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Ausgaben in Flüchtlingsunterkünften
 

Ausgaben in Flüchtlingsunterkünften

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Hat die AWO Frankfurt bei ihren Finanzen geschummelt?

Foto: AWO Kreisverband Frankfurt/Facebook
Foto: AWO Kreisverband Frankfurt/Facebook
Die AWO Frankfurt steht in der Kritik, während der Betreuung von zwei Flüchtlingsunterkünften falsche Angaben bezüglich der finanziellen Ausgaben an die Stadt gemacht zu haben. Diese will nun Nachforschungen anstellen.
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Frankfurt hat bis zu Beginn dieses Jahres zwei Flüchtlingsunterkünfte betrieben, die anschließend von der Caritas und der Diakonie übernommen wurden. Wie die Frankfurter Neue Presse zuerst berichtete, gibt es Unstimmigkeiten bei den finanziellen Ausgaben. Dies betrifft zum einen das angebotene Sportprogramm und zum anderen die Essensversorgung. Zudem soll es beim Betreiben eines Sicherheitsdienstes Ungereimtheiten gegeben haben. Der bisherige Geschäftsführer der AWO Frankfurt, Jürgen Richter, hat mittlerweile seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Zur Diskussion steht, ob die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Sportprogrammen von der AWO korrekt angegeben wurde. Es besteht der Verdacht, dass die Teilnahme tatsächlich geringer war, als es der städtischen Stabstelle Flüchtlingsmanagement mitgeteilt wurde. Johannes Frass, Pressesprecher der AWO Frankfurt, weist diese Anschuldigungen entschieden zurück. Ob und inwiefern die sogenannten „Monitoring-Berichte“, die quartalsweise von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unterkünfte an die AWO gesendet wurden und die über die Aktivitäten und Entwicklungen in den Unterkünften berichteten, tatsächlich der Wahrheit entsprechen, will die Stadt nun nachprüfen. Es werden Nachforschungen angestellt und „eine schriftliche Rückmeldung von der AWO gefordert“, so die Sprecherin des Sozialdezernats, Manuela Skotnik.

Konfliktpotenzial bestand auch hinsichtlich der Essensversorgung. Während laut AWO vor Ort in einer zentralen Küche gekocht und an die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkünfte verteilt wurde, soll das Essen tatsächlich von einem externen, preiswerteren Dienstleister geliefert worden sein. Laut Skotnik wurde die Stadt Frankfurt über dieses Vorgehen im Vorfeld nicht informiert. Ähnlich verhält es sich mit der Beauftragung einer eigenen Sicherheitsfirma. Johannes Frass von der AWO sagt, dass alles in Absprache mit der Stadt vonstatten gegangen sei. Doch laut Manuela Skotnik vom Sozialdezernat sei „immer mal wieder etwas zu besprechen“ gewesen, in der Zeit, in der die AWO Frankfurt als Träger der beiden Asylbewerberunterkünfte fungierte. Im Rahmen von regelmäßigen Betreibergesprächen der Stadt mit der AWO seien diese Vorgehensweisen letztlich zutage getreten. In diesen habe die Stadt klar Stellung bezogen: „Wir haben immer mal wieder gesagt, wo unsere Grenzen sind“, so Skotnik.

Der bisherige Geschäftsführer der AWO Frankfurt, Jürgen Richter, hat derweil seinen vorzeitigen Ruhestand zum Juli dieses Jahres angekündigt. Dass dieser etwas mit den Anschuldigungen zu tun haben könnte, weist Frass jedoch zurück. Es sei schon länger bekannt, dass Herr Richter früher als geplant in den Ruhestand gehen wollte. Im Rahmen einer Satzungskommission habe man bereits 2018 eine Neustrukturierung des Vorstands geplant, um die Einrichtung insbesondere für die Zukunft fit zu machen. Das sei auch einer der Gründe, weshalb man nicht mehr als Träger der Flüchtlingsunterkünfte tätig sei, man wolle sich nämlich verstärkt auf den Bereich der Altenpflege zu konzentrieren. Skontnik von der Stadt berichtet zudem, dass man die Zusammenarbeit „in gegenseitigem Einvernehmen“ beendet habe.
 
18. Juni 2019, 12.51 Uhr
Simge Selvi
 
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