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Abschied von einem prominenten Fluglärmgegner

SPD-Politiker Ralf Heider ist tot

Der Landtagskandidat und langjährige Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 5 ist am Samstag während eines Skiurlaubs einem Herzinfarkt erlegen. Die traurige Nachricht überraschte seine Parteimitglieder.
„Ja es ist leider wahr“, bestätigt der Frankfurter SPD-Chef Mike Josef, was bislang nur ein unbestätigtes, aber trauriges Gerücht war. „Ralf Heider ist am Samstag im Kreise seiner Familie während eines Skiurlaubs an einem Herzinfarkt gestorben. Mein Beileid spreche ich seiner Frau und seiner Tochter aus, die Heider hinterlassen hat.“ Der 51-Jährige sei für viele Menschen, die unter der Wohnungsnot leiden, ein wichtiger Ansprechpartner gewesen. „Er hat Gerechtigkeit und Solidarität verkörpert“, sagt Mike Josef. Generell sei Heider als Politiker sehr „leidenschaftlich und zielorientiert“ gewesen. „Das hat ihn so wertvoll gemacht.“

Der langjähriger Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 5 wird vielen SPD-genossen fehlen. „Wir verlieren mit Ralf Heider einen mutigen und leidenschaftlichen Kämpfer für die Gerechtigkeit und einen Fürsprecher der fluglärmgeplagten Menschen im Süden“, sagt die Stadtverordnete Sylvia Weber. „Er ist aufrichtig, zielstrebig und unbeirrbar seinen politischen Weg gegangen – darin war er uns allen ein Vorbild.“

Heider engagierte sich seit den neunziger Jahren gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr kandidierte er im Frankfurter Süden mit der Forderung nach der Schließung der Landebahn. „Er hat den Stein ins Rollen gebracht und den Fluglärm zum Wahlkampfthema gemacht“, so Weber, „und die Menschen sind ihm gefolgt.“ Heider erzielte für die SPD auf Anhieb das beste Erststimmenergebnis im Wahlkreis 37 seit dem Krieg. Nur die Zusammenlegung von Landtagswahl und Bundestagswahl und der damit verbundene „Kanzler-Bonus“ für die CDU verhinderte laut der Frankfurter SPD seinen Einzug in den Landtag.

„Ralf Heider hat das ausgesprochen, was viele sich nicht eingestehen wollen: nämlich dass der Flughafenausbau in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region eine politische und unternehmerische Fehlentscheidung war mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende seines Ortsvereins Niederrad, Stefanie Then. Darum habe er sich zuweilen bis an die Grenze seiner Belastbarkeit für die Interessen der Fluglärmopfer eingesetzt. „Und die Bürgerinitiativen im Frankfurter Süden standen hinter ihm.“

Als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 5 engagierte er sich auch für viele Themen in den Stadtteilen Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad. So verhinderte er erfolgreich den Abriss der Wohnungen im Mainfeld, setzte sich für den Bau der Fliegenden Volksbühne in Sachsenhausen ein und kämpfte für eine Zukunft der beiden Hauptschulen. Ein wichtiges Anliegen war ihm, die Niederräder Rennbahn, auf der nun ein DFB Leistungszentrum entstehen soll, für den Stadtteil offen zu halten. „Er wollte nicht, dass hier ein hermetisch abgeriegelter Sicherheitstrakt entsteht,“ sagte die SPD-Ortsbeirätin, Petra Gerland.
 
14. April 2014, 15.17 Uhr
Nicole Brevoord
 
 
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