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Politik
 

Mit wehenden Fahnen

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Wähler putschen Paris ins Parlament

Wenn es das Kumulieren nicht gäbe, wäre dieser Mann nicht im Stadtparlament: Michael Paris hat es durch den Willen einiger Wähler von Listenplatz 31 auf 2 geschafft. Seiner Partei ist das gar nicht so recht.
Vor der Wahl war Michael Paris zwar wie immer guter Dinge, doch manchmal auch leicht geknickt. Dann nämlich wenn man ihn auf seinen niederen Listenrang 31 ansprach, auf den ihn seine Partei gesetzt hatte. "Soviele Plätze werden wir nicht bekommen", meinte er dann und schraubte seine Anstrengungen im Wahlkampf entsprechend höher. Die Ganzkörper-Plakate von der Landtagswahl wurden wieder reaktiviert, auf der Zeil gab es einen Crêpes-Stand in Form einer roten Lokomotive, der seinen Namen trug und auf die Möglichkeit der Personenwahl am 27. März 2011 hinwies. Wenn einer ins Parlament wollte, dann Michael Paris. Vielleicht auch, um es seiner eigenen Partei zu zeigen.

Einige Parteigenossen machten sich in den vergangenen Jahren nämlich oft genug lustig über ihren Michael. Der posierte auf Plakaten in Badehose, um den Wählern einen schönen Sommer zu wünschen. Der brachte sich über seinen Verein Abenteuerspielplatz bei den Eltern dieser Stadt ebenso ins Gespräch wie er bei diversen Bällen und Empfängen in die Klatschspalten der lokalen Medien drängte. Auch im Landtag saß Michael Paris schon, auf der Hinterbank mit Andrea Ypsilanti, bevor die zum Tiger wurde und schließlich als Bettvorleger landete. Paris gewann 2008 auch das Direktmandat seiner Partei, bei der Wahlwiederholung im folgenden Jahr blieb er - dem Hessentrend folgend - glücklos und musste sein eben gewonnenes Mandat wieder abgeben. Bei den Landtagswahlen zeigte sich bereits, dass ihm seine Partei die Arbeit nicht eben dankt. Das Direktmandat war seine einzige Chance, nachdem es bei der Listenaufstellung mal wieder nicht für einen der vorderen Plätze gereicht hatte. Andrea Ypsilanti meinte damals bei einem Spaziergang durch Bornheim: "Ich bin sicher, der Michael holt das Direktmandat." Bei der Aufstellung der Liste zur Kommunalwahl wiederholte sich das Spiel. Michael Paris rangierte weit hinten.

Dabei hätte es die SPD ahnen können. Bei der letzten Kommunalwahl übersprang er 39 Plätze und landete auf Rang 12. Warum er diesmal wieder weiter hinten versteckt wurde, wissen wahrscheinlich nur altgediente Genossen zu erklären.
 
30. März 2011, 00.01 Uhr
Nils Bremer
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Sand Frau am 31.3.2011, 22:59 Uhr:
also da sich eigentlich keine Socke für Kinder interessiert, außer für ein nettes Foto, finde ich das echt viel wert.
Selbstverliebte Egomane sind in der Politik glaube ich alle, ob CDU, FDB, SPD, Grüne oder Die Linke. Da steht keine/r dem/der andern nach!
Frankfurt braucht wirklich kinder- und familienfreundliche politische Tonangeber!!
 
litprom am 31.3.2011, 10:23 Uhr:
Ich bin kein altgedienter Genosse, nicht einmal SPD-Mitglied. Aber warum diese altgedienten Genossen Michael Paris nicht mögen, scheint mir klar zu sein: der Mann ist ein eitler Selbstdarsteller, Inhalte interessieren ihn überhaupt nicht (ausser Kinder!), es sei denn, es geht um ziemlich konservative Positionen. Das Einzige, was ihn interessiert, ist ein Job für ihn.
litprom
 
Sand Frau am 30.3.2011, 17:24 Uhr:
M. Paris ist der einzige SPD-ler, der in Frankfurt auch bei denen (zurecht) bekannt ist, die sonst sich für die Abgründe der Kommunalpolitik wenig interessieren. Sonst fällt Kommunalpolitik dadurch aus, Aktivitäten für Familien kleinzuschreiben, er schreibt sie groß. Er ist die einzige wählbare Person der Frankfurter SPD wie ich meine (und wie ich auch gehandelt habe!) . Es ist wirklich erstaunlich, dass sich die SPDler ihr Abschneiden bei ca. 20% noch schön-reden, dass man damit zufrieden sein könne. und weiter machen wie bisher ... die haben ja echt eine Meise!
 
 
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