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Lisbet Windsor's Ball Pompös
 
Lisbet Windsor's Ball Pompös
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Großer Kostümball im Westin Grand Hotel
Foto: Hoffotograf
Foto: Hoffotograf
Während die einen einfach nur in den Mai tanzen, amüsieren die anderen sich ganz royal beim "Ball Pompös", einem großen Kostümball im Westin Grand Hotel, zu dem Lisbet Windsor alias Thomas Bäppler-Wolf alle Frankfurter einlädt.
„Wenn sich einer mit Bällen auskennt, dann ich“, sagt der Travestiekünstler und neuerdings Stadtverordneter Thomas Bäppler-Wolf (SPD) selbstbewusst. Er habe 38 Jahre Erfahrung. Beim ersten Opernball in Frankfurt habe er die Polonaise choreografiert, als Präsident des Berufsverbands Deutscher Tanzlehrer und mit seiner einstigen Tanzschule hat er über die Jahre tatsächlich schon viele Bälle mit organisiert und erlebt. Wer also sonst, wenn nicht er, sollte in Frankfurt einen Kostümball etablieren, der an die Tradition der Tuntenbälle, wie man sie seit den 1920ern kennt, anknüpft? Dazu schlüpft Bäppler-Wolf in seine Paraderolle, die der Lisbet Windsor, die mit einem milden royalen Lächeln über ihre Frankfurter Bürger wacht und am 30. April 2017 zum Ball Pompös lädt. Kulturdezernentin Ina Hartwig hat die Schirmherrschaft übernommen.

„Ich bin, wie man sieht, lange mit der Idee einen Ball zu machen schwanger gegangen“, sagt Bäppler-Wolf und spielt auf seinen kugeligen Bauch an, und ein Besuch des Westin Grand Hotels habe ihn davon überzeugt, dass es dort den adäquaten Ballsaal und eine angenehme Bar – kurz alles, was es für einen guten Ball brauche – gebe.

„Im Palmengarten gibt es ja schon einen Ball, das Zoogesellschaftshaus, das muss saniert werden.“ Daher sei das verkehrsgünstig gelegene Hotel an der Konstablerwache die perfekte Location. „Ein Ball soll was Gesellschaftliches sein. Man trifft sich zum gemütlichen Zusammensein.“ Gemäß dieser Definition soll bei Lisbet Windsor’s Ball Pompös jeder mitmachen dürfen, sich in ein Kostüm werfen und das „zu Preisen, die man sich auch leisten kann. Wer ohne Kostüm kommt, bekommt von uns eine Narrenkappe auf den Kopf und einen Schnuller in den Mund.“ Auch Thomas Bäppler-Wolf weiß, dass bei den Leuten das Geld nicht mehr so locker sitzt. Das sei seiner Meinung nach auch einer der Gründe, warum der Opernball, zuletzt von einer Agentur organisiert und am ende abgeblasen, gegen die Wand gefahren wurde. Ticketpreise von bis zu 1200 Euro, das wolle doch keiner bezahlen. „Wenn man mich gefragt hätte, der Opernball wäre weitergegangen“, ist Bäppler-Wolf überzeugt.

Immerhin: Noch vor dem offiziellen Vorverkaufsstart am 1. Oktober sind bereits mehrere Tische vergeben. Zwei Preise gebe es: Für den Ballsaal mit Sitzplatz und Büffet seien 125 Euro exklusive Getränke (10-er Tisch: 1100 Euro inklusive einer Flasche Sekt) zu entrichten, für die Flanierkarte ohne Sitzplatz aber mit Fingerfoodbüffet seien es ohne Getränke 65 Euro. An der Bar moderiere Marlene Deluxe , oben im Saal werde Majestät Lisbet Windsor höchstselbst, in großer Robe versteht sich, für Stimmung sorgen. Ein schillerndes und leicht schräges Event möchte Bäppler-Wolf auf die tanzerprobten Beine stellen und hat dazu schon ein buntes Programm zusammengestellt.

Musikalisch untermalt wird der Abend von Gabriel Grohs Band Groove Connect. Außerdem treten auf: Daniel Küblböck, die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz – wie Bäppi sagt, Fantasynonnen mit Showprogramm und Charitymission – , die schwedische Opernsängerin und Zarah Leander-Interpretin Karin Pagmar, der Travestiekünstler Eva Longgloria (mit Sicherheit kein Desperate Housewife), die mit Strass, Größe und einem enormen Stimmvolumen gesegnete Erscheinung Tarabas van Luk, Transformation, eine Rock’n’Roll-Formation aus Gelnhausen, bei der die Männer Burlesqueoutfits tragen und die Damen Herrenkostüme sowie La Vision, Artisten aus dem weltberühmten Cirque de Soleil.

In der Bar soll es obendrein einen Travestiecontest geben. Wer also schon immer mal ganz groß rauskommen wollte, der kann seine Tanz-, Comedy- oder Gesangseinlage zum Besten geben und als Gewinner einen Abend lang das Theatrallalla bespielen und die Einnahmen behalten. Und wem auch das noch nicht reichte, um sich müde ins Taxi oder ins Hotelbett zu schwingen, der kann bis morgens um sechs Uhr bei der Discoparty weiter feiern. Am darauf folgenden Tag, den 1. Mai, ist ja Feiertag.

Karten für den Ballsaal können unter lisbet@lisbetwindsor.de oder im Theatrallalla bestellt werden, Flanierkarten sind unter www.frankfurtticket.de erhältlich. Alle Informationen zum Ball gibt es unter www.lwbp.de
28. September 2016
Nicole Brevoord
 
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