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Politik
 

Ärger bei F.B.I.

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Cunitz lässt die Fluglärmgegner sitzen

Foto: leg
Foto: leg
Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) hat die Frankfurter Bürgerinitiativen (F.B.I.) sitzengelassen. Dabei hatten diese ihm doch 1700 Unterschriften und einen offenen Brief gegen das Terminal 3 überreichen wollen.
Der Flughafen wächst und gedeiht und das bekümmert die vom Fluglärm geplagten Flughafenausbaugegner. Na klar ist ihnen da ein etwaiges Terminal 3 ein Dorn im Auge. Deshalb haben die Frankfurter Bürgerinitiativen (F.B.I.) fleißig Unterschriften gegen diese Erweiterung gesammelt und einen Offenen Brief verfasst, den sie dem Bürgermeister und Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne) überreichen wollen. Doch dazu kam es nicht.

Zwei Wochen lange habe man zunächst versucht, einen Termin zu vereinbaren, der dann bis in die Sommerferien verschoben wurde. Am vergangenen Montag hätte nun ein Empfang im Stadtplanungsdezernat stattfinden sollen. Die Frankfurter Bürgerintiativen, deren Teilnehmer sich teilweise extra freigenommen hatten, waren pünktlich um 8.30 Uhr da, Herr Cunitz wohl nicht. Man habe ihnen mitgeteilt, dass der Bürgermeister sein Kind ind en Kindergarten gebracht habe. „Wir begrüßen, dass  Väter ihre Verantwortung für die Familie so ernst nehmen, aber hier hätte es sicher eine Lösung gegeben. Gerne hätte Herr Cunitz sein Kind auch mitbringen können, denn um dessen Zukunft geht es auch“, so Jürgen Lamprecht, Sprecher des F.B.I.
 „Wir sehen im Nichterscheinen des Planungsdezernenten eine bewusste  Missachtung der Bürgerinitiativen. So kann man mit den Bürgern nicht umgehen.  Für uns drückt sich Herr Cunitz  feige vor der Auseinandersetzung mit den von Fluglärm und Ausbauplänen betroffenen Frankfurter Bürgern. Für einen grünen Politiker, der für sich in Anspruch genommen hat, Teil der  Widerstandbewegung gegen den Flughafenausbau zu sein, ist dieses Verhalten indiskutabel und entlarvt diese Aussagen als haltloses Gerede",  wettert Lamprecht weiter. „Wir sehen diese Missachtung auch auf einer Linie mit den  Landtagsgrünen, die gerade eine parlamentarische Anhörung im Hessischen Landtag zum Ausbau des Terminal 3 abgelehnt haben.“

Das Ende vom Lied: Einen angebotenen neuen Termin wollte die F.B.I. wohl aus organisatorischen Gründen nicht annehmen. Die Initiativen übergaben ihre Unterschriften und den Brief daher an den Büroleiter von Olaf Cunitz, Wulfila Walter. „Dies ersetzt keinesfalls die Diskussion mit Herrn Cunitz, der sich dem Treffen entzogen und  uns an diesem Tag nachhaltig brüskiert  hat“, kommentiert das Lamprecht.

Der Bürgermeister indes, bedauert den Zwischenfall zwar, bittet aber auch um Verständnis: "Bei den Hunderten von Terminen, die ich jedes Jahr wahrnehme, ist die Zahl derer, die ich unvorhergesehen aus privaten oder gesundheitlichen Gründen absagen muss sehr gering. Ich bitte dafür um Verständnis und biete selbstverständlich immer Nachholtermine an. Daher verstehe ich nicht ganz die Aufregung." Die Grünen teilen die Bedenken gegen das Terminal 3, sagt Cunitz, dennoch habe er als für die Bauaufsicht zuständiger Dezernent, zu gewährleisten, dass ein Baugenehmigungsverfahren nach Recht und Gesetz und nicht nach politischer Opportunität zu verlaufen habe.
 
29. Juli 2014, 10.50 Uhr
Nicole Brevoord
 
Nicole Brevoord
Jahrgang 1974, Publizistin, seit 2005 beim JOURNAL FRANKFURT als Redakteurin u.a. für Politik, Stadtentwicklung, Flughafen, Kultur, Leute und Shopping zuständig – Mehr von Nicole Brevoord >>
 
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Leser-Kommentare

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Robert Revet am 4.8.2014, 19:32 Uhr:
Lieber Eugen Schmidt, schön das sie die Tatsachen erkennen: wir haben seit Eröffnung der neuen Landebahn in Frankfurt nicht mehr, sondern WENIGER Fluggeräusche im Rhein-Maingebiet. Leisere Flugzeuge haben mittlerweile auch ältere und lautere Flugzeuge ersetzt. Na denn, alles ist gut!
 
Eugen Schmidt am 29.7.2014, 15:19 Uhr:
Herr Looschen, das haben Sie aber scharf erkannt. Sie sollten sich etwas mehr mit dem geplanten Flughafenausbau auseinandersetzen. Ihnen kommen dann die Tränen, wie uns. Ein Terminal 3 erhöht an sich den Fluglärm natürlich nicht. Eine neue Landebahn übrigens auch nicht. Ein Terminal 3 gestattet aber die Erhöhung der Zahl der Starts und Landungen auf den vorhandenen Landebahnen um 50% auf ca. 750.000 / Jahr. Der Zuwachs entspricht der heutigen Kapazität des Flughafens München. Da wir aber entgegen der Planung deutlich weniger Starts und Landungen haben als vor Jahren, stellt sich die Frage warum wir das Terminal 3 überhaupt brauchen. Ein Tipp: So wie das Terminal liegt, wäre es ideal um eine zusätzliche südlliche Start- und Landebahn zu versorgen. Dann kommen FRAPORT sicher auf 1.000.000 Starts und Landungen / Jahr und da werden sich viele in der Region, die heute noch ruhig im Garten sitzen, ganz schön wundern. Ist nicht wahr? Die FRAPORT und die Politiker haben es nach der Startbahn West schon mal schriftlich gegeben, dass es keinen weiteren Ausbau mehr gibt. UND ?? Das Ehrenwort von Politikern eben. Trauen Sie denen noch?
 
Whizzbizz am 29.7.2014, 13:16 Uhr:
Den Fluglärm haben wir so und so - mit oder ohne Terminal. Aber dass sich der Herr nicht blicken lässt, trotz Zusage, spricht doch eine seltsame Sprache.
 
Uwe Looschen am 29.7.2014, 12:53 Uhr:
Na ja; was soll man auch mit einem Flughafen mit einer neuen Landebahn, dafür aber kein Terminal? Sollen die Fluggäste draußen auf dem Rollfeld abgefertigt werden und auf den Flieger warten? Wenn jemand gedacht hat, dass man eine neue Landebahn ohne Terminal in Betrieb nimmt, der hat das Gesamtbild wohl nicht im Auge bzw- Überblick. Schließlich war von Anfang an bekannt, dass neben der Landebahn auch ein Terminal kommt.
Nur verstehe ich eines nicht: Was hat die Initiative gegen ein Terminal? Verstärkt ein Terminal den Fluglärm?
 
 
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