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Schmutziger Wahlkampf
 

Schmutziger Wahlkampf

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Die 9,5 Thesen des Oliver Maria Schmitt

Das Technische Rathaus? Wiederaufbauen. Mit Thesen wie dieser will Oliver Maria Schmitt Oberbürgermeister werden. "Er kann es", sagt selbst Petra Roth, die aber aussah wie ein befreundeter Satiriker Schmitts.
Das Bankenviertel wird unter die Erde verlegt. Das Holzhausenviertel kommt ins Gallus. Das Technische Rathaus wird wieder aufgebaut, die Nikolaikirche für ein Parkhaus niedergerungen. Das Euro-Signet vor der EZB bekommt ein Minuszeichen verpasst. Der FSV steigt in die erste Liga auf ... Sie merken es schon: Oliver Maria Schmitt meint es ernst. Meint es ernst mit seiner Kandidatur, meint es ernst mit dem Stadtumbau, den er nach seiner Wahl sofort angehen will. "Meine erste Amtshandlung wird aber sein, meine Freunde in wichtige Ämter der Stadt zu hieven", sagte Schmitt. "Das ist in Frankfurt eine gute Tradition." So soll der Zeichner Hans Traxler Chef des caricatura museums werden, in dem auch die Pressekonferenz des Kandidaten der Partei "Die Partei" stattfand. caricatura-Chef Achim Frenz darf sich dagegen Hoffnungen machen, Felix Semmelroth als Kulturdezernent zu beerben, "sofern er das mit seiner Doppelbelastung als Kettenraucher vereinbaren kann."

50 Prozent plus X peilt Schmitt an. Gelingen soll dies unter anderem mit der Unterstützung Petra Roths: die Oberbürgermeisterin erklärte bei ihrem Kurzauftritt, sie werde Schmitt unterstützen. Allerdings wirkte das Stadtoberhaupt frisch frisiert und leicht aufgedunsen, eine gewisse Ähnlichkeit mit Leo Fischer, dem Chefredakteur der Satirezeitschrift Titanic, war nicht zu übersehen. Das Magazin ist nicht nur die Provenienz der Partei "Die Partei", sondern auch von Schmitt selbst, der Bockenheimer Illustrierten jahrelang als Chefredakteur diente. Derweil verdingt er sich als Autor - und als Protagonist der Videoserie "Die 1000 Wunder von Frankfurt", die vom Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt in Auftrag gegeben worden war. Nach zehn Folgen war allerdings Schluss. "Die ergebnislose Frauen-WM hat zuviel Geld gekostet", sagt Schmitt, will die Serie aber natürlich nach seiner Wahl fortsetzen.

"Ich verspreche Ihnen heute einen schmutzigen Wahlkampf." Damit wurde sogleich begonnen. "Rhein in den Main, Schmitt in den Römer", lautet einer der Slogans, mit denen sich der Partei-Kandidat vom CDU-Aspiraten absetzen möchte. Bei der SPD seien mit Michael Paris und Marty Feldman zwei echte Komiker im Rennen. Die FDP trete gar nicht erst an, "was den Verbotsantrag, den wir gegen diese Partei vorbereiten, natürlich unterminiert." Und die Grünen? "Die versuchen mit dem Mädchen Rosemarie an die goldenen 50er-Jahre anzuknüpfen - jetzt haben sie die Arme auch noch heilig gesprochen." Ein bisschen göttlichen Beistand könnte allerdings auch Schmitt noch gebrauchen, der bei den anwesenden Journalisten um Unterstützerunterschriften bettelte: etwa 100 Signaturen fehlen im noch, um überhaupt zur Wahl zugelassen zu werden. Im Anschluss an das Gespräch ging Schmitt noch über den Weihnachtsmarkt, "um einige Buden zu zeigen, die ich als Oberbürgermeister als erstes niederbrennen werde. Mit diesem Krebsgeschwür muss Schluss sein - Frankfurt wird die erste weihnachtsmarktfreie Stadt Deutschlands werden."

Die 9,5 Thesen im Überblick:

1. Frankfurt 21 kommt: Das Bankenviertel wird unter die Erde verlegt, freie Sicht bis zum Hauptbahnhof.

2. Zwangsintegration statt Parallelgesellschaft: Die Besserverdiener-Gettos werden aufgelöst, Bewohner des Villenviertels Lerchesberg werden mitsamt Häusern in den Bereich Frankfurter Berg verlegt, das Holzhausenviertel zieht in den Gallus.

3. Sofortiger Baustopp am Römer, Niederlegung der Alten Nikolaikirche, um dringend benötigte Parkplätze in der Innenstadt zu schaffen. Behutsame Rekonstruktion des Technischen Rathauses.

4. Das große Euro-Signet vor dem EZB-Hochhaus wird nicht entfernt - es wird nur ein Minuszeichen davor gesetzt.

5. Der FSV Frankfurt steigt mit sofortiger Wirkung in die erste Bundesliga auf, die Eintracht wird wegen Perspektivlosigkeit aufgelöst.

6. Mehr Übersicht durch Vereinfachung: Umbenennung der Walter-Kolb-Straße, der Kennedyallee, der Fressgass und des Musikantenwegs in Robert-Gernhardt-Straße.

7. Die Heizpilzsteuer kommt, gemeinsam mit der SUV- und Citypanzersondersteuer.

8. Keine Mauer zwischen Frankfurt und Offenbach! Stattdessen wird die kleine und unattraktive Nachbarstadt nach Frankfurt eingemeindet. Neuer Name: Ost-Frankfurt. Für Autofahrer ändert sich nichts - das alte Kennzeichen OF für "Ost-Frankfurt" bleibt bestehen.

9. Mehr kleine und niedliche Tiere für den Frankfurter Zoo!

9,5. Der Frankfurter FLughafen wird aus Lärmschutzgründen in den Taunus verl–...
 
14. Dezember 2011, 12.27 Uhr
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
jowomoe am 18.12.2011, 02:00 Uhr:
Punkt 9 ist falsch! Der ziemlich kleine und ziemlucn niedliche Waschbär, laur Animationsfilmen Freund aller Kinder, muss endlich auch in Frankfurt ausgewildert werden!
 
Patrick Meier am 14.12.2011, 14:35 Uhr:
Lustige Vorschläge, wobei bei Punkt 7 zumindest der teil mit der Heizpilz-/ und SUV Sondersteuer einen durchaus vernünftigen Charakter hat.
 
Jan Altmann am 14.12.2011, 14:15 Uhr:
Alles valide Punkte und eines OB-Kandidaten würdig. Ich vermisse eine konkrete Aussage zur Fastnacht, so etwa in der Qualität des Programm-Punktes zum Weihnachtsmarkt.

Zudem wäre noch zu erfragen, ob - wie in einer anderen Politiker-Karriere - die Verbindung von der Flughafenverlegung mit einem künftigen Vorstandsposten beim beauftragten Bauunternehmen geplant ist. Wir Bürger wollen ja immer immer Transparenz, nicht wahr?
 
 
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