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Kolumne Patrick Neuntausend
 

Kolumne Patrick Neuntausend

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Von Literatur, Falafel und Bristol

Foto: Corinna Kaiser
Foto: Corinna Kaiser
Unser Nacht-Kolumnist Patrick Neuntausend hat es mal anders angehen lassen: Bisschen was essen, dann ins Museum, dann zu einer Lesereihe. Auflegen musste er aber auch noch – im Sachsenhäuser Clubkeller.
Ein gutes Haar muss ich ja mal am Habibi-Restaurant am Lokalbahnhof lassen, welches gemütlich im Inneren, vom Lokalbahnhof (10 Meter vom Udon weg) fußläufig innerhalb eines Augenzwinkerns zu erreichen ist. Die Fürstin und ich hatten das volle Programm mit Falafel- und Grillgemüseteller, Salat, Hummus mit Granatapfelkernen, Mocca und Minztee. Yes, so gut habe ich selten gegessen, es war schon wie ein kleiner Urlaub, dort im Habibi. Noch kann man da so hin, aber am Udon sieht man ja, wie sich Geheimtipps entwickeln, mittlerweile muß man dort nämlich reservieren. Wobei, ich gönn' es den drei Damen, denn auch dort is(s)t es really lecker.

Des Weiteren verschlug es uns ins Caricatura-Museum, denn dort zeigt man gerade Cartoons, Primär-Zeichnungen, Kolorierungen und Siebdrucke des Cartoonisten BeCK. Ein kleiner Spaziergang voller Hihihi, Hohoho und Hahaha, sehr zu empfehlen, wenn man vielelicht ein paar dunkle Wolken über der Birne hat, denn die sollten davon verschwinden!

Und auch die eigenen Erfolge sollte man nicht unbeachtet lassen, denn unsere Literaturrezensionsreihe "theke. texte. temperamente." mausert sich langsam zu einem echten Live-Kulturmagazin, denn wir hatten neben der Rezension des aktuellen Paranoikers "Lärm und Wälder" von Juan S. Guse, welches doch recht gut weggekommen ist, zahlreiche Gäste. Da wäre der junge Regisseur Benedict Hegemann zu nennen, der unsere Protagonisten Andrea Baron, Jannis Plastargias, Raban Lebemann und Martin Piekar in eine süffisante Theaterszene verwickelte ("Die Suche nach Nyx", Premiere am 25. März 2016), dann eben nochmals Martin Piekar, der mit Glöckchen, dem Thekenwizard aus dem Feinstaub, Lyrik vortrug, während Glöckchen dazu den Dudelsack bespielte. Eine derb coole Kombination, da krabbelt man gerne über die Hadrian ins Feinstaub, wenn die Beiden dort am 24. März ihren "Pipes and Poems"-Event zelebrieren. Und da war noch Jan Cönig, der skurille Kurzgeschichten aus dem WG-Leben vortrug und auch hier unser Publikum sehr zu unterhalten wusste. Denn Kultur muss ja nicht immer wehtun, dass wollen ja nur die, die sich selbst damit keinen Gefallen tun! Das machen wir mal wieder, wahrscheinlich im April, und dann hoffentlich mit unterstützung des Kulturamtes, wenn alles klappt. The mighty Projectmanager ist dran!

Am letzten Wochenende habe ich ein bißchen gechillt, war aber auch auflegen, und zwar samstags im Clubkeller. Wir hatten zwar mal Ehekrach, aber irgendwann ist auch mal gut. "Gemischtes Doppel" mit Jen aka BJane stand auf dem Programm, und so gab es Deutschrap, Crossover, aber auch Sixties Funk und Rare Grooves auf die Ohren. Mit Platten. Ich hatte die Kisten mal gewogen und kamm auf insgesamt 45 Kilo Vinyl. "Jaaa, Vinyl ist schwere Kost!". Der Abend war lustig, aber nicht überfüllt, aber das war nicht so schlimm, denn wenn die Thekenbuben von der Balalaika schon um drei im Clubkeller ein Feierabendbierchen trinken gehn, dann war an diesem Abend in Sachsenhausen nichts los. Ich fand das ja "witzig", dass man am DJ-Pult im Clubkeller eine Liste angebracht hatte, wo besonders respektlose Gäste ihre Musikwünsche hinterlassen dürfen. Das finde ich gut, denn so weiß ich genau, was ich garantiert nicht spielen werde. Einer fragte mich, ob ich "nur" Schallplatten dabeihätte, oder wenigstens eine Festplatte. Das nächste Mal bekommt er auf die Schnauze. War also ein, wie gesagt, lustiger Abend, denn trotz solcher Ausreisser sind 99;98% der Gäste in Ordnung, wollen sie in der Regel doch im Clubkeller ihr kühles Getränk zu angemessenen, aber dennoch studentenfreundlichen Preisen geniessen und dazu tanzen, im Raucherraum rauchen und was mit nach Hause nehmen. Eine schöne Erinnerung zum Beispiel. Das machen wir bestimmt auch mal wieder. Dort unten auflegen, meine ich. Vielleicht als Vinylriders, wer weiß?

Während ich das hier tippe, rinnt mir die Zeit wie Quarzsand durch die Finger, ich muss mich eine wenig sputen, will ich doch nachher noch zum Kollegen aus Bristol, nämlich zu Tricky ins Zoom.

Am Donnerstag sieht man sich vielleicht im Summa Summarum, wo ich im Rahmen der Klängbilder-Veranstaltung auch einen elektronischen Klangerzeuger präsentieren werde. Es wird wohl auf einen russischen Drumsynthezizer herauslaufen, eigentlich sollte es ein Live-Set werden, aber eine Kiste muß gehen, und deshalb eben diese kleine Planänderung!

Wir sehn uns!

Geht raus, die Nacht ist schön!
29. Februar 2016
Patrick Neuntausend
 
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