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Paritätischer Wohlfahrtsbericht
 

Paritätischer Wohlfahrtsbericht

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Hessische Armutsquote steigt über Bundesdurchschnitt

Foto: Pexels/Nick Fewings
Foto: Pexels/Nick Fewings
Hessen ist das Bundesland mit der am stärksten wachsenden Armutsquote. Zur selben Zeit wächst auch die soziale Ungleichheit zwischen Arm und Reich immer mehr. Dies belegen die aktuellen Statistiken des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
Entgegen dem bundesweiten Trend nimmt die Armut in Hessen weiter zu. Mit einer Armutsquote von 15,8 Prozent landet Hessen auf Platz Sieben im deutschlandweiten Vergleich. Dies zeigt eine Statistik des Paritätischen Wohlfahrtverbandes. Damit liegt die Quote erstmals über dem Bundesdurchschnitt von 15,5 Prozent. Im Jahr 2015 lag Hessen noch mit 14,4 Prozent auf Platz drei. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich, dass die Quote demnach in Hessen schneller als in jedem anderem Bundesland voranschreitet. Auf der anderen Seite liegt Hessen in der Einkommens-Reichtumsquote auf Platz zwei. Daraus ergibt sich eine immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich.

Der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes basiert auf der Armutsdefinition der Europäischen Union. Demnach gelten Haushalte als arm, deren Gesamteinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Diese Armutsschwelle lag im Jahr 2018 bei einer alleinstehenden Person bei einem monatlichen Einkommen von 1035 Euro, bei einem Paar ohne Kinder bei 1533 Euro. Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren gelten nach dieser Definition als armutsgefährdet, wenn sie weniger als 1346 Euro monatlich zur Verfügung haben. Bei einem Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren sind es 2174 Euro.

„Der Anstieg der Armut und das hohe Maß an Ungleichheit in Hessen sind alarmierend“, so Yasmin Alinaghi vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen. Alinaghi sieht diesbezüglich die Verantwortung bei der Politik: „Wir fordern die Landesregierung auf, den Ursachen dieser negativen Entwicklung auf den Grund zu gehen und rasch einen Masterplan zur Armutsbekämpfung zu erarbeiten.“. Der Statistik zufolge ist die Situation insbesondere in Mittelhessen kritisch, diese Region gehört mit einer Armutsquote von 19,5 Prozent zu den zwölf ärmsten Regionen Deutschlands. Doch auch die Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet gibt Anlass zur Sorge. Hier ist die Armutsquote seit 2008 um 2,7 Prozentpunkte gestiegen und liegt mittlerweile bei 14,1 Prozent. „In den hessischen Ballungsräumen verstärken die horrende Mietpreise das Armutsrisiko, die selbst bei mittleren Einkommen eine große Belastung sind“ erklärte Anette Wippermann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Besonders Kinder und Jugendliche in Hessen sind von Armut betroffen, mehr als ein Fünftel der Unter-18-Jährigen wächst in Armut auf. Anette Wippermann sieht lediglich die Möglichkeit einer ganzheitlichen Veränderung als Lösung: „Ein umfassendes Konzept zur Armutsbekämpfung muss in allen sozialen und gesellschaftlichen Bereichen ansetzen und die Themen Arbeit, Wohnen, Alterssicherung, Pflege, Gesundheit, Familie, Bildungs und Teilhabe in den Blick nehmen.“
 
12. Dezember 2019, 13.15 Uhr
ahe
 
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Leser-Kommentare

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Martin Wittstock am 13.12.2019, 09:02 Uhr:
Diese Thematik erachte ich für sehr wichtig. Umso bedeutender erscheint mir eine "saubere" Argumentation. Wenn Armut definiert ist über das Gesamteinkommen, können Mietpreise darauf keinen Einfluss haben, da sie erst die Verwendung des verfügbaren Einkommens betreffen. Zudem ist relevant, worauf sich die statistischen Größen genau beziehen. Im Rhein-Main-Gebiet mit vergleichsweise vielen Spitzenverdienern, ist man so wesentlich "früher" sprich mit höherem Gesamteinkommen arm als im ländlichen Raum. Ebenso wünschenswert wäre die klare Bezeichnung, ob man von Bruttoeinkommen oder verfügbarem Einkommen spricht. Ohne diese klaren Definitionen geht man schnell von falschen Voraussetzungen aus und kommt zwangsläufig zu Schlüssen, die das Problem nicht zielführend adressieren.
 
 
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