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Treffen mit AfD-Bundessprecher
 

Treffen mit AfD-Bundessprecher

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„Kein Vertrauen mehr in Hans Joachim Mendig“

Foto: Hans Joachim Mendig (rechts) mit dem ehemaligen Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU); © Bernd Kammerer
Foto: Hans Joachim Mendig (rechts) mit dem ehemaligen Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU); © Bernd Kammerer
Die Initiative HessenFilm hat kein Vertrauen mehr in den Geschäftsführer der HessenFilm und Medien GmbH, Hans Joachim Mendig; Gesprächsversuche seien gescheitert. Auch die Hochschule Darmstadt, an der Mendig als Honorarprofessor lehrt, hat sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert.
Die Initiative HessenFilm hat im Namen der Vereine Film- und Kinobüro Hessen, des Filmhaus Frankfurt, der AG DOK und der Vereinigung der Hessischen Filmwirtschaft erklärt, kein Vertrauen mehr in Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der HessenFilm und Medien GmbH, zu haben. Dies teilte die Initiative im Kontext der Veröffentlichung eines Fotos mit, das Mendig beim Mittagessen mit AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen und PR-Berater Moritz Hunzinger zeigt (das JOURNAL FRANKFURT berichtete). Man sei „bestürzt“ über dieses Treffen, das Ende Juli in Frankfurt stattfand, heißt es vonseiten der Initiative. Als „medienkundigem Menschen musste Hans Joachim Mendig klar sein, welche öffentliche Bedeutung dieses Foto im Zusammenhang mit der AfD gewinnt.“ Die Initiative HessenFilm setzt sich seit vielen Jahren für die Neugestaltung der Filmförderung und die Entwicklung des Filmstandorts Hessen ein. Durch dieses Treffen sei jedoch ein erheblicher Image-Schaden entstanden, das „negative Pressegewitter“ mache die Anstrengungen der vergangenen Jahre für die Fortentwicklung des Standorts zunichte.

Man habe es als ein „Gebot der Fairness“ gesehen, heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Initiative HessenFilm, Hans Joachim Mendig intern die Möglichkeit einer Stellungnahme einzuräumen. Diese Gelegenheit habe er jedoch nicht genutzt, er stufe das Treffen weiterhin als private Angelegenheit ein. „Das reicht im Angesicht der vielen Nachfragen und Kommentare einer breiten Fachöffentlichkeit bei weitem nicht aus“, so die Initiative HessenFilm. „Auch unser Versuch, hier eine Aufklärung zu erreichen im Sinne einer Schadenabwendung, wurde einfach ignoriert. Interesse an einer Zusammenarbeit mit den hessischen Filmschaffenden drückt sich anders aus. Ein vertrauensvolles Miteinander zum Vorteil des Filmstandortes können wir mit Hans Joachim Mendig nicht mehr erkennen.“ Man wende sich daher an den Aufsichtsrat der HessenFilm und Medien GmbH mit seiner Vorsitzenden, Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), um eine möglichst schnelle Klärung zu erreichen.

Inzwischen fordern immer mehr Filmschaffende den Rücktritt Hans Joachim Mendigs; eine von Filmkritiker Rüdiger Suchsland initiierte Rücktrittsforderung fand innerhalb weniger Tage mehr als 300 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Der Filmproduzent Michael Simon de Normier (u.a. Der Vorleser) sagte dem JOURNAL FRANKFURT[/a]: „Hans Joachim Mendig weiß, mit wem er sich da trifft und er sieht auf dem Foto nicht aus, als ginge es ihm schlecht dabei. Er musste damit rechnen, dass Jörg Meuthen das Bild teilt – die Frage ist eher, wie lange bereits im Hinterzimmer Deals besprochen wurden.“

Auf Nachfrage des JOURNALS hat sich auch die University of Applied Science Darmstadt geäußert, die Hans Joachim Mendig Anfang dieses Jahres eine Honorarprofessur für Film und Medien verlieh. „Die Hochschule Darmstadt steht für Toleranz, Weltoffenheit und eine diskriminierungsfreie Gesellschaft. Wir gehen davon aus, dass unsere Lehrenden mit diesen Werten auch ihren Unterricht gestalten. Diese Vermutung gilt auch für Hans Joachim Mendig, der Honorarprofessor an unserem Fachbereich Media ist und hier unter anderem im Bereich Filmförderung lehrt“, so Hochschulpräsident Ralph Stengler. „Uns liegen aktuell keine Erkenntnisse vor, dass Herr Mendig in seinem Unterricht gegen unsere Werte verstößt. Zu parteipolitischen Aspekten äußern wir uns nicht, da uns als Hochschule parteipolitische Neutralität wichtig ist.“
 
19. September 2019
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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