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SPD-Mitglied gegen die eigene Partei
 

SPD-Mitglied gegen die eigene Partei

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Michael Paris geht als unabhängiger Kandidat unter

Der SPD-Politiker Michael Paris kandidierte unabhängig von seiner Parteiim Bundestags-Wahlkreis 183. Paris ging mit deutlich unter 10 Prozent leer aus. Jetzt erwartet ihn ein Parteiausschlussverfahren.
Am Wahlabend ist Michael Paris nicht im Römer zu sehen. Kein Wunder, das Ergebnis dürfte er schon geahnt haben. Wir erwischen Michael Paris zu Hause. "Ich kuck mir im Fernsehen an, was sich so tut und wie sich die Ergebnisse verfestigen. Es hätte heute spannender werden können. Bei den knappen Zahlen in Hessen kann man nicht sagen, ob die SPD tatsächlich mitmacht.“

Und wie geht es ihm, der sich von der SPD lossagte und als unabhängiger Kandidat nach Berlin wollte? „Nachdem was ich jetzt weiß, wo noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind, ist das Stimmergebnis ernüchternd. Deutlich unter 10 Prozent.“ Dabei hatte es bessere Prognosen gegeben. „Die Forsa hatte mir 8 Prozent vorhergesagt. Und das bei einer Quote von 46 Prozent unentschiedenen Wählern. Da hätte es noch Potential geben können, so dass ich mir darüber hinaus Hoffnung gemacht habe. Jetzt muss ich sagen: Der Versuch, als unabhängiger Kandidat anzutreten und so etwas zu bewirken, ist gescheitert. Aber verbittert bin ich deshalb so gar nicht. Es war ein Versuch. Hab von vielen Aufforderungen und Aufmunterungen erfahren. Ich bin gern Wahlkämpfer, das hat mir auch viel Spaß gemacht. Ich hab auch auf der Straße viel Zuspruch bekommen, auch wenn ich das realistisch gesehen habe, dass das nicht das Ergebnis widerspiegeln wird.“ Und wie sieht denn nun das Ergebnis aus? „Nach allem, was ich durch zwei Anrufe aus dem Römer weiß, ist, dass ich nach der Auszählung von 1/3 der Stimmen bei 2,8 Prozent lag [aktuell 3 Prozent]. Das ist als Endergebnis nicht gesichert.“ Und darum will er auch nicht im Römer vorbeischauen? „Das würde sich etwas komisch anfühlen. Es ist jetzt aber auch nicht so, dass ich Trost brauche. Ich hab zu meiner Familie gesagt, dass ich denn Wahlkreis gewinne, grenzt an ein Wunder. Dennoch: die Forsa hatte mir bei den Grünen eine Popularität von 88 Prozent bestätigt und bei der SPD von 82 Prozent, 60 Prozent bei den Nichtwählern. Aber abgestimmt wird letztlich dann doch auf dem Wahlzettel." Und woran lag es nun, dass der 58-Jährige nicht mehr Stimmen bekommen hat? „Das lag vielleicht auch an der Behandlung meines Namens auf dem Wahlzettel. Mein Name „Paris“ wurde nicht so groß gedruckt wie der Name anderer Parteien und auch bundesweit die Namen anderer unabhängiger Kandidaten. Da konnte es schon sein, dass Menschen mit Sehhilfen meinen Namen schwer erkennen konnten. Klar könnte man die Wahl anfechten, aber das kommt bei dem Wahlergebnis jetzt nicht in Frage. Aber ich empfinde es schon als Benachteiligung.“

Und wie verfolgt der ehemalige SPD-Politiker die Ergebnisse seiner Parteigenossen? „Ich kuck mir da schon die Hochrechnungen an, aber das berührt mich nicht so emotional. Die Ergebnisse entsprechen meiner persönlichen Einschätzung. Da gab es keine Überraschungsmomente für mich, das war so absehbar.“
 
22. September 2013, 21.32 Uhr
Nicole Brevoord
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Michael Hofmann am 23.9.2013, 16:01 Uhr:
Das ist schon ein tragischer Fall (und das im doppelten Sinn). Aber die narzistisch veranlagten Profi-Politiker gehörten in diesem Jahr allgemein nicht zu den Gewinnern. Kein Wunder also, dass narzistisch veranlagte Möchtegern-Profipolitiker da wenig Chancen haben.
 
dieter baden am 23.9.2013, 14:29 Uhr:
Diesen Gockel konnte wirklich niemand wollen
 
am 23.9.2013, 14:10 Uhr:
Dass Michael Paris die Wahl nicht gewinnen konnte, weil sein Name zu klein geschrieben war, erscheint mir eher unwahrscheinlich. Ich habe noch nie einen Kandidaten gesehen, bei dem quasi lückenlos Zentimeter an Zentimeter die lebensgrossen Ganzkörperplakate die Stadt pflasterten. Seinerzeit hätten sie als Bravo-Starschnitt durchgehen können. Vielleicht kam er etwas zu selbstverliebt herüber ... das wäre meine Vermutung.
 
 
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