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Ulf Homeyer im Gespräch
 

Ulf Homeyer im Gespräch

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"Der freiwillige Polizeidienst sollte ausgebaut werden"

Am Samstag wählt die Frankfurter CDU ihren Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis 183. Gleich drei Kandidaten bewerben sich um den Posten. Wir haben mit einem von ihnen, Ulf Homeyer, gesprochen.
Journal Frankfurt: Herr Homeyer, am Samstag treten Sie gegen Frau Steinbach und Herrn Dürbeck an. Beides lebenserfahrene Politiker. Wie schätzen Sie denn Ihre Chancen ein, Direktkandidat der CDU für den Bundestagswahlkampf zu werden?
Ulf Homeyer: Wenn ich von den Rückmeldungen ausgehe, die mir angetragen worden sind, bin ich sehr optimistisch.

Kritiker bezeichnen Sie als unerfahren.

Das Alter wird häufig genannt, um meine angeblich mangelnde Lebens- und Berufserfahrung in den Vordergrund zu rücken. Dem kann ich nur entgegnen, dass ich seit zehn Jahren arbeite. Ich habe eine Banklehre gemacht und dann neben dem Beruf studiert. Ich habe Politik betrieben und sogar noch Zeit für ein Privatleben gehabt. Also relativ viele Dinge gleichzeitig gemacht und die auch ganz gut gemeistert. Und was die Lebenserfahrung angeht, kann ich nur auf meine Vita verweisen. Ich bin sowohl in den USA als auch in Saudi-Arabien, einem der strengsten islamischen Länder der Welt, aufgewachsen. Ich bin mit 16 Jahren alleine nach Deutschland zurückgekommen, stand fortan auf eigenen Beinen. Ich glaube, mehr Verantwortung kann man in jungen Jahren nicht übernehmen.

Die Junge Union wissen Sie hinter sich, der Bezirksverband Sachsenhausen hat sich ebenfalls für Sie ausgesprochen. Sonst sieht es noch etwas dünn aus. Wird das reichen?
Ich war in den meisten Stadtbezirksverbänden, um mich vorzustellen. Danach kamen Vorstandsmitglieder persönlich auf mich zu, und haben mir ihre Unterstützung zugesagt.

Frau Steinbach ist seit über 20 Jahren Abgeordnete, als Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen genießt sie europaweite Aufmerksamkeit. Ist sie damit die größere Konkurrenz als Lokalmatador Dürbeck?

Natürlich ist Frau Steinbach allein wegen ihres Bekanntheitsgrades eine starke Mitbewerberin, aber ich glaube auch, dass Herr Dürbeck nicht zu unterschätzen ist. Jetzt liegt es an den Delegierten.

Frau Steinbach wird vorgeworfen, sie sei zu selten in ihrem Wahlkreis.
Ich habe von diesem Vorwurf gehört. Ich kann dazu nur sagen: Mein Anspruch an das Amt eines Bundestagsabgeordneten ist, dass die Arbeit zwar in Berlin stattfindet, der Arbeitsplatz aber eben auch in der Heimat ist, im Wahlkreis. Ich glaube, man kann erwarten, dass sich ein Politiker vor Ort zeigt. Nicht nur in der Partei, sondern auch gegenüber den Wählerinnen und Wählern. So würde ich, sofern ich denn nominiert werde und die Wahl gewinne, auch verfahren.

Frau Steinbach gilt als Rechtsaußen der CDU, auch durch ihre Arbeit beim Bund der Vertriebenen. Wollen Sie politisch einen anderen Akzent setzen?
Ich bezeichne mich selbst als konservativ. Meine thematischen Schwerpunkte liegen bedingt durch meine berufliche Ausbildung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Das ist das Ressort, das ich auch im Landesvorstand der Jungen Union betreue. Innerhalb der CDU habe ich bereits Akzente gesetzt, die das deutlich machen. Daneben halte ich aber auch die Sicherheitspolitik für wichtig. Gerne würde ich in den entsprechenden Ausschüssen im Bundestag mitarbeiten. Als Bundestagsabgeordneter kann man auch zu lokalpolitischen Themen Stellung beziehen, einfach kraft Amtes. Auch das sehe ich als Aufgabe eines Abgeordneten.


Sie haben die Sicherheitspolitik erwähnt, jahrelang ein Wahlkampfschlager der CDU. Glauben Sie, dass das in Zeiten sinkender Kriminalitätsraten noch einen Wähler hinter dem Ofen hervorlockt?
Das Thema spielt nach wie vor eine große Rolle. Gerade in den Randbezirken der Stadt sagen mir viele, gerade auch ältere Menschen, dass sie sich nicht mehr sicher fühlen, wenn sie abends das Haus verlassen oder in der Innenstadt unterwegs sind. Und auch jüngere Leute sind verunsichert, wenn sie, wie jetzt gerade wieder mehrfach geschehen, in der Zeitung von Messerstechereien vor Diskotheken lesen müssen. Das Sicherheitsgefühl muss verbessert werden. Ich plädiere für mehr Videoüberwachung. Auch die Einführung des freiwilligen Polizeidienstes hat sich als richtig erwiesen. Er sollte noch ausgebaut werden.

Warum machen sie das alles überhaupt? Das ist doch bestimmt stressig, sich die Feierabende noch mit Wahlkampf um die Ohren zu schlagen?
Naja, die Entscheidung hat man ja vor einigen Jahren getroffen, als man in die Partei eingetreten ist. Das hat sich im Laufe der Zeit einfach entwickelt. Natürlich ist es in den letzten Monaten ein wenig mehr geworden, aufgrund der zusätzlichen Vorstellungsrunden, aber insgesamt ist mein Terminkalender auch ohne die schon ziemlich voll. Wenn man etwas aus Engagement heraus, aus Liebe zur Politik macht, dann nimmt man das nicht unbedingt als Stress wahr.

Ihre Freundin wohnt in Düsseldorf. Sollten Sie in den Bundestag einziehen: Pendeln Sie dann zwischen drei Städten?
Meine Freundin zieht im April nach Frankfurt. Im Jahr sind circa 20 Sitzungswochen in Berlin angesetzt, die restliche Zeit ist für den Wahlkreis angedacht. Wir würden uns vermutlich mehr sehen, als es im Moment der Fall ist.

Und wenn Sie am Samstag unterliegen – endet dann auch ihr politisches Engagement?
Selbstverständlich nicht! Ich bin ja nach wie vor Stadtverordneter, bin immer noch Kreisvorsitzender und im Landesvorstand der Jungen Union Hessen. Also ganz unabhängig vom Ausgang der Wahl am 19. Januar: Ich werde auf jeden Fall weiter Politik betreiben!
 
17. Januar 2013, 11.52 Uhr
Interview: Nils Bremer/Gerald Schäfer
 
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