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Kulturstandort Sachsenhausen
 

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Kulturstandort Sachsenhausen

Sie sah sich von Erbschleichern umgeben und hat schließlich eine Stiftung gegründet, um sicher zu gehen, dass ihr Erbe in ihrem Interesse weiter verwendet wird. Emmy Wagner-Heinz hat die Fabrik in Sachsenhausen dem eigens gegründeten Verein „Kultur in der Fabrik Sachsenhausen“ überschrieben. 2008 soll es losgehen. Im Hauptgebäude der Fabrik soll die Kammeroper Frankfurt nach 23 Jahren vagabundieren einen festen Spielort bekommen, für die Bühne ist ein Anbau geplant. Entscheidend beteiligt ist auch Frank Mußmann (Foto), der ehemalige Leiter der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, der das Atelier des Vereins Lebenshilfe und somit behinderte Künstler dort ansiedeln und fördern wird. Journal Frankfurt sprach mit Mußmann über sein Engagement für die Fabrik im Mittleren Hasenpfad.



JOURNAL Frankfurt: Was umfasst die Stiftungsleistungen?



Frank Mußmann: Die Stiftung hat die Gebäude, die zur Fabrik selbst gehören, dem Kulturverein überlassen, und die Remise der Lebenshilfe. Der Justiziar Prof. Dr. Peter Säuberlich und ich selbst sind schon längere Zeit involviert. Für die Finanzierung der Renovierungsarbeiten sind die Vereine selbst verantwortlich, insgesamt wird die Instandsetzung des Geländes 3 Mio. € kosten. Außerdem gehören einige Wohngebäude zum Gelände, bei denen es langfristig Mieteinnahmen geben wird.



Wo springt die öffentliche Hand ein? Wer fördert Renovierung mit?



Die Remise macht mir nicht so viel Sorgen, da wir hoffen, dass die Aktion Mensch sich dort engagieren wird. Außerdem hat Stadtrat Becker zugesagt, eine Förderung zu prüfen. Für das Theatergebäude steht die Finanzierung noch nicht fest, aber wir sind ganz zuversichtlich – es gibt jedenfalls eine große Freude in Sachsenhausen und Umgebung, dass dort etwas entsteht.



Wie würden Sie die Zielsetzung der Fabrik formulieren?



Ein Kern ist, der Kammeroper mal einen festen Standort zu geben, der es ihnen möglich macht, bessere Arbeit zu leisten. Und für die Lebenshilfe ist es eine fantastische Möglichkeit zur Integration. Das Atelier Goldstein existiert ja schon seit fünf Jahren, es residiert zur Zeit in der Hanauer Landstraße, dort werden wir aber 2008 rausmüssen.



Im Beirat des Vereins sitzen Frankfurter Kulturgrößen wie Dr. Karlheinz Braun und Sie selbst. Wie ist diese Zusammensetzung entstanden?



Wie das so ist, man spricht miteinander und entwickelt dann eine gemeinsame Vision. Mit Peter Säuberlich kam ich 2004 in Kontakt. Wir sind ja nicht durch Frankfurt gelaufen und haben gedacht, wo kann man Kultur machen? Man sieht eine Gelegenheit, bei der kann man sich engagieren kann, es ist uns zugeflogen.



Worin besteht Ihr persönliches Interesse an der Fabrik?



Ich finde das toll. In der Vergangenheit war ich ja für unglaublich viel zuständig und hatte so eine Überblicksaktivität, was mir auch sehr gut gefallen hat. Mit der Leitung der Hochschule für Gestaltung in Offenbach habe ich erstmals nur eine Tätigkeit verfolgt, habe mich um ein Haus mit einem Gegenstand gekümmert. Jetzt, wo ich im Ruhestand bin habe ich gedacht, ich möchte mich trotzdem weiterhin etwas engagieren. Ich bin ja bereits seit 22 Jahren ehrenamtlich Vorsitzender der Lebenshilfe, da hat sich das angeboten. Und die Fabrik in Sachsenhausen ist ein Lebensort, der eine besondere Qualität hat, ich selbst genieße es, dort zu sein. Diesen Ort so herzurichten, dass er ein Anziehungspunkt wird für viele, mit einer Gastronomie und einer Parksituation, in der man sich gerne aufhält – das macht mir Freude. Für mich kommt natürlich die Normalisierung des Verhältnisses zu Behinderten hinzu, das ist ein wesentlicher Grund für mein Engagement. Das Atelier Goldstein hat bisher keine kontinuierliche öffentliche Einrichtung, das wird sich nun ändern.


Foto: Harald Schröder

19. Februar 2007
esther boldt
 
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