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Foto: Christina Weber
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Herbert Förster wechselt die Fraktion

Pirat heuert bei den Grünen an

Er war der letzte Pirat im Römer: Herbert Förster. Nun hat er zu den Grünen gewechselt. Dennoch will er die Ziele und Interessen der Piraten weiterhin vertreten. Der Kreisverband begrüßt die Entscheidung.
„Ich bin ein Pirat und bleibe ein Pirat“, sagt Herbert Förster. Nichtsdestotrotz hat er die Fraktion gewechselt und gehört jetzt zu den Grünen. Bisher hielt er noch als Letzter die Piratenfahne im Römer hoch, nun hat er sich lieber einen starken Verbündeten gesucht. Das gab er am Donnerstag gemeinsam mit dem Grünen-Vorsitzenden Manuel Stock bekannt. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Fraktion so attraktiv ist, dass Förster sich entschieden hat, sich uns anzuschließen“, so Stock. Damit wächst die Zahl der Grünen-Mandate von 24 auf 25. Stock berichtete auch, dass es zur Tradition seiner Partei gehöre, Fraktionslose und Mitglieder kleinerer Parteien in den eigenen Reihen aufzunehmen. Auch auf Landesebene sowie im Europaparlament sei das schon geschehen.

Förster hoffe mit diesem Schritt, mehr für die Ziele der Piratenpartei tun zu können. Denn für die lief es in jüngster Zeit nicht allzu rund. Bei der Kommunalwahl 2011 konnte die junge Partei noch zwei Mandate im Stadtparlament ergattern – die übernahmen Förster und Martin Kliehm. Im November 2014 wechselte Kliehm dann aber zu den Linken, ebenso wie das dritte Mitglieder der Fraktion, Luigi Brillante. Somit stand Förster allein da, Unterstützung fehlte. „Die kommunale Politik ist nicht nur Sache der Mandatsträger. Sie ist ebenso Sache des Kreisverbands. 
Deshalb muss eine Fraktion, die den Namen 'Elf Piraten' trägt mindestens aus einer einfachen Mehrheit von Piraten bestehen“, schrieb der Politiker in einem Tätigkeitsbericht. Aus diesem Grund löste er die Frankfurter Fraktion auf, vertrat die Piratenpartei aber weiterhin im Römer.

Der Zusammenschluss mit den Grünen sei jedoch nur „ein Bündnis auf Zeit“, sagte Stock. Den Wahlkampf für die Kommunalwahl im Frühjahr 2016 wird jede Partei eigenständig führen. „Wir werden wieder mit einer Liste antreten und auch ich werde wieder mitmischen“, erklärte Förster, der auch 2012 für die Piraten als Oberbürgermeister-Kandidat zur Wahl antrat. Er hoffe auf mindestens ein Mandat für die Piraten. Natürlich sei das langfristige Ziel, wieder eine eigene Fraktion zu bilden. Aber das habe Zeit. „Man hat das Problem auch bei der AfD gesehen. Es ist schwierig, wenn eine Partei zu schnell wächst, denn die Strukturen können nicht in dem Tempo mitwachsen“, sagte er. Daher setzten die Piraten nun auf langsamen Wachstum. Positiv sei, dass die Flügelkämpfe innerhalb der Partei Geschichte seien. Der linke Flügel sei abgewandert. Die Mitgliederzahlen seien dadurch zwar gesunken, aber nun könne man wieder „sachorientiert arbeiten“. Die Themen Datenschutz und Bürgerrechte stünden weiterhin im Fokus.

In den eigenen Reihen wird Försters Vorschlag begrüßt. "Ich sehe das sehr positiv. In einer großen Fraktion können wir mehr Erfahrung sammeln und da Förster ja Pirat bleibt, bin ich guter Dinge", sagte Martina Scharmann, Vorsitzende des Kreisverbands Frankfurt. Sie hoffe zwar auf eine eigenständige Fraktion nach der Kommunalwahl, aber "auch eine weitere Zusammenarbeit mit den Grünen ist möglich." Die übrigen Mitglieder der Piraten seien mit der Neuerung ebenfalls einverstanden.

Dass Förster die Grünen als Partner gewählt hat, liege an den vielen politischen Gemeinsamkeiten. „Und ich gehe dahin, wo Know-how ist. Wir Piraten können nicht nur Stärke, sondern auch Zusammenarbeit.“ Schon seit einiger Zeit habe er an Fraktionssitzungen der Grünen teilgenommen. „Sie schaffen es gut, ihre Punkte in der Koalition konsequent durchzubringen“, lobte er. Förster hatte wohl durchaus eine Wahl. Sowohl SPD als auch CDU hätten ihr Interesse bekundet, wenn auch zurückhaltend. CDU-Mitglieder hätten gescherzt, dass er als Unternehmer und somit Kapitalist doch am besten zu ihnen passe, erzählte Förster. Er führt mit seiner Frau das Geschäft "TeeGschwendner" auf der Fressgass.
 
21. Mai 2015, 16.12 Uhr
Christina Weber
 
Christina Weber
Jahrgang 1983, Studium Online-Journalismus, seit 2014 Volontärin beim Journal Frankfurt – Mehr von Christina Weber >>
 
 
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