Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Panorama
Startseite Alle NachrichtenPanorama
Tausende fordern Umbenennung der Ostendstraße
 

Tausende fordern Umbenennung der Ostendstraße

1

Eine S-Bahn-Station für Mustafa Alptuğ Sözen

Foto: change.org
Foto: change.org
Eine Online-Petition fordert die Umbenennung der S-Bahn-Station Ostendstraße in Gedenken an Mustafa Alptuğ Sözen. Der 17-Jährige kam dort ums Leben, als er einen Mann retten wollte, der ins Gleisbett gestürzt war. Oberbürgermeister Feldmann unterstützt die Petition und fordert bessere Sicherheitsvorkehrungen in S-Bahn-Stationen.
Schon fast zwei Wochen liegt der tragische Unfall an der Ostendstraße zurück, bei dem Mustafa Alptuğ Sözen ums Leben kam. Der 17-Jährige hatte versucht, einen Obdachlosen zu retten, der in das Gleisbett der S-Bahn-Station gefallen war. Dabei wurde er von der einfahrenden Bahn erfasst und starb noch am Unfallort. Der Mann, dem er hatte helfen wollen, überlebte schwer verletzt. Die Anteilnahme ist seither überwältigend, tausende Menschen in und um Frankfurt drückten bereits über die sozialen Medien ihr Beileid aus. Auch eine Online-Petition wurde ins Leben gerufen, welche die Umbenennung der S-Bahn-Station Ostendstraße in Gedenken an Mustafa Alptuğ Sözen fordert. Unterschrieben haben inzwischen fast 38.000 Menschen.

Initiiert wurde die Petition von Doğuş Albayrak, dem Bruder von Tuğçe Albayrak. Tuğçe kam 2014 ums Leben, nachdem sie versucht hatte, einen Streit auf einem Parkplatz zu schlichten. Auf change.org erklärt Doğuş Albayrak seine Forderung nach der Umbenennung der Station wie folgt: „Vor fast genau 4 Jahren ist meiner Schwester Tuğçe Albayrak ähnliches widerfahren. Auch Tuğçe hat anderen Menschen in Not geholfen. Sie hat nicht weggeschaut, als Sie zwei minderjährige in Not gesehen hat. Sie ist eingeschritten und auch Tuğçe hat Ihren Mut mit Ihrem Leben bezahlen müssen. Deshalb haben wir als Tuğçe Albayrak Verein den Kontakt zu den Eltern von Alptuğ gesucht und gefunden. Wir haben mit ihnen gesprochen und wissen, dass die Umbenennung der Station in ‚Alptuğ Sözen‘ der Familie immer als ein Trostpflaster dienen wird. Alptuğ Sözen darf nicht vergessen werden.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann befürwortet das Anliegen Albayraks, bereits am vergangenen Freitag äußerte er sich dazu bei Facebook.



Auch unabhängig von der Umbenennung der Ostendstraße setzt sich der Oberbürgermeister für eine Würdigung von Mustafa Alptuğ Sözen ein: „Zusammen mit dem Hanauer Bürgermeister Claus Kaminsky will ich die posthume Verleihung des Bundesverdienstkreuzes anregen. Aber auch die Benennung eines Platzes in der Nähe der Unglücksstelle oder eine Gedenktafel wären mögliche würdige Erinnerungen an den Jungen.“ Weiter sagte Feldmann, dass er die Familie Sözen, die sich derzeit in der Türkei befindet, im Beisein des türkischen Generalkonsuls in das Rathaus Römer einladen möchte, um ihr persönlich zu kondolieren. Daran anschließend solle auch gemeinsam mit der Familie entschieden werden ob und welcher Art es Gedenkveranstaltungen geben soll.

Der Unfall hatte auch eine Diskussion über die Sicherheit in den Bahnstationen ausgelöst. Oberbürgermeister Feldmann teilte mit, dass er sich für verbesserte Sicherheitsvorkehrungen einsetzen wird: „Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt hat in den U-Bahn-Stationen sogenannte Nothalt-Schalter, mit denen Fahrgäste einfahrende Züge stoppen können. Dort gibt es auch Notrufsäulen, durch die man unverzüglich mit der Sicherheitszentrale verbunden werden kann. Ich werde mich dafür einsetzen, dass solche Vorkehrungen auch in den S-Bahn-Stationen getroffen werden. Auch über die Trennung von Bahnsteigen und Gleisen, wie man es auch anderen Ländern kennt, sollten wir diskutieren“
26. November 2018
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Michael Risse am 26.11.2018, 14:54 Uhr:
Umbennen der Station:Sehr ehrenwert und voller menschlicher Wärme,aber zwei Ehrentafeln,
eine Oben am Stationseingang,und eine Unten,am Ort der Tragödie,müssen reichen.
Jede Station muss die geographische Lage,also wo sind wir gerade,klar dokumentieren.
Sonst haben wir bald das komplette Chaos,und die Pläne und Drucksachen,etc,alles muss dann laufend geändert werden,weil es werden dann inflationär viele Anlässe hochpoppen,bei denen dann in gewissen Kreisen ein Interesse daran besteht,diese oder jene Station mit einem Familiennamen zu schmücken.
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Panorama
 
 
Die besten Tipps fürs Osterwochenende
0
Das bietet Frankfurt an Ostern
Ostern steht vor der Tür und für die meisten bedeutet das: vier Tage frei. Damit in der Zeit keine Langeweile aufkommt, haben wir die besten Veranstaltungen in den Bereichen Theater, Oper/Klassik, Nightlife, Kinder, Kunst, Rock/Pop und Sonstiges zusammengetragen. – Weiterlesen >>
Text: red / Foto: ABa81/Pixelio
 
 
Fritz Bauer Institut forscht zum KZ Katzbach
1
Erschütternde Verdrängung
Bis heute ist vielen nicht bewusst, dass sich mitten in Frankfurt ein Konzentrationslager befand: Das KZ Katzbach in den Adlerwerken. Die Stadt hatte das Fritz Bauer Institut mit der Erforschung der Geschichte beauftragt, nun wurden die ersten Teil-Ergebnisse vorgestellt. – Weiterlesen >>
Text: hes/ffm / Foto: wch
 
 
Beamte urinieren gegen Haustür eines Gefährders
0
Erneut fragwürdige Vorfälle bei Frankfurter Polizei
Die Polizei Frankfurt stand in der Vergangenheit mehrmals wegen Vorwürfen rechtsextremistischer Tendenzen im Mittelpunkt. Nun wurde der nächste Skandal bekannt: Nach einer privaten Feier haben zwei Polizisten an die Haustür eines Gefährders uriniert. – Weiterlesen >>
Text: Elena Zompi / Foto: Bernd Kammerer
 
 
 
Aktion der Frankfurter Tafel zu Ostern
0
Osternest für Bedürftige
Die Frankfurter Tafel veranstaltet eine Osteraktion: An allen elf Lebensmittelausgaben der Stadt soll ein bunter Ostertisch für die Kunden der Tafel aufgestellt werden. Die 167 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel freuen sich über finanzielle Unterstützung. – Weiterlesen >>
Text: red / Foto: Frankfurter Tafel
 
 
Make-A-Wish eröffnet im Nordend
0
Tag der Wunscherfüllung
Passend zum Tag der Wunscherfüllung am 29. April hat in Frankfurt ein Büro von Make-A-Wish Deutschland eröffnet. Die Organisation setzt sich dafür ein, schwer erkrankten Kindern ihren größten Wunsch zu erfüllen. – Weiterlesen >>
Text: Sina Eichhorn / Foto: Unsplash/Veronika Homchis
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  1473