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Gesellschaft
 

Bürgergespräch FAZ

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Beim Thema Flughafen kochen die Emotionen hoch

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
Der Flughafenausbau war Thema des jüngsten FAZ-Bürgergesprächs, am gestrigen Mittwoch im Foyer der Oper. Lösungen gab es nicht, dafür konnten Flughafen-Gegner ein bisschen Frust bei Fraport-Chef Stefan Schulte los werden.
Der Moderator, FAZ-Herausgeber Werner D'Inka, hatte große Mühe das Publikum beim jüngsten FAZ-Bürgergespräch unter Kontrolle zu halten. Zielführende Diskussionen suchte man bei der Veranstaltung im Foyer der Oper am gestrigen Mittwoch vergebens. Dafür kochten die Emotionen umso höher. Das lag am Thema: der Flughafenausbau. Auf dem Podium stand Helmut Mader, der die Bürgerinitiativen gegen Fluglärm vertrat – und somit auch das Publikum. Das Feindbild verkörperte Fraport-Chef Stefan Schulte.

Schulte hätte wohl nichts sagen können, das die wütenden Gäste beruhigt oder gar auf seine Seite zieht. Mit Plattitüden wie „Die Stadt Frankfurt wäre ohne den Flughafen nicht so international, wie sie heute ist“, machte er sich aber erst recht keine Freunde. Und seine Aussage, dass die Fluglärmbelastung durch die neue Landebahn insgesamt geringer geworden sei, schürte den Hass nur weiter. „Wo denn?“ und „Wer hat das gemessen?“ wurde aus dem Publikum gebrüllt. Schulte erklärte, dass alle Messungen geprüft wurden und dass der Fluglärm im Bereich der Süd- und Center-Landebahn gesunken sei. „Aber diese Menschen sind heute nicht hier. Weil sie zufrieden sind“, so Schulte.

Das Fass zum Überlaufen brachten Ernst Müller vom Verein Pro-Flughafen. Als er versuchte, eine Frage zu stellen, schrie das Publikum so lange „gekauft“ und „Buh“, bis sich Müller wieder setzte, ohne das jemand seine Frage verstanden hätte. Ob er nun wirklich auf Wunsch von Schulte zum Bürgergespräch gekommen war, sei dahingestellt. Jedenfalls war sein Beitrag für die Flughafen-Befürworter kein Gewinn.

Ansonsten wurden noch einmal altbekannte Fragen und Sachstände besprochen. Etwa, ob der dritte Terminal wirklich notwendig ist und ob man den Prognosen über die Entwicklung der Passagierzahlen glauben könne. Überraschend war noch, dass Mader Schulte als guten Flughafen-Manager lobte. „Frankfurt ist ein gut gemanagter Flughafen. Das weiß ich als Kunde“, sagt er, fügte jedoch hinzu. „Aber der Flughafen ist einfach am falschen Standort.“
 
27. November 2014, 15.00 Uhr
Christina Weber
 
Christina Weber
Jahrgang 1983, Studium Online-Journalismus, seit 2014 Volontärin beim Journal Frankfurt – Mehr von Christina Weber >>
 
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Leser-Kommentare

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Daniel Wasserfallen am 29.11.2014, 09:12 Uhr:
So Frau Looschen,

haben sie sich jemals die Mühe gemacht in die betroffenen Gebiete zu fahren und sich die Schattenseiten ihres geliebten Flughafens angesehen? Kleinkinder, die morgens um 5.00 aus dem Bett gebrüllt werden, damit Leute wie sie billig in den Urlaub kommen? Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun, sondern mit Menschenverachtung und Säuberung von ganzen Quartieren. Menschen werden emotional, wenn ihre Argumente andauernd verwässert und missbraucht und zum Dank ihren Fluglärm ertragen müssen. Wo schnelle unbürokratische Hilfe hingehört, hat Fraport eine Barriere aus Bürokratie aufgebaut, mit dem einzigen Zweck die Leute zu demoralisieren und um ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit zu bringen.

Zudem gebe ich ihnen als Schweizer kurz mal eine Lektion in diuirekter Demokratie. Sehen sie sich gerne mal die Abstimmungsresultate für den Flughafen Kloten an, wo die Leute mit grosser Mehrheit GEGEN den Ausbau gestimmt haben und die Resultate der Bürgerbefragung in München sich ins Gedächtnis rufen, wo die dritte Bahn ebenfalls mit grosser Mehrheit ABGELEHNT wurde.
 
Uwe Looschen am 28.11.2014, 15:32 Uhr:
Was für ein Demokratieverständnis haben denn die Flughafengegner? Eine andere Meinung als deren eigene wird nicht zugelassen und mit Gegröhle unterbunden. Ich dachte, sowas gibt es nur in totalitären Staaten!?! Aber anscheinend wird hier ebenfalls versucht, alle anders Denkende mundtot zu machen.
Die Bürgerinitiative muß endlich akzeptieren, dass es den Flughafen gibt. Und der wird bestimmt auch njcht geschlossen, nur weil ein paar Tausend dieses vielleicht wünschen. Das sind die Tatsachen. Und jetzt sollte die Bürgerinitiative rangehen, sich wie normale Menschen zu benehmen und eine zielführende Diskussion zu führen. Die Haudruff-Methode wird nicht funktionieren.
Vielleicht sollte man auch überlegen, einen Bürgerentscheid in Hessen durchzuführen. Ich würde mal prognostieren, dass mehr als 75% sich dann für den Flughafen bekennen. Vielleicht hätte dann ja diese irrational denkenden Flughafengegner-Diskussion ein Ende.
 
 
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