Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Gesellschaft
Startseite Alle NachrichtenGesellschaft
Sport und Menschenrechte
 

Sport und Menschenrechte

0

Human Rights Watch sammelt über 300.000 Euro

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Zahlreiche Menschen erzählten von ihrem Einsatz: Das diesjährige Human Rights Watch Dinner stand unter dem Schwerpunkt Sport und Menschenrechte. Mit zahlreichen prominenten Gästen kam eine schöne Spendensumme zusammen.
Für viele war das Human Rights Watch Dinner ein inspirierender Abend. Ardi Goldmann (r. i. Bild) zum Beispiel war besonders von der Rede des Ehrengastes, der Bergsteigerin Raha Moharrak, angetan. Er und viele andere Gäste spendeten an dem Abend für die Arbeit der Researcher von Human Rights Watch. Die Researcher von Human Rights Watch dokumentieren Menschenrechtsverletzungen, weisen Regierungen darauf hin und machen sie öffentlich.

"Die Researcher gehen dahin, wo keine Diplomaten sind. Sie befragen die Opfer, sie befragen die Täter und gehen zu Massengräbern", sagt Wenzel Michalski, der deutsche Direktor von Humans Right Watch (l. i. Bild). An diesem Abend erzählen die Researcher selber in kurzen Impulsvorträgen, was sie bereits erzielen konnten. Wie zum Beispiel Fred Abraham. Er dokumentierte Menschen- und Kriegsrechtsverletzungen im Kosovo. Aufgrund seiner Dokumentationen konnte er im Prozess gegen Slobodan Milosevic vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag aussagen.

Oder da ist Boris Dittrich, Abgeordneter im niederländischen Parlament. Er trug nicht nur maßgeblich dazu bei, dass die Niederlande als erstes Land der Welt die gleichgeschlechtliche Ehe gesetzlich anerkannte. Es setzte sich auch im Namen von Human Rights Watch weltweit dafür ein, sexuelle Minderheiten vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen. Er erzählte an dem Abend, wie es dazu kam, dass Ban-Ki Moon sich für die Rechte der LGBT-Community einsetzte. Dittrichs Kollegin bei Human Rights Watch, Minky Worden, kannte den Redenschreiber Ban-Ki Moons und konnte ihn davon überzeugen, das Thema in einer Rede einzubauen. So las Ban-Ki Moon, wie es an dem Abend durchklang eher unwissend, diesen Absatz vor und machte die Diskriminierung der LGBT-Community seitdem regelmäßig zum Thema.

Immer wieder klang an dem Abend durch, dass man den Blick nun auch verstärkt gen USA richten müsse. Der Rechtsanwalt und Professor an der Goethe-Universität, Richard Kreindler, selber US-Amerikaner, der seit 25 Jahren mit seiner Familie in Deutschland lebt und perfekt deutsch spricht, betonte, allerdings auf englisch: "There are only facts, no alternative facts." Er ermutigte die Gäste noch einmal für die sinnvolle Arbeit der Organisation zu spenden. Weit über 300.000 Euro kamen an dem Abend zusammen.

Thematisch standen Sport und Menschenrechte im Mittelpunkt und so sprach zu Beginn Werner Klatten, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe. Er betonte, wie verantwortungsvoll die Aufgabe des olympischen Komitees sei, Länder zur Austragung der Olympischen Spiele auszuwählen. Es liege in ihrer Verantwortung, die Gastländer dazu zu bewegen, die Menschenrecht einzuhalten.

Als Ehrengast sprach auch Raha Moharrak. Sie bestieg als jüngster arabischer Mensch und als erste saudi-arabische Frau den Mount Everest. Heute engagiert sie sich für die Rechte von Frauen und das Recht auf Gesundheit. In Saudi-Arabien dürfen Frauen keinen Sport treiben und werden schon gar nicht vom Staat dafür subventioniert. "Der Moment in dem ich den Himmel berührte, war nicht, als ich auf einem der Gipfel stand, die ich bestieg. Es war der Moment in dem ich vor meiner ersten Besteigung einen Brief an meinen Vater schrieb", erzählt sie. Seine erste Antwort auf ihre Frage, ob sie einen Berg besteigen dürfe, sei ein Nein gewesen. Doch sie konnte ihn davon überzeugen seine Meinung zu ändern. Sie warte auf den Tag, dass saudi-arabische Väter stolz auf die sportlichen Errungenschaften ihrer Töchter seien.
 
24. März 2017, 14.29 Uhr
Tamara Marszalkowski
 
Tamara Marszalkowski
Theaterredakteurin. Jahrgang 1987, Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 2015 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Tamara Marszalkowski >>
Mail schreiben
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Gesellschaft
 
 
Bei der Tat am Rosenmontag, bei der ein 29-jähriger Deutscher in eine Menschenmenge in Volkmarsen fuhr, wurden 52 Menschen verletzt, darunter 18 Kinder. Der Fahrer des Wagens wurde festgenommen, ist laut Polizei aber noch nicht vernehmungsfähig. – Weiterlesen >>
Text: rom / Foto: picture alliance/REUTERS
 
 
In Italien häufen sich derzeit Meldungen über das erstmals in China festgestellte Coronavirus. Aufgrund dieser Entwicklung wird die für März geplante Light + Building Messe auf September verschoben. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Petra Welzel
 
 
alle Faschingsumzüge in Hessen abgesagt
0
Volkmarsen: Mann rast in Rosenmontagsumzug
Ein Autofahrer ist am Montagnachmittag bei einem Rosenmontagsumzug in Volkmarsen in eine Menschenmenge gefahren. Die genauen Hintergründe sind derzeit noch unklar. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Rosenmontagsumzüge in Hessen abgesagt. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: nil
 
 
 
Hanau: Demonstrationen und Mahnwachen
0
Cem Özdemir: „Sie waren keine Fremden“
Am Wochenende gingen in ganz Deutschland Menschen auf die Straße, um der Opfer von Hanau zu gedenken und gegen rechten Terror zu demonstrieren. In der Mainzer Fastnacht wurde in einer Büttenrede an ein demokratisches Denken appelliert. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: picture alliance/Andreas Arnold/dpa
 
 
Ilse Schreiber wird 80
0
„Der Senf muss passen!“
Am heutigen Rosenmontag feiert Ilse Schreiber ihren 80. Geburtstag. Der Verleger Rainer Weiss hat sich mit der Legende aus der Frankfurter Kleinmarkthalle unterhalten. – Weiterlesen >>
Text: Rainer Weiss / Foto: Harald Schröder
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  1521