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Demonstration für Freilassung von Carola Rackete
 

Demonstration für Freilassung von Carola Rackete

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Solidarität mit Sea-Watch 3-Kapitänin

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Mehrere hundert Menschen haben am Montag vor dem italienischen Generalkonsulat in Frankfurt für die Freilassung von Carola Rackete demonstriert. Die Kapitänin der Sea-Watch 3 wurde in Italien in Haft genommen, nachdem sie unerlaubterweise in Lampedusa angelegt hatte.
Mehrere hundert Menschen haben am Montagmittag vor dem italienischen Generalkonsulat für die Freilassung von Carola Rackete, der Kapitänin der Sea-Watch 3, protestiert. Die 31-jährige Deutsche war in der Nacht auf vergangenen Samstag festgenommen worden, nachdem sie mit ihrem Schiff, auf dem sich 40 Migrantinnen und Migranten befanden, unerlaubt den italienischen Hafen Lampedusa angesteuert hatte.

Zu dem Protest hatten Pro Asyl und der hessische Flüchtlingsrat aufgerufen. „Wir wollen an Ort und Stelle das Wort ergreifen für die gemeinsame Verantwortung Europas für die Anlandung und Aufnahme von Flüchtlingen“, heißt es in dem Aufruf zur Demonstration. Und weiter: „Wir wollen nicht zulassen, dass das Sterbenlassen von Schutzsuchenden, die unterlassene Hilfeleistung im Mittelmeer zur Normalität und die Rettung zur Straftat wird.“ Nach Angaben der Organisatoren waren bis zu 300 Demonstranten vor Ort, die Polizei sprach von 150 Teilnehmenden. Auf den Plakaten waren Sprüche wie „Diese EU tötet" und „Solidarität statt Abschottung" zu lesen.

Auch die Linke Frankfurt unterstützt die Protestierenden und fordert die sofortige Freilassung von Carola Rackete. „Es wäre ein Signal der Menschlichkeit und Humanität, wenn Frankfurt endlich zum sicheren Hafen für Gerettete würde und ihrer Rolle als selbsterklärte europäische Stadt endlich gerecht wird“, sagt Michael Müller, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Römer.

Bundesweite Solidaritätsbekundungen und Spendenaktionen

Bundesweit gab es von vielen Seiten Solidaritätsbekundungen mit Carola Rackete. Mehrere Hilfsaktionen wurden gestartet; eine von den Fernsehmoderatoren Jan Böhermann und Klaas Heufer-Umlauf initiierte Spendenaktion hat in wenigen Tagen bereits über 900 000 Euro generiert. Zahlreiche Politiker sprechen sich für die Freilassung der Kapitänin aus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte: „Wer Menschenleben rettet, kann nicht Verbrecher sein.“

Für kommenden Samstag hat die Organisation Seebrücke zu bundesweiten Demonstrationen aufgerufen, die unter anderem in Frankfurt stattfinden sollen.
2. Juli 2019
Helen Schindler
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ronald M. Filkas am 11.7.2019, 23:24 Uhr:
Nicht nur das: Das internationale Seerecht schreibt vor, dass Schiffbrüchige im nächstgelegenen sicheren Hafens zumindest mit Wasser, Nahrung und medizinischer Hilfe versorgt werden müssen. Der Staat, an dem solche Schiffbrüchigen anlanden, muss, falls er die Schiffbrüchigen nicht in diesem Hafen an Land gehen lassen will, dann einen alternativen Hafen vorschlagen. Auch dem ist Salvini nicht nachgekommen.
 
Joachim M. am 2.7.2019, 15:40 Uhr:
Guten Tag,
im Artikel ist schon die Ausdrucksweise " ..., nachdem sie UNERLAUBTERWEISE in Lampedusa angelegt hatte...." falsch. Wie in Hessen die Todesstrafe trotz entsprechender Gesetzeslage wegen übergeordnetem Recht nicht gegolten hatte, so verhält es sich auch mit dem italienischen Gesetz (das demnächst auch vom dortigen Verfassungsgericht höchstwahrscheinlich unterbunden wird:) Das übergeordnete Recht mit der Pflicht zur Seenotrettung geht vor. Es war also nicht nur ein Recht, sondern sogar die Pflicht, die Flüchtenden nach Lampedusa zu bringen. Freundliche Grüße
 
 
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