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Fridays for Future Fahrraddemo
 

Fridays for Future Fahrraddemo

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„Wir wollen eine autofreie Innenstadt!“

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Am vergangenen Freitag fand in Frankfurt eine Fahrraddemo statt – inklusive Besuch aus Schweden. Zusammen mit der FridaysforFuture.org-Organisatorin Janine O´Keeffe fuhren die Aktivistinnen und Aktivisten einmal quer durch die Innenstadt.
Eine autofreie Innenstadt – dafür fuhren zahlreiche Fridays for Future-Demonstrierende am vergangenen Freitag eineinhalb Stunden lang durch die Stadt. Mit Entschlossenheit und Ausdauer riefen die Aktivistinnen und Aktivisten immer wieder: „Wir wollen eine autofreie Innenstadt!“ und „Es gibt kein Recht, einen SUV zu fahren“. Auch die ihnen immer wieder entgegenkommenden Buhrufe entmutigten sie nicht. Einzelne ungeduldige Autofahrerinnen und Autofahrer protestierten mit lautem Hupen und drohten, loszufahren. Doch zu Ausschreitungen kam es nicht. Ohne größere Umstände und mit Hilfe der Polizei kamen die Aktivistinnen und Aktivisten, nach einer Änderung der Route, nach circa eineinhalb Stunden am Willy-Brandt-Platz an. „Wir wollen zeigen, dass man anstatt mit dem Auto auch mit dem Fahrrad durch Frankfurt kommen kann“, sagt die 18-jährige Amelie. Auch wenn die Fahrradwege ausgebaut werden müssten, findet sie: „Fahrrad fahren ist gesund, man tut was für das Klima, für einen selbst und es macht Spaß.“

Prominenter Gast: Janine O'Keeffe

Mit dabei war ein besonderer Gast aus Schweden: Janine O'Keeffe, die FridaysforFuture.org-Organisatorin. Die Ingenieurin investiert 50 Stunden pro Woche in Fridays for Future. Sie organisiert vor allem Events und Treffen über soziale Medien, steht in ständigem Kontakt mit Gruppierungen in anderen Ländern und setzt sich mit Aktivistinnen und Aktivisten zusammen, um neue Ideen gemeinsam umzusetzen. Die Klimaaktivistin kämpft schon seit vier Jahren für eine bessere Welt und eine sichere Zukunft, doch ein wirklicher Durchbruch wie ihn Greta Thunberg erreichte, blieb aus. Umso entschiedener ist Janine O´Keeffe jetzt: Um Ziele wie die 1,5 Grad-Grenze zu erreichen, gibt es ihrer Ansicht nach nur einen Weg: Zivilen Ungehorsam und andauernde Demonstrationen, um in der Politik etwas zu ändern und eine lebenswerte Zukunft zu erhalten. Denn bis jetzt fühlt sich Janine O'Keeffe von der Politik ignoriert: „Weil die Politikerinnen und Politiker uns in der Vergangenheit im Stich gelassen haben, das politische und ökonomische System nicht reparierten und uns die Wahrheit vorenthalten haben, kommen ihnen nun zwei besonders wichtige Aufgaben zu: Zum einen müssen sie anfangen, die Wahrheit zu sagen, zum anderen müssen sie das System reparieren: Aktuell haben sie keine Antwort darauf, wie sie es tun können. Sich das einzugestehen, ist das wichtigste. Sie müssen sich mit uns zusammensetzten und eine Lösung finden“, fordert O’Keeffe.

„Nennt die Klimakrise eine Krise!“

In ihrer Rede am Freitag betonte die FridaysforFuture.org-Organisatorin die katastrophalen Auswirkungen, die der Klimawandel bereits zeigt: „Wir sehen heute schon Wälder brennen und Feuertornados, die mit einer Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern Terror in Australien, Kanada, USA und Europa verbreiten, und wir sehen bereits über 200 Spezies aussterben, jeden einzelnen Tag.“ Mit den Worten Greta Thunbergs fordert sie: „Nennt die Klimakrise eine Krise!“ Und sie will mehr: „Es geht noch nicht schnell genug. Ich will, dass diese Bewegung zehn Mal größer und schneller ist als bisher. Es gibt so viele Ideen, man muss sie nur ernst nehmen.“ O‘Keeffe zeigt sich hoffnungsvoll und von Deutschlands jungen Klimaaktivisten beeindruckt. Auch Max (20), der zur Fahrraddemo gekommen ist, wendet sich an die Politikerinnen und Politiker, die die Fridays for Future-Bewegung nicht ernst nehmen und sagt: „Wir streiken, bis ihr handelt. Es geht uns alle an und wenn alles unter Wasser steht, dann gibt es auch keine Schulen mehr, in die man gehen kann.“ Alle, die bis jetzt noch nicht demonstriert haben, fordert die 18- jährige Amelie auf: „Auf geht‘s! Es macht super viel Spaß, es ist ein wichtiges Ziel und es sind geile Leute. Wir sollten uns alle zusammen für das Klima engagieren.“

