eMags
|
ePaper
|
Apps
|
Abo
|
Shop
|
Jobs
Foto: wch
Foto: wch

Friedliche Kundgebung am Römer

Kein Platz für Pegida

An der Hauptwache eskalierte die Situation zwischen Pegida-Anhängern und -Gegnern sowie der Polizei teilweise. Im Gegensatz zur Kundgebung am Römer. Rund 12.000 Menschen setzten hier friedlich ein Zeichen gegen Rassismus.
In Frankfurt ist kein Platz für Pegida. Das zeigte nicht nur die Auflösung des Ablegers Fragida. Es zeigte sich vor allem am gestrigen Montag auf dem Römerberg. Der platzte zeitweise aus allen Nähten. Rund 12.000 Menschen setzten hier ein Zeichen gegen Rassismus und für eine bunte Stadt. Das Motto lautete „Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit!“ Weder Nieselregen und kühle Temperaturen noch die aufgeheizte Stimmung einige Meter weiter an der Hauptwache konnten die friedliche Versammlung stören. Fast 200 Organisationen, Parteien und Initiativen hatten sich dem Aufruf des Römerbergbündnisses aus DGB, Kirchen und Jugendring angeschlossen. Dementsprechend bunt war das Bild, das die Demonstranten boten, es wehten Fahnen in allen politischen Farben. An den Römer hatten jemand die Worte „Kein Mensch ist illegal“ projiziert.

Den Auftakt der zahlreichen Reden übernahm Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Wir sind das Gesicht unserer stolzen und offenen Stadt“, rief er. Besonders viel Beifall gab es, als Feldmann verkündete, an der Hauptwache seien lediglich 20 Pegida-Anhänger zusammengekommen. Später zählte die Polizei 100 Pegida-Demonstranten. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) skandierte den Ruf „Wir sind das Volk“ – als Antwort auf die Demonstration in Dresden, bei sich Pegida-Anhänger diesen Spruch zu eigen gemacht hatten. Harte Worte fand Annette Ludwig, Gründerin der „No-Pegida-Initiative“. „Für mich ist Pegida etwas Böses. Etwas, dass sich unserer Gesellschaft in den Weg stellt“, sagte sie. Weniger begeistert zeigten sich einige Demonstranten, dass sie auch Thematiken ansprach, die nicht zur Veranstaltung passten. Etwa lobte sie den Wahlsieg der Linkspartei Syriza in Griechenland.

Auch religiöse Vertreter meldeten sich zu Wort. Pröpstin Gabriele Scherle lobte die Begrenzung der Religion durch den Rechtsstaat. „Dieses Gut kann man nicht hoch genug schätzen, denn es schützt unsere Menschenrechte.“ Auch Selçuk Dogruer, der im Rat der Religionen die Muslime vertritt, sprach zur Menge. Einen der Höhepunkte stellte die Ansprache des Flüchtlings Abdul Aziz aus Ghana dar. Er berichtete davon, dass er in Italien – seinem ersten Stopp in Europa – keine Chance bekommen habe. Sich aber nun in Frankfurt wohl fühle. Aziz bedanke sich bei allen, die ihm seit seiner Ankunft in der Mainmetropole geholfen haben. „So lange ihr solche Menschen habt, habt ihr kein Problem mit Rassismus“, sagte er unter großem Jubel.

Nach einer guten Stunde beendete Moderator Turgut Yüksel (SPD) die Kundgebung. Viele Demonstranten zogen Richtung Hauptwache, wo sich rund 4500 Menschen den wenigen Pegida-Anhängern entgegen stellten.
 
27. Januar 2015, 12.19 Uhr
Christina Weber
 
Christina Weber
Jahrgang 1983, Studium Online-Journalismus, seit 2014 Volontärin beim Journal Frankfurt – Mehr von Christina Weber >>
 
 
Fotogalerie: Pegida in Frankfurt Kundgebung am 26. Januar 2015 an der Hauptwache
 
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Politik
Mit einem 365-Euro-Jahresticket und anderen Vergünstigungen will die Koalition den öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt attraktiver machen. Die Stadtverordneten haben den Magistrat nun beauftragt, die finanzielle Umsetzung zu prüfen.
Text: vis / Foto: AdobeStock/S Amelie Walter
 
 
 
 
 
 
 
Ältere Beiträge
 
 
 
 
21. Mai 2022
Journal Kultur-Tipps
Nightlife
  • Gibson loves Saturdays
    Gibson | 23.00 Uhr
  • Skyline Summer Cruise
    Primus-Linie | 20.15 Uhr
  • GurLZzz Party Frankfurt
    Orange Peel | 23.00 Uhr
und sonst
  • Skylight-Tour
    Primus-Linie | 21.45 Uhr
  • Melli redet mit
    Kunstverein Familie Montez e.V. | 20.00 Uhr
  • 5. ABI Zukunft Frankfurt
    Eissporthalle Frankfurt | 10.00 Uhr
Klassik / Oper/ Ballett
  • Gifted
    Gallus Theater | 20.00 Uhr
  • Hole in Space / Me, My non-Self and I
    Hessisches Staatstheater Wiesbaden | 19.30 Uhr
  • Król Roger
    Oper Frankfurt | 19.30 Uhr
Kunst
  • Grüner Himmel, Blaues Gras. Farben ordnen Welten
    Weltkulturen Museum | 11.00 Uhr
  • Mythos Handwerk. Zwischen Ideal und Alltag
    Museum Angewandte Kunst | 10.00 Uhr
  • Goethe-Galerie
    Deutsches Romantik-Museum | 10.00 Uhr
Kinder
  • Die Zeit, die Stadt und Wir
    Schauspiel Frankfurt | 16.00 Uhr
  • 4. Teddybärenkonzert
    Staatstheater Darmstadt | 11.00 Uhr
  • Aladin und die Wunderlampe
    Amphitheater/Schloss Philippsruhe | 19.30 Uhr
Pop / Rock / Jazz
  • Tara Nome Doyle
    Mousonturm | 20.00 Uhr
  • The OhOhOhs
    Brotfabrik | 20.00 Uhr
  • Adam Green
    Batschkapp | 19.00 Uhr
Theater / Literatur
  • Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
    Die Dramatische Bühne in der Exzess-Halle | 20.00 Uhr
  • Wer hat meinen Vater umgebracht / Das Ende von Eddy
    Freies Schauspiel Ensemble im Titania | 20.00 Uhr
  • Peter Hacks: Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe
    Volksbühne im Großen Hirschgraben | 19.30 Uhr
Freie Stellen