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Bürgerfest anlässlich der Deutschen Einheit

Frankfurt will groß feiern – mit recht kleinem Budget

25 Jahre Deutsche Einheit – das soll vom 2. bis 4. Oktober in Frankfurt groß gefeiert werden. Frankfurt plant mit der Batschkapp und dem Tigerpalast ein Bühnenprogramm und will protzen, knausert aber beim Budget.
Johnny Klinke ist eine Art Illusionist, er malt mit Worten blühende Landschaften, man hört ihm gerne zu. Im Tigerpalast verzaubert er das Varietépublikum, zur 1200-Jahr-Feier Frankfurts im Jahr 1994 schenkte er der Stadt einen spektakulären Drahtseillauf, bei dem Philippe Petit von der Paulskirche zum Kaiserdom lief, während die Frankfurter den Atem anhielten. Das Bürgerfest anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten zur Deutschen Einheit, vom 2. bis 4. Oktober, aber soll alles bisher Dagewesene übertreffen, kündigte Klinke nun vollmundig an. „Ganz Deutschland wird zu Gast sein, für einen Moment wird Frankfurt die Hauptstadt Deutschlands sein!“ Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will über die Grenzen Deutschlands hinaus zeigen, welch internationale Stadt Frankfurt ist, in der gelungene Integration gelebt werde, immerhin könne man auf eine Migrantenquote von 48 Prozent verweisen. „Grenzen überwinden“ lautet passenderweise das Motto der Einheitsfeier, zu der ein dreitägiges Bürgerfest über die ganze Innenstadt verteilt stattfinden wird. Hochrangige Politiker – von Angela Merkel bis Joachim Gauck – werden da sein, die Sicherheitsvorkehrungen werden dementsprechend verschärft und die Stadt will es auf einer Bühne an der Hauptwache so richtig krachen lassen, hat dafür den Tigerpalast und auch die Batschkapp in die Planungen miteinbezogen. Letztere hatte zum 1200-Jahr-Fest doch den spektakulären Tunnelrave beigesteuert. Man erwartet also Großes.

Die Stadt war schon spendabler
Für die Einheitsfeier in diesem Jahr wurden bei der Stadt Kosten aber keine Mühen gescheut. Das Budget fürs Bühnenprogramm: 440 000 Euro. Eigentlich ein Witz. Und da hört man dann auf, sich Illusionen zu machen, Klinkes Worte hallen noch nach, die Illusionen aber platzen wie Seifenblasen. Auf der Hauptwachebühne auftreten werden das Mobile Einsatz Kommando, eine Marching Band bestehend aus zehn Jazzern, 50 Sänger des Eschenheimer Familienchors werden dabei sein, ebenso die Big Band des Landes Jugend Jazz Orchesters, dann wird der Tigerpalast mit seiner Revue ein Highlight setzen, danach heizen Joan Faulkner und ihre Band ein, später gibt es Hip Hop unter anderem mit Vega und der Höhepunkt am Tag der Deutschen Einheit wird ein Konzert von Shantel sein, immerhin.

„Es wird ein ehrliches und regionales Programm werden“, sagt Thomas Feda, Chef der für die Frankfurtbühne zuständigen Tourismus + Congress GmbH (TCF), und gibt sich diplomatisch, das Budget hat er ja auch nicht gemacht, es ähnelt aber dem für das alljährliche Museumsuferfest. Bei vorangegangenen Feiern in anderen Städten traten schon mal Udo Lindenberg oder die Scorpions auf, okay das ist Geschmackssache, aber da setzte man auf die ganz großen Namen.

Party in der ganzen Stadt
Abgesehen von der Frankfurtbühne wird aber auch so noch viel los sein beim Bürgerfest, etwa der verkaufsoffene Sonntag, der für die insgesamt erwarteten 1 Million Gäste extra auf den Zeitraum gelegt wurde (Zum Vergleich: 3 Millionen Menschen sind sonst beim dreitägigen Museumsuferfest zu Gast). Das komplette Programm der Feierlichkeiten steht noch nicht ganz fest, einiges sickerte aber schon durch: So soll etwa der Hessische Rundfunk die Frankfurtbühne an zwei Tagen bespielen, an den beiden Seiten des Mainufers sollen sich zwischen Eisernem Steg und Holbeinsteg die 16 Bundesländer mit Ständen präsentieren, die Zeil wird ganz im Zeichen des Sports stehen, während sich die Stadt Frankfurt mit kulinarischen Ständen rund um die Hauptwache ausstellt. Der Roßmarkt wird von dem Bundesrat und der Bundesregierung bespielt und vor der Alten Oper wird das Land Hessen gemeinsam mit FFH eine große Bühne mit Festmeile ausrichten, außerdem ist ein großes Feuerwerk am Main geplant.

Natürlich wird es auch die offiziellen Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit selbst geben, bei denen sich die Offiziellen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union in der Paulskirche versammeln, sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen und einem um 10 Uhr im Kaiserdom beginnenden, von der ARD übertragenen, Gottesdienst beiwohnen werden. Um 12 Uhr wird der Festakt in der Alten Oper stattfinden, übertragen vom ZDF. 1600 Gäste werden dazu erwartet. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kündigte den Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, sowie Michail Gorbatschow und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker an. Nach dem Festakt soll der amtierende Bundesratspräsident Volker Bouffier den symbolischen Schlüssel an seinen Nachfolger übergeben, den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich.

Insgesamt stellt das Land Hessen 3,5 Millionen Euro für die Feierlichkeiten zur Verfügung, die Stadt Frankfurt hat ein Budget von 1,29 Millionen Euro bereitgestellt, fast die Hälfte davon werden für die Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben werden, sagt Peter Feldmann, der aber auch betont, dass schon jetzt, weit vor dem Tag der Deutschen Einheit Ausstellungen, Lesungen, Theaterstücke und Videoinstallationen in der Stadt zu den großen Feierlichkeiten anlässlich von 25 Jahren Deutscher Einheit gehören. Schon jetzt scharen sich außerdem die Touristen um das "Einheitsmännchen", ein grünes Ampelmännchen, von Künstler Ottmar Hörl, das vor der Paulskirche für Aufsehen sorgt.
 
21. Mai 2015, 10.34 Uhr
Nicole Brevoord
 
Nicole Brevoord
Jahrgang 1974, Publizistin, seit 2005 beim JOURNAL FRANKFURT als Redakteurin u.a. für Politik, Stadtentwicklung, Flughafen, Kultur, Leute und Shopping zuständig – Mehr von Nicole Brevoord >>
 
 
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