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Gesellschaft
 

Altstadt-Öffnung

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Petra Roths besonderes Geburtstagsgeschenk

Foto: nb
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Am Mittwoch wurde feierlich ein rotes Band am Hühnermarkt durchschnitten. Der Bauzaun der Altstadt ist weg, jetzt dürfen die Bürger das neue Herz der Stadt erkunden. Ein besonderer Moment, auch für Petra Roth.
Der Mittwoch war für die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) etwas ganz Besonderes: Nicht nur, weil sie da ihren 74. Geburtstag feierte, sondern auch, weil sie beobachten konnte, wie ihre Arbeit, die sie als Stadtoberhaupt bis zum Jahr 2012 geleistet hat, noch stets neue Früchte trägt. Die Frankfurter Altstadt wurde neu aufgebaut, 35 Häuschen im typischen kleinteiligen historisierenden Gewand, davon 15 als Rekonstruktionen, sind entstanden und wie das aussieht, können die Bürger seit Mittwochmittag selbst in Augenschein nehmen. Der Bauzaun ist weg, jetzt müssen nur noch die künftigen Bewohner sowie Laden- und Gastronomiebetreiber auf das DomRömer-Areal ziehen und dem Viertel noch den Feinschliff geben und den pastellfarbenen Zierfassaden Leben einhauchen.





Petra Roth traf zur Öffnung am Krönungsweg auf einstige Weggefährten wie den ehemaligen Planungsdezernenten Edwin Schwarz (CDU), sowie auf dessen Nachfolger Olaf Cunitz (Grüne) und den Architekten Christoph Mäckler. „Die Fertigstellung hat länger gedauert als zu meiner Amtszeit gedacht, aber es hat sich gelohnt“, sagt Roth. „Die Altstadt ist durch demokratische Beschlüsse der Bürgergesellschaft entstanden, über jedes Detail und jede Maßnahme wurde von Mehrheiten entschieden. Ich bekomme richtig Gänsehaut, wenn ich mir die Altstadt ansehe.“ Petra Roth hat selbst im Nachrückverfahren noch eine Altstadtwohnung erwerben können, vermutlich wird sie selbst aber nicht dort einziehen.

Die Altstadt hat viele Mütter und Väter und selbst einstige Gegner des Wiederaufbaus, wie der amtierende Oberbürgermeister Peter Feldmann, sind mittlerweile zu Altstadtfans mutiert: „Ich habe Dutzende Gruppen durch die Altstadt geführt“, sagte Peter Feldmann, zur Feier des Tages mit der goldenen Amtskette um den Hals, in seiner Ansprache. „Die Altstadt ist etwas, das Menschen ergreift, was sie fasziniert. Die Menschen haben Sehnsucht nach einer Frankfurter Altstadt und kein Hochhaus könnte dieses Gefühl verschwinden lassen.“ Der amtierende Planungsdezernent Mike Josef (SPD) versprach, die Altstadt werde ein Ort für die Frankfurter sein, nicht nur für die Touristen. Und zu den immer wieder laut werdenden Stimmen einiger Kritiker, die noch nicht ihren Frieden mit der nostalgisch anmutenden Bebauung gemacht haben, sagte Josef, die Altstadt werde ebenso wie die in den 1980er-Jahren errichtete Ostzeile am Römerberg bald schon ein natürliches Stück Frankfurts sein und nicht mehr länger diskutiert werden.

Für Michael Guntersdorf, der als Geschäftsführer der DomRömer GmbH seit neun Jahren die Geschicke der Altstadtbebauung leitet, markiert die Öffnung der langjährigen Baustelle für die Öffentlichkeit einen großen Schritt in Richtung der Zielgeraden. Im September (28.–30.9.), wenn drei Tage lang für 1,5 Millionen Euro, das Eröffnungsfest der Altstadt zelebriert wird, werden die Lokale und Läden laut Plan längst fertig sein. Und doch wird Guntersdorf immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, man habe für 200 Millionen Euro eine Art Disneyland errichtet. „Das Gegenteil ist der Fall. Disneyland kupfert bei historischen Städten ab“, sagt der DomRömer-Chef. Er freut sich über die positive Resonanz bei der Bevölkerung. Allein, als im vergangenen Jahr der Krönungsweg kurz für die Besucher zur Besichtigung freigegeben wurde, seien 2500 Interessierte da gewesen. Guntersdorf hat aber abseits der Altstadt noch mehr Grund zur Freude, wird er noch diese Woche seiner Lebensgefährtin das Ja-Wort geben, passenderweise auf einem Schloss, das seinen Namen trägt.
 
9. Mai 2018, 13.57 Uhr
Nicole Brevoord
 
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