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Foto: Tamara Marszalkowski
Foto: Tamara Marszalkowski

Der Tarik Ben Ziad-Verein lud ein

Zum Fastenbrechen in die Moschee

Muslime in der ganzen Welt fasten zurzeit: Noch bis zum 5. Juli befinden sie sich im Fastenmonat Ramadan. Nun öffnete die Tarik Ben Ziad Moschee im Gallusviertel auch für Nicht-Muslime Tor und Tür. Ein Besuch.
Datteln und Wasser: Schnell schieben sich die Männer ein paar Datteln in den Mund und spülen sie mit Wasser herunter, bevor es zum Beten in den Gebetsraum geht. "Das ist für den Blutzuckerspiegel", sagt Ahmed Araychi. Er ist Vorstandsmitglied im Verein der Tarik Ben Ziad Moschee. Der Blutzuckerspiegel sei nach einem ganzen Tag ohne Essen und Trinken ziemlich im Keller. Im Ramadan-Monat dürfen Muslime tagsüber weder Wasser zu sich nehmen, noch etwas essen. 29 oder 30 Tage lang essen und trinken sie erst, wenn die Sonne untergeht. Ausnahmeregeln gibt es für Kranke, Kinder und schwangere Frauen. Auf Alkohol, Rauchen oder Geschlechtsverkehr soll in der Fastenzeit auch verzichtet werden.

Bevor es in den Gebetsraum der Moschee geht, werden die Schuhe ausgezogen. In Socken oder Barfuß gehen die Männer eiligen Schrittes nach Vorne in den Raum. Das Gebet leitet Imam Cheikh Moubarak auf Arabisch. Heute dürfen hinten auch Frauen in dem Saal Platz nehmen und zugucken. Sonst müssten sie in einen anderen Teil der Tarik Ben Ziad Moschee, wo Frauen gesondert von den Männern beten.

Nach dem Gebet wird ein festliches Essen aufgetischt. "Rund 300 bis 350 Gäste kommen jeden Tag zum Fastenbrechen", sagt Araychi. Die Tarik Ben Ziad Mosche lädt an diesem Abend auch Nicht-Muslime zum Fastenbrechen ein, um den Dialog zwischen den Religionen zu fördern. Damit das Essen für so viele Menschen zusammenkommt, würden die Mitglieder des Vereins spenden. Man würde sich jedoch nicht gegen eine finanzielle Unterstützung der Stadt wehren, sagt Araychi und lacht. Fleißige Helfer bereiten die leckeren, traditionellen, hauptsächlich marokkanischen Speisen in der großen Küche zu. Nicht selten seit den Mittagsstunden, erzählt Araychi. "Wir sind alle ehrenamtlich tätig", sagt er. Dabei ist auch er ein berufstätiger Mann in Vollzeit.

Der engagierte Mann betont immer wieder wie wichtig das Thema Integration von Muslimen für den Verein sei. Sogar in seiner Satzung ist es verankert. "Das Gallus ist ein sozialer Brennpunkt", sagt Araychi. Der Verein habe auch ein gutes Angebot für Kinder und Familien. Nachhilfe wird hier zum Beispiel angeboten. Rund 200 Kinder würden davon Gebrauch machen. "Die Verbesserungen sind schließlich messbar: Man kann auf die Zeugnisse gucken", sagt Araychi und lacht wieder.

Auch El Yazidi, der Chef des Zentralrats der Muslime in Hessen ist da und betont die Stellung des Dialogs. "Viele laufen hier vorbei und wissen gar nicht, was drinnen vorgeht." Imam Moubarak betont die zentrale Bedeutung des Fastens. "Es ist ein verbindendes Element. Denn auch die Juden und die Christen fasten. Es stärkt den Zusammenhalt." Nach dem Gebet bildet sich eine Schlange am Buffet. Doch Hast oder gar Gedränge ist nirgendwo zu sehen. Sogar vorgelassen wird man, obwohl man, nicht wie die anderen, den ganzen Tag Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen durfte.

Auch einige Flüchtlinge würden zum Fastenbrechen kommen. "Es wäre schön, wenn die Stadt das finanziell unterstützen würde", sagt Christamaria Weber von der Stabsstelle Flüchtlingsmanagement. Sie ist an diesem Donnerstagabend auch zu Gast. Sie betont dieses Engagement so stark, weil es die Mitglieder der Moschee selbst oft nicht tun. Denn im Arabischen gibt es eine Redewendung: "Tu Gutes und sprich nicht darüber." Araychi sagt, es sei Zeit das Sprichwort ins Deutsche zu übersetzen. Man müsse das Engagement publik machen. "Gerade jetzt, ist das wichtig. Wir müssen Vorurteile abbauen. Es darf keine Stigmatisierung stattfinden", sagt er.
 
27. Juni 2016, 17.20 Uhr
Tamara Marszalkowski
 
Tamara Marszalkowski
Theaterredakteurin. Jahrgang 1987, Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 2015 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Tamara Marszalkowski >>
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