Eine gute Gelegenheit dafür bietet sich am 20. September: Da steht wieder eine Großdemonstration an. Außerdem ist im September eine „Week for Climate“ mit Workshops geplant.
 
5. August 2019
Saya Leinhos
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ronald M. Filkas am 10.8.2019, 17:53 Uhr:
Ich denke immer dann, bevor ich mich auf mein Fahrrad schwinge, mindestens fünf Minuten nach. Wie ich am besten von A nach B komme, ohne überrollt zu werden.
 
Michael Risse am 5.8.2019, 18:20 Uhr:
Autofreie Innenstadt - nur für 18jährige wie Amelie oder Janine O-Keefe? Fahrradfahren macht Spaß und ist ge-
sund? Ist wohl Sommerloch allerorten - denkt hier irgendjemand mal an die vielen Stadtbewohner, die aufgrund
gesundheitlicher Probleme nicht Fahrradfahren können, nicht zu einer Bushaltestelle oder der Straßenbahn
laufen können, die aber mit ihrem meist kleinem Auto - nicht die ganze Welt fährt SUV - sich ihre letzte Mobili-
tät bewahren und so in die Stadt können, zum Arzt etc. alltägliche Dinge erledigen. Und außerdem - zu einer
Stadt gehören nicht nur wild gewordene Youngster auf Fahrrädern (von E-Rollern ganz zu schweigen), sondern auch ein ganz alltäglicher Verkehr, in dem sich alle Teilnehmer diszipliniert bewegen. Und da hapert's
wohl am meisten, auch bei den Fahrradfahrern. Man fängt ja schon an, in dieser Stadt den Fahrradfahrern
sichere Wege zu bereiten - was nicht von heute auf morgen geschehen kann. Wogegen ich mich aber ent-
schieden wehre, sind die autoritären und infantilen Forderungen der jungen Klimaaktivisten wie Amelie 'Auto-
freie Innenstadt' ! Da sollte man schon mal ein bißchen mehr nachdenken, ehe man sich auf sein Fahrrad
schwingt.
Sabine Risse
 
parai ba am 5.8.2019, 17:56 Uhr:
Die Effizienz der Verbrennungsmotoren wurde immer weiter verbessert. Leider führt das nicht zu weniger CO2/NOX, da die Verbraucher/Kunden stärkere Motoren in ihren KFZ kaufen, überflüssiger Weise auch SUVs; welcher Frankfurter muss wirklich über unbefestigtes Terrain im Gebirge fahren? Über Verbote oder höhere Abgaben/Steuern wird man dem Problem kaum beikommen. Die Ansätze mit E-Rollern und Flugtaxis sind bescheuert. Insgesamt ist die E-Mobilität nur eine Verlagerung der Luftverschmutzung. Lithium für Akkus zu verwenden ist unökologisch (allein der Wasserverbauch ist zu groß), unsozial (für die Arbeiter in den Minen). Viele Fördergebiete liegen auch in Krisen- bzw. Kriegsgebieten. Besser wäre eine Förderung der Brennstoffzellen und dezentrale Antrieb in KFZs. Aber auch das ist nur ein Ansatz. Viel wichtiger ist es die Infrastruktur ländlicher Regionen zu fördern, damit einer weiteren Urbanisierung entgegenzuwirken. Den ÖP(N)V auszubauen, zu fördern - beim ÖPNV das Angebot verbessern, für die Nutzer günstiger (vielleicht auch kostenfrei) zu machen. Das Schienennetz wird von Nachbarn Deutschlands, z. B. Schweiz, Österreich, Tschechien ausgebaut, nur Deutschland hinkt hinterher, weil das Verkehrsministerium (Scheuer) bremst und lieber werbewirksam E-Roller und Flugtaxis ins Gespräch bringt. Die Milliarden, die Scheuer mit der Maut verschenkt hat, hätte er besser ins Schienennetz stecken sollen. Aber vielleicht sorgt er vor und bekommt später einen Beraterposten.
 
 
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