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Im Stadtparlament pöbelt man in Binär
 

Im Stadtparlament pöbelt man in Binär

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Foto: Rafael Heygster
Foto: Rafael Heygster
Nico Wehnemann ist sich bekanntlich für keinen Spaß zu schade. Am Donnerstagabend hielt der Vorsitzende der Partei DIE PARTEI eine Rede zum Thema E-Government und Digitalisierung, die es in sich hatte.
Am Donnerstagabend diskutierte das Stadtparlament unter anderem zu den Themen E-Government und Digitalisierung. Die CDU stellte dazu einen Antrag, über den sich besonders Nico Wehnemann, Vorsitzender der Partei DIE PARTEI, ärgert. „Gerade die CDU stellt einen Antrag zu Digitalisierung und E-Government, während hier nichts funktioniert und auch nie funktionieren wird“, sagt Wehnemann. 60 Minuten habe man dazu geredet, obwohl „keiner Ahnung hat“, so der Stadtverordnete. Schon seit einem Jahr werde die neue Webseite der Stadt vorbereitet und noch immer gebe es keinen Termin für den Relaunch.

Grund genug für den Satire-Politiker und ausgebildeten Webentwickler eine Rede zu halten, wie sie wohl selten im Römer zu hören ist. Hier die Rede im Wortlaut: „Herzlichen Dank, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Frau Vorsteherin. Zur Digitalisierung ist hier ja schon vieles gesagt worden. Ich finde es auch schön, dass die Digital-Partei CDU das hier für sich erkannt hat als Kompetenzthema. Immerhin eine Partei, die zu mir mal sagte, W-Lan sei eine veraltete Technik. Wer das Stadtinternet kennt und auch die Diskussion um W-Lan in Schulen und auch die anderen Digitalisierungsthemen kennt, der weiß, dass die Stadt hier nicht so viel Ahnung hat. Ich hingegen habe sehr viel Ahnung. Ich bin nicht nur mit einem Piraten in einer Fraktion, nein, ich gehöre einer Partei an, die überwiegend digital funktioniert und die überwiegend junge Wähler anspricht, meine Damen und Herren, und an diese Menschen ist folgendes Statement gerichtet, das ist meine Einschätzung zur Digitalisierungsstrategie dieser Stadt: 01000110 01010101 01000011 01001011 01011001 01001111 01010101 00100001.“

Wer nun nicht weiß, was es mit der Zahlenreihe auf sich hat, findet hier die Auflösung. Einfach die Zahlen ins Feld eintragen, „Text“ auswählen und konvertieren.
14. Dezember 2018
rom
 
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Leser-Kommentare

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parai ba am 15.12.2018, 11:30 Uhr:
@ Konstimaus: Das hat nicht wirklich etwas mit dem Alter zu tun, nur sind diese Entscheidungsträger fachlich inkompetent, haben eine sehr eingeschränkte Lebenserfahrung und mangeln an Empathie, so dass es ihnen nicht möglich die Situation anderer zu begreifen.
 
Konstimaus am 14.12.2018, 19:01 Uhr:
Alte Menschen mit Entscheidungskompetenz, die aber selber zu wenig Ahnung haben. Da würden wir wohl auch wütend werden.
 
parai ba am 14.12.2018, 17:09 Uhr:
Kann man überhaupt etwas sinnvolles von einer Partei erwarten mit einer Bundesministerin für Bildung und Forschung: "5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig."; einem Bundesinnenminister, der Bücher bei Google bestellt? Ein Verkehrsminister, der in einem Interview meint, die bestehende Umweilt- oder Umttauschprämie (eigentlich Verschrottungsprämie) sei wirtschaftlich ausreichend für einen Auto-Neukauf. Da ist schon der Deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Energie vergleichsweise eine Hoffnungsträger. Er hat seinem Büro verboten, ihn auf Autofahrten mit ausländischen Ministerkollegen zu verbinden, „weil es mir total peinlich ist, wenn ich dann dreimal, viermal neu anrufen muss, weil ich jedes Mal wieder rausfliege.“
Deutschland ist bereits ein "Entwicklungsland". Das gilt nicht nur für die Versorgung mit einem funktionsfähigem Internet, Mobilnetz, öffentlichen Personenverkehr, sondern auch für weitere Bereiche der infrastrukturellen Versorgung, Bildung (Schulbildung und Hochschulbildung), medizinische Versorgung (nicht nur auf dem Land), Pflege (der Notstand besteht bereits in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und besonders bei der Unterstützung pflegender Angehöriger). Bei der "Energiewende" hinkt Deutschland auf beiden Beinen und auch bei der Bekämpfung der Armut (nicht nur Altersarmut) - auch da hat sich der Staat aus der Verantwortung gestohlen indem er das Feld der Privatwirtschaft (Banken, Versicherungen) überlässt. Kein Wunder, dass die "soziale Schere" sich immer weiter öffnet, ländliche Kommunen und Kreise veröden und größere Städte den Zuzug nicht bewältigen können.
 
 
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