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Stadtteilinitiative Koblenzer Straße im Gallus
 

Stadtteilinitiative Koblenzer Straße im Gallus

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Das Knobbe schließt – und Frankfurt wird ein bisschen kälter

Foto: Nils Bremer
Foto: Nils Bremer
Am Donnerstag schließt im Gallus ein ganz besonderer Ort: Das Knobbe der Stadtteilinitiative Koblenzer Straße. 13 Jahre lang hatte sie das Viertel bereichert – zuletzt aber hatten sich Anwohner beschwert.
Die berühmt-berüchtigten Barabende sind gezählt: Das Knobbe von der Stadtteilinitiative Koblenzer Straße, auch bekannt als Siks, muss zum Ende des Jahres aus seinen Räumen raus. Nach 13 Jahren Engagement für den Stadtteil wurde dem Verein der Mietvertrag nicht verlängert. Die Vermieter gaben sich wortkarg, ließen aber durchblicken, dass sie eine Klausel gefunden hätten, die einen Gastronomiebetrieb nicht zulasse – und außerdem hätten sich Anwohner beschwert über den nächtlichen Lärm.

Klar, feiern konnten sie im Knobbe. Aber der Ort war stets weit mehr als ein Gastronomiebetrieb (allein das Wort in diesem Zusammenhang, eine Frechheit). Straßenfeste wurde gefeiert, familiär und freudvoll, ein Kleinod ganz in der Nähe des kalten Europaviertels, von dem die Gentrifizierungswelle langsam auch in den alten Arbeiterbezirk Gallus herüberschwappt. Den testweisen Mittagstisch nannten sie im Knobbe Versuchskantinchen – ist das nicht großartig?


Koblenzer Straßenfest, Foto: Carolin Hock

In einer Mitteilung schrieben die Macher: "Wir wollten selber lange nicht daran glauben, dass ein Nebeneinander von neuem Reichtum und alter Armut, von Trendviertel und verwertungsfreien Zonen, von adrett-netten Lifestyleangeboten und von Verantwortung für die Unberechenbarkeit von Schönheit, langfristig hier nicht neben- und miteinander überleben können. Doch das Band ist gerissen. Die Spannung war wohl zu groß."

Zuletzt wurde nochmal alles gegeben. Eine Tanzdemo organisiert, auch ein Linken-Politiker setzte sich fürs Knobbe ein, vergeblich.

Nur nur noch eine „letzte Sause“, mit der sich der Verein am 28.12. „mit einem Knall“ verabschieden will, wird es geben. Um auf ihre Geschichte aufmerksam zu machen, hat der Verein das Knobbe für seine letzten Tage in „Manfred-Auster-Bar“ umbenannt. Auster sei ein Nachbar, der seit Ewigkeiten im selben Haus wohnte und dem Anfang des Jahres fristlos gekündigt worden sei, erzählt Dominik Schnur vom Siks.


Foto: Siks

Die Mitglieder des Vereins sind schon sehr traurig, sich demnächst von ihrem Herzensprojekt verabschieden zu müssen. Aber man mache das mit einem lachenden und weinenden Auge. „Wir blicken positiv in die Zukunft“, sagt Schnur. Für die Gruppe ist klar, dass sie weiterhin aktiv bleiben wird. Wie das aussehen könnte, wird noch sondiert. Eine Siks an einem anderen Ort kann es ja nicht geben. Aber es ist beruhigend zu wissen, dass die Siks lediglich eine „kreative Pause“ macht.


Foto: Carolin Hock

Zu hoffen ist, dass die Stadt merkt, welche Institution damit verschwinden wird. Auf so viel Würde, Engagement und Mut möchte man doch anstoßen. Auch ein letztes Mal. Nun noch einmal die Siks-Macher, mit Worten, die wir vom Journal als Gallus-Nachbarn unterschreiben können: "Wir werden alle diese Zeit, zusammen mit ihren ganzen Widersprüchen, vermissen. Viel Spaß mit euren Apartments!"

Manfred-Auster-Bar im Siks/Knobbe –– Kiss & Goodbye! Der große Abschlussball
>> Koblenzer Straße 9, 28.12., ab 17 Uhr, Facebook-Event, Eintritt frei
28. Dezember 2017
Nils Bremer/Tamara Marszalkowski
 
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Fotogalerie:
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Leser-Kommentare

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Whizzbizz am 30.12.2017, 13:25 Uhr:
When will they ever learn?

Auf die Wiederauferstehung!
 
 
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