührenfreiheit bereits vorbildlich realisiert werden konnte.
 
25. Januar 2016, 16.54 Uhr
Thorsten Schäfer-Gümbel
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Politik
 
 
Die noch junge paneuropäische Partei Volt möchte ins Frankfurter Stadtparlament. Spitzenkandidatin Eileen O'Sullivan hat klare Vorstellungen von der Kommunalpolitik der Zukunft. Ein Gespräch über Visionen, Populismus und den Wandel der deutschen Politik. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: Dirk Ostermeier
 
 
Verfassungsschutz: Einstufung als Verdachtsfall
2
AfD bundesweit unter Beobachtung
Die AfD wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Das geht aus mehreren übereinstimmenden Medienberichten hervor. Demnach habe das Bundesamt die Partei Ende Februar als „Verdachtsfall“ eingestuft. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: JOURNAL FRANKFURT
 
 
Kommunalwahl 2021
0
Was wollen die Römer?
Am 14. März werden in Frankfurt drei Gremien gewählt, unter anderem die Stadtverordnetenversammlung. Wir haben die Spitzenkandidat:innen der fünf demokratischen Parteien, die derzeit die meisten Sitze im Parlament halten, nach ihren Zielen und Visionen gefragt. – Weiterlesen >>
Text: Laura Oehl/Sina Eichhorn / Foto: red
 
 
 
Auf dem Online-Parteitag der Linken wurde die Frankfurterin Janine Wissler zur Bundesvorsitzenden gewählt. Mit Susanne Hennig-Wellsow bildet sie die erste weibliche Doppelspitze der Partei. Die Glückwünsche der CDU sorgten derweil für einen Eklat am Rande. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: Dirk Ostermeier
 
 
In knapp drei Wochen wird in Hessen gewählt. In Frankfurt greifen in diesem Jahr viele Wahlberechtigte auf die Stimmabgabe per Brief zurück. Im Vergleich zur letzten Wahl haben schon jetzt vier Mal so viele Menschen Briefwahl beantragt. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: Symbolbild © Unsplash/Bianca Ackermann
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  208