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Foto: Eda Temucin
Foto: Eda Temucin

Ladies, Wine & Design Frankfurt feiert Geburtstag

Justina Honsel: „Wir wollen Frankfurt zu einem noch kreativeren Ort machen.“

Vor zwei Jahren hat die Kommunikationsdesignerin Justina Honsel das amerikanische Kreativ-Netzwerk „Ladies, Wine & Design“ in Frankfurt eingeführt – inzwischen sind über 1.500 Mitglieder dabei. Im Gespräch lässt sie die Zeit seit der Gründung Revue passieren.
Journal Frankfurt: Justina, du hast vor zwei Jahren „Ladies, Wine & Design“ ins Leben gerufen. Was hat dich damals dazu inspiriert?
Justina Honsel: Ich bin eigentlich Grafikdesignern, vor kurzem habe ich mein Designstudio Brand. New. Love Studio gegründet. Mir ist wichtig, dass Design vor allem Menschen zusammenbringt, Kreativität fördert und etwas zur Gemeinschaft beiträgt. Zu „Ladies. Wine & Design“ kam ich über Umwege: Vor zwei Jahren zeigte das Museum Angewandte Kunst Stefan Sagmeisters Ausstellung „The Happy Show“. Ich bin ein großer Fan von Sagmeister und bin, nachdem ich die Ausstellung gesehen hatte, extra nach New York gereist, um dort neue Inspiration zu finden. Sagmeisters Designstudio ist in New York und ich hatte tatsächlich die Möglichkeit, ihm und seiner Partnerin Jessica Walsh mein Portfolio zu zeigen. Jessica Walsh ist die Initiatorin von „Ladies, Wine & Design“ in New York – nachdem wir uns eine Weile unterhalten haben, hat sie mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, das Konzept in Frankfurt umzusetzen.

Was genau macht ihr und wie unterscheidet sich die Frankfurter Variante von dem New Yorker Original?
Mir war wichtig, meine eigenen Ideen und Vorstellungen umsetzen zu können. In New York waren die Gruppen relativ klein, mit nur einer Handvoll an Teilnehmern. Mit „Ladies, Wine & Design Frankfurt“ möchte ich möglichst viele Kreative in Frankfurt erreichen und zusammenbringen. Bei uns sind alle willkommen, die kreativ denken und Projekte umsetzen möchten, die unserer Gesellschaft nutzen. Wir versuchen möglichst regelmäßig Events abzuhalten, mindestens einmal im Monat. Wir organisieren Designtalks und Stammtische, die an unterschiedlichen Locations stattfinden und wechselnde Themen in den Fokus rücken. Dazu laden wir inspirierende Speaker ein. Beim ersten Treffen waren wir nur fünf oder sechs Personen, inzwischen ist das Netzwerk auf über 1.500 Mitglieder gewachsen, von denen viele regelmäßig an den Veranstaltungen teilnehmen. Auch hinter den Kulissen sind wir gewachsen: Zu Beginn habe ich das meiste alleine organisieren müssen, inzwischen werde ich von einem tollen Team unterstützt. Das Event zu unserem zweijährigen Bestehen haben wir gemeinsam auf die Beine gestellt.

Dürfen denn auch Männer bei „Ladies, Wine & Design“ mitmachen?
Die meisten unserer Events sind zwar exklusiv für Frauen gedacht, wir versuchen aber immer wieder Treffen für Männer zu öffnen und arbeiten aktuell auch an einem neuen Konzept, das Männer stärker einbezieht. Das Interesse ist auf jeden Fall auch bei Männern vorhanden – und wir möchten niemanden ausschließen. Deshalb haben wir auch bereits männliche Speaker eingeladen. Gerade im immer wieder diskutierten Gender-Kontext merke ich manchmal, dass ich als Frau nicht ganz ernst genommen werde. Sobald ich sage, dass unser Netzwerk „Ladies, Wine & Design“ heißt, spüre ich oft gerade bei Männern einen gewissen Widerstand. Ich glaube, dass manche die Ladies-Formulierung als Angriff auf Männer wahrnehmen, aber so ist es nicht. Wir verstehen uns in erster Linie als ein Netzwerk für Kreative und wollen Frankfurt zu einem noch kreativeren Ort machen – unabhängig vom Geschlecht der Teilnehmer.

Wo soll es langfristig hingehen?
Ich weiß noch nicht genau, wohin „Ladies, Wine & Design“ auf lange Sicht führt. Gerade in Frankfurt ist die Ausweitung des Netzwerks eine echte Herausforderung. Es gibt zwar eine kreative Szene, aber kaum Verknüpfung der Schaffenden, besonders der jungen Frauen, untereinander. Die Stadt gibt ihr bestes, eine Grundlage zu schaffen, aber wir können noch einiges erreichen. Im Frühjahr hatten wir das erste internationale Treffen: über 50 Frauen aus verschiedenen Ländern, in denen das Netzwerk bereits aufgebaut wurde, haben sich in Frankfurt getroffen und ausgetauscht – das war eine tolle Erfahrung. Wir sind auch immer auf der Suche nach neuen, interessanten Partnern. Als ich vor einigen Jahren nach Frankfurt kam, kannte ich niemanden und fand es zu Beginn schwer, Menschen kennenzulernen. Ich möchte anderen Menschen den Einstieg und die Vernetzung erleichtern. Unser Format soll in erster Linie eine Plattform sein, die den Teilnehmern Inspiration bringt und ein Wir-Gefühl schafft.

>> Ladies, Wine & Design 2 Years Birthday Bash
Samstag, 22. September 2018
10–16 Uhr: Design Talk, Mindpace, Neue Mainzer Landstraße 66
Ab 22 Uhr: Birthday Bash Party im Kleinen Mann mit Blitz, Kleine Rittergasse 11
 
18. September 2018, 12.06 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
 
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