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Gesellschaft
 

1. Protesttag

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Blocku-Party auf der Zeil

Hunderte Blockupy-Aktivisten und -Anhänger demonstrierten, blockierten und feierten am Freitag auf der Zeil. Wir waren dabei und haben ein paar Impressionen vom ersten Aktionstag gesammelt.
Die Ausgänge der Bahnstation Konstablerwache waren von Polizisten gesäumt, als am Brockhausbrunnen auf der Zeil, der derweil mit rotgefärbtem Wasser vor sich hinschäumte, gegen 12 Uhr am Freitagmittag die von Blockupy initiierten Aktionen begannen, mit denen das Bündnis gegen konkrete Auswirkungen der Euro- und Staatsschuldenkrise demonstrierte. An vielen Textilgeschäften wurden Plakate mit der Aufschrift „Krisenakteure markieren – Zusammen gegen Ausbeutung, Troika und Kapitalismus“ angebracht, Aktivisten verteilten Flugblätter und durch Megafone tönten antikapitalistische Parolen, untermalt von den Trommelschlägen eines Tanzflashmobs.

Uniformierte Polizisten schotteten die Fassaden einiger, bereits mit Farbbeuteln markierter Modehäuser ab und verschlossen die Zugänge. Das Geschäft Primark hatte bereits kurz nach dem Eintreffen der Demonstranten den Geschäftsbetrieb eingestellt und die Rolläden heruntergelassen. In vielen anderen Geschäften hingegen wurde ungestört weiter geshoppt. Genervte Einkaufstouristen bahnten sich ihren Weg durch die demonstrierende Menge, während buntbemalte Clowns die Polizeibeamten zum Narren hielten. Vor dem Douglas gab eine Gruppe verkleideter Alleinunterhalter umgedichtete Schlagerhits à la „Straßenkämpfe in Athen“ statt „Weiße Rosen aus Athen“ zum Besten und übte hiermit den wohl kreativsten und lustigsten Protest. Vor dem Geschäft New Yorker drohte die Lage zu eskalieren, als einige Demonstranten versuchten, Aufkleber an der Fassade anzubringen und in den Laden zu gelangen. Abgesehen von kleineren Scharmützeln zwischen Demonstranten und der Polizei, lag seifenblasen-, konfetti- und glitzergespickte Partystimmung in der Luft über der Einkaufsmeile, über der sich zwischenzeitlich sogar die Sonne zeigte.

Zwischenzeitlich begannen Demonstranten, mit einer Sitzblockade die Ein- und Ausgänge des MyZeil zu blockieren und so den einkaufswilligen Zeil-Besuchern für circa eine halbe Stunde den Ein- und Ausgang zu verwehren.

Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann schwärmte derweil: „Die Atmosphäre sowohl im Camp, als auch heute Morgen an der EZB und jetzt auf der Zeil ist extrem beeindruckend. Die Demonstranten wirken sehr entschlossen und die Stimmung ist fast durchweg positiv.“ Zwar habe es vereinzelte Zwischenfälle gegeben, bei denen die Polizei übertrieben reagiert habe und bei denen sechs bis acht Demonstranten verletzt worden seien, außerdem habe es auch ein bis zwei Festnahmen gegeben und an einigen Stellen sei Pfefferspray eingesetzt worden, der erste Protesttag sei dennoch weitgehend friedlich verlaufen. Die Blockupy-Aktivistin zeigte sich darüber hinaus sehr erfreut über den Erfolg der EZB-Blockade: „Mit der Blockade der EZB konnten wir ein ganz deutliches Zeichen setzen. Wir konnten zeigen, dass wir den Alltag des kapitalistischen Systems massiv stören können. Das ist ein wunderbarer Erfolg“. Auch Roland Süß, ebenfalls einer der Sprecher des Blockupy-Bündnisses, zieht eine positive Zwischenbilanz der Proteste: „Es hat zwar einige brenzlige Situationen gegeben, in denen die Lage auch hätte eskalieren können. Aber wir haben uns an unser Demonstrationskonzept gehalten und es ist auch als politischer Erfolg zu sehen, dass sich die Polizei weitestgehend friedlich verhält.“

Für alle, die in den inhaltlichen Veranstaltungen von 17 Uhr an noch weiter blockupieren, sich aber zwischenzeitlich stärken möchten, gibt es ab 17 Uhr eine VoKü im Camp. Veranstaltungen, die für den Roßmarkt geplant waren, werden wetterbedingt in das DGB-Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße verlegt.

Unsere komplette Berichterstattung finden Sie hier, Randnotizen und Live-Berichte drüben bei twitter.
 
31. Mai 2013, 17.02 Uhr
mim
 
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Fotogalerie: Blockupy_Part 1 Blocku-Party auf der Zeil
 

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