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Farewell 2018 Culture Festival
 

Farewell 2018 Culture Festival

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Der Weihnachts-Oststern

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Das Beste zum Schluss. Bevor das Jahr 2018 endet, bringt Pino Caruso an diesem Wochenende nochmal Künstler, Kaufleute und Kreative im Alternative-Areal Oststern beim Farewell 2018 Culture Festival zusammen.
Wir sind es ja gewohnt, dass an Weihnachten ein Stern aufgeht. Diesmal geht aber auch ein leuchtender Stern unter, wobei uns das nicht vom Feiern abhalten soll. Denn mit dem „Farewell-Culture-Festival“ wird das frühere Areal des Mercedes Benz Autohauses, das in den vergangenen Monaten unter dem Namen „Oststern“ ein Alternativ-Leben entfaltet hat, zwar einen wohl beachteten Abschied nehmen. Aber an diesem Wochenende wird ganz bestimmt auch etwas Bleibendes entstehen. Das passiert eigentlich immer, wenn Pino Caruso ein Projekt angeht. Er will Leute zusammenbringen. Kreative, Konsumenten, Könner und Begeisterungsfähige. Lauter Menschen, die es zuhauf in Frankfurt gibt und die manchmal nur einen Treffpunkt oder eine Bühne brauchen. Caruso ist also so etwas wie ein Bühnenbauer. Im Laufe des zu Ende gehenden Jahres hat er das erfolgreich in der Naxos-Halle und im Yard von Madjid Djamegari getan, oder bei Partyevents im Mantis. „etzt verabschieden wir das Jahr 2018 mit einem großen Knall und werden noch einmal alle Facetten zeigen, die wir in diesem Jahr drauf hatten“, sagt der 47-Jährige.

Dafür nutzt er drei Riesenhallen im Oststern. Von Anfang an war hier klar, dass es nur um Zwischennutzung geht. Eine Investorengruppe wird hier Wohnungsbau betreiben (ist ja auch wichtig!), wollte aber in der Zwischenzeit einem kreativen Kreis die Möglichkeit zur Entfaltung geben. Ganz unterschiedliche Initiativen, Gastronomen, alternative Geschäftsleute, aber auch Finanz-Startups kamen hier unter. Endes des Jahres ist endgültig Schluss. „Die Bagger werden zurzeit schon aufgetankt“, sagt Pino Caruso sarkastisch. Er wird für zwei Tage einen „urban Hippie Market“ und einen „Street Food Court“ aufbauen. Dazu kommt Vintage- und Streetart, Live-Graffiti wird unter anderem der mysteriöse Sprayer-Weltstar Ces53 bieten, der immer mit Maske auftritt. Hinzu kommen Fashion-Shows und Ausstellungen von Möbeln, Autos, aber auch ein Stand vom Kult-Tätowierer Auge. DJs sind auch dabei, aber der Veranstalter will keine falschen Hoffnungen wecken: Das wird kein Rave, noch nicht mal eine Dauerparty!“ Auch wenn die DJ-Liste ein Party-Line-up der Extraklasse sein könnte, sind die Künstler am Plattenpult nur zur Unterhaltung da. Sie machen die Mechanik-Hallen zum Treffpunkt für alle, die sich in dieser Szene der ungewöhnlichen Musik wohl fühlen. DJ Dag, Stefano Filippelli, Trashkan, Toni Rios und Alex Azary werden das Schild der elektronischen Musik hochhalten. Aber auch Funky-Vibes und Soulful Sounds von Alexander Antonakis werden über die Tage den richtigen Ton setzen. Dass Pino Caruso dieses Jahr 2018 spektakulär abrunden möchte, liegt auch daran, dass er sich ganz neu erfunden hat. Pino, der als Teenager in Frankfurt Teil der subversiven Graffitisprayer-Szene war, übersiedelte vor Jahren auf die Sonneninsel Ibiza und arbeitete dort mit einer angesagten Künstleragentur, die unter anderem den Offenbacher Rapper Haftbefehl auf seinem Weg nach oben begleitete. Dazu betrieb er noch ein Restaurant.

„Dann hat mir meine Mutter in Frankfurt Druck gemacht“, verrät Caruso. Sie habe gesagt: „Sohn, Du warst jetzt acht Jahre lang nicht mehr an Weihnachten zu Hause, soll das ewig so weiter gehen?“ Also flog er gen Heimat für die Feiertage, wo er sich in der besinnlichen Zeit verliebte. „Ich fand die Liebe meines Lebens und bin hier geblieben“, beschreibt er die umgekehrte Auswanderergeschichte. Viele Leute fliegen ja nach Ibiza und bleiben der Liebe wegen, Caruso kommt von dort und bleibt in seiner Heimat hängen. Schöne Geschichte. Eine interessante Geschichte hat wohl fast jeder der Festival-Aussteller. Lilo, die in der Hochstraße ihren Laden hat, wird eine Vintage-Modenschau mit Stücken aus den Siebzigerjahren zeigen. Die tollen Schmuckstücke von Yvonne Hombach („My Spirit“) werden ganz bestimmt wieder dauer-umlagert. Und aufregende junge Mode aus New York und London von Labels wie „The Royal Gang“, „Pluma“, „Jason Wu“ oder „Milly“ bringt Jamie Djamegari. Sie ist die Frau hinter dem Concept Store Kollekt in der City. „Wir verkaufen letzte Stücke“, verrät Jamie. Sie bringt damit die kreativsten Kräfte ihrer Geburtsstadt New York City in ihren heutigen Lebensmittelpunkt rüber. „Über meinen Mann Madjid habe ich Pino Caruso kennen gelernt“, verrät Mode-Affectionado Jamie, „als er im Yard einen seiner Ibiza Märkte veranstaltet hat“. Besonders schätzt sie an Pino dessen „dynamische Vision“. Und das werden wir alle nach diesem Wochenende verstehen.

>> Farewell 2018 Culture Festival, Oststern, Hanauer Landstraße 121, 15+16. Dezember, 10-20 Uhr, Eintritt: 3 Euro
14. Dezember 2018
Jens Prewo
 
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