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Hurra, Hurra ein Badeschiff
 

Hurra, Hurra ein Badeschiff

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Ein Sommerlochthema wird Realität

Das Badeschiff könnte im Sommer 2015 vor Anker gehen, ist sich Eckart von Schwanenflug sicher. Das haben schon viele gesagt und sind – blub blub blub – baden gegangen. Das soll diesmal nicht passieren.
Es klingt zu schön um wahr zu sein, ist aber kein Aprilscherz. Das schon mal vorweg. Viel zu ernst und intensiv ist das Projekt, das Eckart von Schwanenflug seit zwei Jahren weiterentwickelt. Auf seiner Homepage kündigt der Frankfurter an, dass das Badeschiff im Jahr 2015 das südliche Mainufer zieren soll. Aber geht das denn? „2015 ist nicht völlig unrealistisch“, sagt von Schwanenflug. Zur Zeit tüftele er an der Genehmigungsplanung und arbeite einen Fragenkatalog des Stadtplanungsamtes ab. „Es gibt da noch ein paar klärungsbedürftige Punkte.“ So müssen die Projektentwickler ein Gutachten vorlegen über den Lebensraum von Wasservögeln und Fischen. „Das Projekt muss sich verstehen als ein gut geplanter Eingriff in den ökologischen Raum.“ Denn so ein 2800 Quadratmeter großes Badeschiff gegenüber des Westhafens hat vielleicht schon auch einen Effekt auf die Natur. Und auf die Frankfurter erst! Das Badeschiff, dessen Becken natürlich nicht mit Mainwasser gefüllt sein werden, soll ein Sportbad mit 50-Meter-Becken bieten, einen Wellness Pool, einen Fitnessbereich, eine Saunalandschaft, einen Personal Trainingsstützpunkt sowie Gastronomie. Schaut man sich an sonnigen Tagen die bevölkerten Wiesen am Main an, dann ist das Badeschiff tatsächlich noch eine Marktlücke und knüpft an alte Frankfurter Badetraditionen an.

Gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt erarbeite von Schwanenflug die Gestalt und Architektur des Badeschiffs und auch wie hoch und wie lang das Schiff werden kann. Ist die Genehmigungsplanung abgeschlossen werde die Vorlage den Stadtverordneten präsentiert, die darüber abstimmen. „Das wollen wir vor diesem Sommer erreichen“, sagt der Vorsitzende des Kuratoriums „Frankfurter Badeschiff“. Von Schwanenflug hat sich schon einige Experten wie Architekten mit Schwimmbaderfahrung, Gastronomen und Berater ins Boot geholt. „Zweifellos hat sich noch keiner zuvor mit einem Frankfurter Badeschiffprojekt so weit vorgewagt wie wir. Und natürlich müssen wir in der Bevölkerung auch den Bedarf wecken, wobei wir von dem Bedürfnis der Frankfurter zu schwimmen überwältigt sind“, gibt von Schwanenflug zu. Ein Frischwasserkonzept läge ihm auch vor, da gäbe es vom Gesundheitsamt strenge und natürlich genormte Vorgaben. „Wir sind da knietief eingestiegen“.

Darum ist er auch zuversichtlich: „Die Badesaison 2015 können wir packen. Aber ich bin langfristig orientiert und das unterscheidet unser Team von anderen Initiatoren bisher. Ich habe eine Menge Geld investiert und darum ist mir am Gelingen gelegen. „Ich zieh einfach gemütlich meine Bahnen.“ Ein wichtiger Schritt für das Projekt ist die Vereinsgründung. Mit „Die Mainschwimmer“ soll das Projekt ein Gefüge bekommen und regelmäßige Treffen sollen „eine Art Postkasten für Ideen bilden“. Eckart von Schwanenflug ist eines wichtig: „Ich möchte von dem Eindruck weg, dass das Badeschiff nur eine spinnerte Idee ist. Das Projekt hat eine ganz andere Wucht bekommen und ich sehe das als ein Stadtentwicklungsprojekt. Denn das Badeschiff liegt an einem Uferbereich, der Belebung verdient hätte.“ Den Platz habe die Stadt ihm zugeteilt. „Ich bin eigentlich froh, dass es nicht so exponiert wie etwa am Eisernen Steg.“ Da habe man vielleicht mehr Hemmungen sich in Badekleidung der Öffentlichkeit zu zeigen. Wobei eine Sichtbarkeit nach außen und keine hermetische Abriegelung dieVorgabe der Stadt gewesen sei. „Wir planen keine Klientelbadeanstalt, sondern ein öffentliches Schwimmbad, wie es früher mal gedacht war.“ Mit Baukosten von knapp 4 Millionen Euro rechnet von Schwanenflug, der gebrauchte Pontons verwenden möchte. „Das Schiff an sich ist ein sparsames Bauwerk“. Doch das Geld ist nicht der Punkt beim Badeschiff, vielmehr ist es die Wirkung. „Man betritt eine Insel und ist weg von allem, was einen sonst immer umgibt.“
 
1. April 2014, 10.17 Uhr
Nicole Brevoord
 
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