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Zwischenruf von Sarah Sorge
 

Zwischenruf von Sarah Sorge

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„Respekt. Stoppt Sexismus“

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
"Wir brauchen endlich eine Reform des Sexualstrafrechts", fordert Bildungs- und Frauendezernentin Sarah Sorge (Grüne) in ihrem Zwischenruf in der aktuellen JOURNAL-Ausgabe.
Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht haben mich schockiert und wütend gemacht. Wir müssen Frauen endlich besser vor sexueller Gewalt zu schützen. Wir brauchen eine Debatte, aber ohne Populismus und rassistische Stereotype. Fakt ist: Sexuelle Gewalt gibt es überall, in allen Schichten, Altersgruppen, Herkunftsmilieus. Und Sexismus und Rassismus haben den gleichen Nährboden. Beides hat mit fehlendem Respekt zu tun, mit fehlender Achtung vor Menschen. Einer rassistischen Vereinnahmung des frauenpolitischen Kampfs müssen wir eine klare Abfuhr erteilen! Sexismus ist nicht das Problem der „Anderen“, „Dunkleren“, „Fremderen“, sondern – leider - integraler Bestandteil unserer Gesellschaft.

Andererseits gehört zur differenzierten Debatte auch dazu, dass das Frauenbild in vielen Herkunftsländern der Geflüchteten ein anderes ist als bei uns. Die Gesellschaften sind patriarchaler, Frauen haben weniger Rechte, werden als Besitz des Mannes gesehen. Insofern hat das Thema Gewalt gegen Frauen auch etwas mit Zuwanderung zu tun. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir das nicht aussprechen – im Gegenteil, wenn wir das verschweigen, spielen wir den Populisten in die Hände.

Frauen haben die gleichen Rechte in Deutschland – ob verschleiert oder im Minirock. Das müssen wir klar benennen und einfordern. Wir müssen diese Werte aber auch ganz klar leben! Und genau da hat die deutsche Gesellschaft auch noch eine ganze Strecke vor sich. Die Vergewaltigung in der Ehe ist in Deutschland erst seit 1997 strafbar, vor 20 Jahren durften Frauen hier per Gesetz vom eigenen Mann vergewaltigt werden. Unser erstes Ziel muss sein, Frauen vor sexueller Gewalt zu schützen.

Studien belegen, dass jede siebte Frau in Deutschland Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung erleben musste. Die Rechtslage ist aber so: Wenn eine Frau bei einer Vergewaltigung keinen Widerstand leistet, etwa weil sie Angst hat, handelt es sich nicht um Vergewaltigung. Wie widerlich die Rechtslage ist, kann man in einer erschreckenden Fallanalyse des Bundesverbands der Frauennotrufe nachlesen. Für die sexuellen Übergriffe in Köln und Frankfurt gilt ebenso: die Täter bleiben straflos, weil sie die Frauen im Gedränge überrumpeln, sie sich so schnell nicht zu Wehr setzen können und damit keine sexuelle Nötigung vorliegt. Spätestens nach der Silvesternacht muss klar sein: das kann so nicht bleiben. Wir brauchen endlich eine konsequente Reform des Sexualstrafrechts!
Ich wünsche mir, dass diese Übergriffe die gesamte Gesellschaft aufgerüttelt haben. Gehen Sie alle in Verantwortung und Solidarität. Gelegenheit dazu ist am 13. Februar um 15 Uhr an der Hauptwache, beim „V-Day“, einem Internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen.
 
10. Februar 2016, 13.32 Uhr
Sarah Sorge
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Tobías Rûger am 12.2.2016, 03:47 Uhr:
'Vergewaltigung in der Ehe...' Was haben denn die Silvester-Übergriffe damit zu tun? Die fanden in der Öffentichleit, nicht im von Zeugnisverweigerungsrecht usw. ummantelten Privatraum statt. Hallöchen, Frau Sorge, welche Nebelkerze denken Sie, hier zu zünden?
 
Karin Stolz am 11.2.2016, 15:59 Uhr:
Sexualstraftaten sind in der Tat Bestandteil ALLER Gesellschaften auf unserem Planeten - und werden keineswegs durch Flüchtlingsströme verbreitet. Wir brauchen dringend eine Verschärfung des Sexualstrafrechtes. Wer jemals einen Vergewaltigungsprozess erlebt hat, fragt sich, WER auf der Anklagebank sitzt - gefühlt ist es das Opfer. Schnelle Prozesse und harte Strafen sind ein richtiges Signal - ohne Rücksicht auf Herkunft, Bildung und Religion. Wer Sexualstraftaten begeht, missachtet das Recht auf Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit - Bestandteil unserer Werteordnung.
Hasstiraden gegen Menschen, die vor Krieg, Hunger und Perspektivlosigkeit helfen an dieser Stelle nicht weiter, sondern sind in meinen Augen Ausdruck von Hilflosigkeit und Angst. Der kann man begegnen - in der direkten Begegnung, im Gespräch mit den Menschen, die hoffen, hier Zuflucht zu finden und unsere Gesellschaft reicher und bunter machen.
 
Nix Nullinger am 11.2.2016, 13:55 Uhr:
Die sexuellen Übergriffe sind eine Folge des Massenzustroms junger Männer aus einem Kulturkreis mit archaischem Frauenbild. Wir brauchen keine Verschärfung des Sexualstrafrechts, sondern schlicht die Einhaltung des Grund-, Asyl- und Aufenthaltsgesetzes und damit die Schließung der illegal geöffneten Grenzen.
 
 
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