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Panorama
 

Hessische Polizei

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Neue Technik für Leitstellen

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Durch moderne Technik soll die hessische Polizei bei Einsätzen künftig entscheidende Sekunden gewinnen: Ein neues Einsatzführungssystem ermöglicht unter anderem die genaue Ortung von Einsatzfahrzeugen.
Welches polizeiliche Einsatzfahrzeug ist näher am Ort eines Verbrechens? Eines aus dem Bereich der eigenen Leitstelle oder eines, was im Bereich einer benachbarten Leitstelle, sprich, jenseits einer Grenze zwischen zwei Polizeipräsidien, unterwegs ist? Das sind Fragen, die über die Dauer der Anfahrt an einen Einsatzort und damit im Einzelfall über Leben und Tod entscheiden können. Diese Alltagsprobleme der hessischen Polizei sollen nun durch moderne Technik der Vergangenheit angehören: Zwischen August und Ende November wurde in allen hessischen Polizeipräsidien das neue Einsatzführungssystem (EFS) implementiert. Es beinhaltet im Wesentlichen zwei Neuerungen. Die erste ist, dass alle Polizeipräsidien in der Lage sind, per GPS den genauen Standort ihrer Einsatzfahrzeuge zu sehen. Bisher wussten die Leitstellen zwar grob, in welchem Bereich sich die Einsatzfahrzeuge befinden, der genaue Standort musste jedoch per Funk erfragt werden. Außerdem haben alle Polizeipräsidien die Möglichkeit, alle Einsatzfahrzeuge in Hessen zu sehen. Dadurch ist für die Leitstelle des jeweiligen Polizeipräsidiums auch ersichtlich, ob beispielsweise ein Polizeifahrzeug aus einer anderen Leitstelle näher am Geschehen ist, und kann die entsprechende Leitstelle kontaktieren. Bisher musste bei Grenzlagen der Standort der Einsatzkräfte der Nachbarleitstelle erfragt werden, die dann wiederum die Fahrzeuge direkt anfragte und an die erste Leitstelle zurückmeldete. Diese Kommunikation entfällt nun – im Falle eines Einsatzes können so wertvolle Sekunden gewonnen werden.

Die zweite Neuerung ist, dass die Leit- und die Befehlsstelle enger miteinander verzahnt werden. Die Befehlsstelle kann im Falle von Sonderlagen, also Einsätzen, die über den normalen Polizeialltag hinausgehen, nun direkt auf die Daten zugreifen, über die auch die Leitstelle verfügt – auch hierdurch wird die Kommunikation erheblich vereinfacht. „Beide Elemente sind in anderen Bundesländern so nicht existent“, fasst Projektleiterin Nicole Schraut-Stahl zusammen. Die Einführung des neuen EFS in Hessen werde jenseits der Landesgrenzen mit regem Interesse verfolgt, so Schraut-Stahl. „Hessen ist bereits heute eines der sichersten Bundesländer in Deutschland. Damit dies so bleibt, investieren wir seit Jahrzehnten verstärkt in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, konstatierte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU), der sich gestern im Frankfurter Polizeipräsidium über das neue EFS informierte. „Ab sofort steht unserer Polizei ein neues innovatives Einsatzführungssystem zur Verfügung, welches Sofortlagen besser, schneller und umfangreicher erfassen kann. Das innovative System setzt bundesweit Maßstäbe, denn es ermöglicht, dass die Polizei fortan noch schneller am jeweiligen Einsatzort ist“, so Beuth weiter.

Bis 2021 soll das System während des Betriebs weiterentwickelt werden. Fest geplant ist ein Abschleppmodul, das die Kommunikation mit Abschleppunternehmen vereinfachen soll. Außerdem sollen die Datenabfragen der Polizeikräfte künftig in das neue System integriert werden. Auch ein Zugriff auf Videoaufnahmen von Überwachungskameras über das EFS ist geplant. Über die datenschutzrechtlichen Aspekte der Neuerungen wurde noch nichts verlautbart. Die Kosten des Systems werden mit 27 Millionen Euro angegeben.
 
3. Dezember 2019, 12.29 Uhr
nre
 
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